Makler sollen ihre Sachkunde nachweisen

25. Juli 2014
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Eine aktuelle Umfrage des Internetportals Anlageimmobilien.de unter 1.000 deutschen Bürgern hat ergeben, dass sich die meisten einen Sachkundenachweis für Immobilienmakler wünschen.

Sachkundige Makler werden geschätzt

rp_655253_web_R_K_by_lichtkunst.73_pixelio.de_-300x197.jpg61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Immobilienmakler grundsätzlich für wichtig halten. Diese sollten aber natürlich über entsprechende Kompetenz verfügen. Woran man einen seriösen Vermittler erkennen kann, weiß aber nur eine Minderheit von 40 Prozent. Aus diesem Grund wünschen sich zwei Drittel der Befragten einen gesetzlich verbindlichen Qualifikationsnachweis für alle Makler. Die Politik ist also gefragt, den Verbraucher vor schwarzen Schafen in der Branche zu schützen. Bisher liegt von der Großen Koalition allerdings lediglich ein Gesetzentwurf für das Bestellerprinzip vor, das denjenigen zur Bezahlung der Maklerprovision verpflichten soll, der den Auftrag erteilt. Was die Einführung eines Sachkundenachweises betrifft, prüfen die Großkoalitionäre noch. Ein Termin dafür wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. Wann tatsächlich ein solcher gesetzlich verankerter Qualifikationsnachweis für Immobilienmakler kommen könnte, steht also in den Sternen.

Den Maklern geht es weiterhin gut

Den Geschäften der Immobilienmakler schaden die aktuellen Diskussionen um Bestellerprinzip und Sachkundenachweis überhaupt nicht. Zwar ist der durchschnittliche Gesamtumsatz im Jahr 2012 gegenüber 2011 um ein knappes Fünftel zurückgegangen, das Transaktionsvolumen verblieb jedoch mit 921.000 Euro auf hohem Niveau. Das Jahr 2011 hatte den Maklern überdurchschnittliche Umsätze beschert, weil viele Kunden aufgrund von Erhöhungen der Grunderwerbssteuer ihren Hauskauf vorgezogen hatten. Mit 70 Prozent machen nach wie vor die Kaufverträge den größten Anteil am Maklerumsatz aus. Die Niedrigzinspolitik der Bundesbank und die Inflationsängste vieler Verbraucher sorgen in diesem Sektor für eine stetige Nachfrage. Nach der Einführung des Bestellerprinzips wird sich so mancher Makler noch stärker auf die Verkäufe konzentrieren und Vermietungen vernachlässigen. Das könnte laut einer Umfrage von ImmobilienScout24, Immobilien Zeitung und Immo Media Consult eine der Folgen des geplanten Bestellerprinzips sein. Jeder zweite Makler unter den Befragten hat angegeben, diese Strategie verfolgen zu wollen.

Was wird vom Bestellerprinzip erwartet?

Die Antwort auf diese Frage hängt vor allem davon ab, wen man fragt. Während seine Initiatoren vom politischen Erfolg des Bestellerprinzips überzeugt sind, äußern sich viele Immobilienexperten eher skeptisch. Die Branchenstudie von ImmobilienScout24, Immobilien Zeitung und Immo Media Consult hat 2.300 Immobilienmakler und gewerbliche Vermieter zum Thema befragt. Die Umfrage hat dem geplanten Gesetz von den Profis der Branche keine guten Noten attestiert. 85 Prozent der Befragten erwarten durch das Bestellerprinzip keine Entlastung für Mieter. Eine noch größere Mehrheit von 90 Prozent rechnet mit Versuchen, das Gesetz zu umgehen. Zwei Drittel der Befragten befürchtet, dass Makler für die Zusage einer Wohnung ihre Beauftragung durch den Mieter verlangen werden. Außerdem werden von der Mehrheit der Befragten verdeckte Provisionen und überhöhte Abstandszahlungen erwartet. 25 Prozent der Makler sehen gar ihre Existenz bedroht. Deshalb lehnen auch 74 Prozent der befragten Makler das Bestellerprinzip rundweg ab. Aber auch 56 Prozent der Vermieter aus der Umfrage halten nichts davon.

Die Zukunft mit dem Bestellerprinzip

60 Prozent der Vermieter äußern in der Umfrage, auch weiterhin mit Maklern zusammen arbeiten zu wollen. Die Gründe dafür geben 60 Prozent mit dem wertgeschätzten Service an, 55 Prozent möchten auf die Kenntnisse der Makler rund um den Vermietungsmarkt nicht verzichten. 46 Prozent nennen als Grund, dass eigene qualifizierte Mitarbeiter für die Aufgabe nicht zur Verfügung stünden. Nur 40 Prozent der Vermieter wollen nach der Einführung des Bestellerprinzips auf den Einsatz von Maklern verzichten. Eine Mehrheit von 58 Prozent aus dieser Gruppe gibt als Grund dafür die erhöhten Kosten an. Marc Stilke, der als CEO von ImmobilienScout24 an der Branchenstudie beteiligt war, schlussfolgert aus den Umfrageergebnissen die Bestätigung des Servicemaklers. Nach Stilkes Meinung steht bei den Vermietern vor allem die Serviceleistung der Makler im Vordergrund. Der Chefredakteur der Immobilien Zeitung Thomas Porten rechnet nach Einführung des Bestellerprinzips mit mehr Transparenz bei der Leistung. Vermieter würden die Makler dann zu einem klareren Nachweis ihrer Tätigkeiten zwingen. Porten sieht die Zukunft deshalb in den Händen jener Makler, die in der Lage sind, diesen Nachweis zu führen.

One Comment

  1. A-F-Immobilien 18. September 2014 10:15

    Der Sachkundenachweis ist längst überfällig. Wie können manche „Kollegen“ nur so rechts-unsicher arbeiten? Würde mich permanent nervös machen, nicht sicher zu sein, bei dem was ich tue…