Die Fassade als grüne Lunge des Hauses

25. November 2013
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Grüne Fassaden sind nicht nur optisch reizvoll, sie haben auch einen ganz praktischen Sinn. Denn begrünte Wände schlucken Schmutz und Schall. Mit der entsprechenden Bepflanzung kann man sich also eine grüne Lunge für sein Haus wachsen lassen. Die beste Zeit dafür ist der Herbst.

Im Nu kommt die Wand zu ihrem grünen Kleid
Viele Rankpflanzen erobern sich die Fassade schneller, als mancher Hausbesitzer denkt. Wilder Wein oder Efeu streben so eifrig gen Himmel, dass sich schon nach kurzer Zeit ein ansehnliches Blättergeflecht entwickelt. Da muss der Fassadengärtner aufpassen, dass sich die Pracht nicht bis zum Nachbarn ausbreitet. Denn der könnte unter Umständen empfindlich reagieren. Sind doch die Vorurteile gegen das üppige Fassadengrün mindestens genauso tief verwurzelt wie die rankenden Pflanzen selbst. Die Meinung, dass die grünen Kletterblätter dem Putz schaden ist sehr verbreitet. Und auch die Annahme, dass sich im Blättergeflecht unkontrolliert Ungeziefer ansammelt, ist nicht auszurotten. Ebenso wenig wie die Angst, dass die Krabbeltierchen auf dem Rankweg ungehindert ins Haus gelangen.

Unbegründete Befürchtungen
Die Befürchtung, dass man sich mit den Wandpflanzen ungebetene Bewohner ins Haus holen könnte, ist unbegründet. Denn die Fauna, welche das Blätterwerk bevölkert, fühlt sich im Grün der Fassade viel wohler als im Inneren des Hauses. Im kleinen Biotop, das sich dort mit der Zeit entwickelt, ist schließlich genügend Futter vorhanden. Und die üppige Blätterpracht bietet Unterschlupf und Verstecke. Nicht nur Spinnen, Bienen und Schmetterlinge kann der Hausbewohner dort bald beobachten, auch Eichhörnchen klettern hier gerne herum. Hausbesitzer, die ihre Fassadenbepflanzung entfernen, müssen hingegen bald feststellen, dass sich die Spinnen und andere Krabbeltiere angesichts der kahlen Wand nun im Inneren auf die Suche nach alternativen Nahrungsquellen machen.

Die echten Probleme
Fassadengrün kann dem Hausbesitzer durchaus Probleme bescheren, wenn er sich unüberlegt für die falsche Bepflanzung entscheidet. Das Efeu hat beispielsweise so starke Haftwurzeln, dass man sich mit dieser Pflanze auf einen Bund fürs Leben einstellen muss. Ohne Spuren wird man diesen eifrigen Wanderer an der Wand nicht mehr los. Völlig ungeeignet ist diese Pflanze für alte Fassaden, die bereits Fugen und Risse aufweist. Rankendes Efeu kann solche Probleme mit seinen haftenden Wandwurzlen derart verschlimmern, dass sich Feuchtigkeit einnisten kann. Dann fühlen sich unter Umständen nicht mehr nur Insekten in der Fassadenbegrünung wohl, sondern auch Pilze und Schimmel. Bei der Pflanzenwahl ist also Vorsicht geboten.

Das richtige Grün für die Fassade
Die Auswahl an Rankpflanzen zur Fassadenbegrünung ist groß. Wählt man beispielsweise den wilden Wein zur Wandbepflanzung aus, ist die Fassade schnell begrünt, doch im Winter sind die rankenden Äste kahl. Dafür ist der wilde Wein pflegeleicht und braucht nicht viel Zuwendung. Hopfen oder Clematis ranken zwar in Schönheit gen Dachfirst, überdauern aber leider nur ein paar Jahre. Die Kletterrose erblüht in voller Pracht und verwandelt die Fassade in ein Farbenmeer. Allerdings nicht ohne die entsprechend intensive Pflege. Auch der Blauregen ist ein prächtiger Fassadenkletterer. Diese Pflanze muss man jedoch in ihre Schranken weisen, sonst überwuchert und verstopft sie die Regenrinnen und zerstört mit ihren starken Trieben sogar die Regenrohre. Bei der Auswahl der passenden Kletterpflanze muss natürlich auch berücksichtigt werden, ob sie eigenständig mit Haftwurzeln die Fassade erklimmen kann, oder ob sie zum Ranken Hilfe benötigt. Extra angebrachte Seilzüge, Stahlnetze, Holzgitter oder andere Rankhilfen bedeuten einen zusätzlichen Aufwand.

Schönheit mit praktischem Mehrwert
Begrünte Fassaden sind nicht nur schön anzusehen, sie sind auch umweltfreundlich. Denn die rankenden Blätter verwandeln Kohlendioxid in Sauerstoff und sorgen so für saubere Luft. Manche Städte fördern deshalb die Wandbegrünung mit Zuschüssen von bis zu 6000 Euro. Insgesamt 30 deutsche Städte beteiligen sich bereits an den Kosten für die luftreinigende Fassadenbepflanzung. So ein grüner Wandteppich kann aber noch mehr. Besonders jene Pflanzen, die ihre Blätterpracht das ganze Jahr über behalten, bieten dem Haus umfassenden Schutz. Weder intensives UV-Licht noch Wettereinflüsse wie Wind, Regen und Hagel können der Fassade unter dem Blättergeflecht etwas anhaben. Auch die gleichmäßigen Temperaturen, für die das Fassadengrün sorgt, wirken sich positiv auf die Haltbarkeit des Putzes aus. Darüber hinaus wirkt der Blätterteppich wie eine zweite Dämmschicht. Die Wärmedurchlässigkeit der Wand erhöht sich durch das dichte Grün um bis zu 30 Prozent. Das kann Energieeinsparungen von bis zu fünf Prozent einbringen.

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