Deutsche bauen für die Fußball WM in Brasilien

2. Januar 2014
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Salvador

Bildpixel / pixelio.de

Nachdem bereits am 7. April dieses Jahres das von einem deutschen Architekten realisierte WM Stadion Arena Fonte Nova in der Stadt Salvador de Bahia eingeweiht wurde, wird jetzt das nächste deutsche Millionenprojekt anlässlich der bevorstehenden Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien geplant. Die für Deutschland antretenden Kicker bekommen nämlich ihr eigenes Mannschaftsquartier von einem deutschen Projektentwickler auf den Leib geschnitten.

Das Stadion Arena Fonte Nova
Das Architektenbüro von Schulitz aus Braunschweig hat das WM Stadion der Stadt Salvador de Bahia nach insgesamt vier Jahren Planung und Bau fertig gestellt. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit der brasilianischen Firma Se­t­e­p­la mit Sitz in Sao Paulo realisiert. Mit einem ersten Fußballspiel wurde das imposante Bauwerk am 7. April schließlich seiner Bestimmung übergeben. Das Stadion wurde in Hufeisenform konzipiert und bietet Sitzplätze für 50.000 Besucher. Auf den insgesamt zehn Ebenen  sind 70 Logen, eine Business Lounge für 2.000 Gäste, ein Kongresszentrum, ein Restaurant und ein Fußballmuseum untergebracht. Die Dachkonstruktion ist in besonders leichter Bauweise konzipiert worden und die Planer haben dafür nur wenig Material verbraucht. Von Schulitz hat das 33.500 Quadratmeter große Dach als geschlossene Ringkonstruktion in Kooperation mit dem schwäbischen Ingenieurbüro RFR aus Stuttgart entwickelt. Die Konstrukteure hoffen auf eine LEED Zertifizierung für ihr Werk. Die Gesamtkosten für das Stadion belaufen sich auf etwa 230 Millionen Euro.

Das WM Quartier der deutschen National-Kicker
Auch bei ihrem Mannschaftsquartier für die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien wollen sich die Deutschen natürlich nicht lumpen lassen. Schließlich macht man sich Hoffnungen auf den Titel. Nachdem eine monatelange Suche keine standesgemäße Unterkunft eruieren konnte, vergab der DFB schließlich einen Bauauftrag in Millionenhöhe an den Münchner Projektentwickler Christian Hirmer. Der plant jetzt ein eigens für die deutschen Nationalspieler erbautes, repräsentatives Quartier mit Dorfcharakter. Auf dem etwa 15.000 Quadratmeter großen Areal soll ein zentraler Gebäudekomplex entstehen, der eine offene Küche, eine Poolanlage und die Funktionsräume beherbergen soll. Darum werden sich in einem großzügigen Ring 14 Wohnhäuser mit jeweils zwei Geschossen reihen. Das ‚Campo Bahia‘ ist momentan noch eine Baustelle, im März des nächsten Jahres soll es fertig gestellt werden. Am 8. Juni werden die deutschen Hoffnungsträger dann dort einziehen, also bereits acht Tage vor ihrer ersten Bewährungsprobe am 16. Juni gegen Portugal.

Die Lage an der Küste des Bundesstaates Bahia sei für Mannschaft und Trainerstab ideal gewählt, wie Oliver Bierhoff, der Manager der deutschen Nationalmannschaft, kommentiert. Sowohl die Trainingsplätze als auch das Medienzentrum seien per Pedes innerhalb von nur fünf Minuten zu erreichen. Der Flughafen von Porto Seguro läge nur etwa 45 Minuten weit entfernt, die Flugzeit zu den jeweiligen Spielorten betrage von dort aus maximal zwei Stunden. Auch die klimatischen Bedingungen seien optimal. Denn das entstehende ‚Campo Bahia‘ wird sich in der gleichen Klimazone befinden wie die drei Spielorte der Vorrunde.

Prestigeobjekt für Hirmer Immobilien
Die Hirmer Unternehmensgruppe ist vor allem für ihr Herrenmodehaus in der Münchner Kaufingerstraße bekannt. Das Familienunternehmen verfügt aber insgesamt über vier verschiedene Geschäftsbereiche. Im Immobilienbereich gehören sowohl die Grundstücks- und Objektakquise als auch die Realisierung von Projekten zum Geschäftsfeld der Hirmer Unternehmensgruppe. Christian Hirmer, der Chef von Hirmer Immobilien, hat jetzt mit den Bauauftrag in Brasilien ein Prestigeobjekt an Land gezogen. Mit den insgesamt 980 Mitarbeitern des Familienunternehmens kann er auch große Projekte in die Tat umsetzen. Er freue sich außerordentlich, den DFB und sein Team mit einem optimalen Camp unterstützen zu dürfen, sagt der Projektplaner. Mit dem Camp werde der in­fra­struk­tu­rel­le Aus­bau der Re­gi­on ge­för­dert, führt Christian Hirmer weiter aus. Was mit dem Areal und seinen schmucken Bauten allerdings passieren soll, wenn der Fußballweltmeister 2014 ermittelt ist und die Mannschaften wieder in ihre Heimat zurück gekehrt sind, kann Hirmer allerdings nicht sagen, denn diese Frage ist noch völlig offen. Auch zu den tatsächlichen Baukosten verlieren weder der Projektplaner noch der DFB als Auftraggeber ein Wort.

One Comment

  1. Rainer 12. Januar 2014 13:01

    Ich finde es sehr fraglich, dass die Deutschen extra ein Hotel / Camp für die Deutsche Nationalmannschaft bauen. Das hat irgendwie einen sehr bitteren und nicht sehr höflichen Beigeschmack, muss ich ganz ehrlich sagen.

    Folglich werde ich bei meiner Reise Fussball WM 2014 auch nicht die Deutsche Nationalmannschaft unterstützen – wobei meine WM 2014 Tickets sowieso für andere Vorrundenspiele sind.