Ökologie, Ökonomie und das nachhaltige Bauen — Studienergebnisse

23. April 2010
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Green Buildings, nachhaltiges Bauen — das war lange Zeit in erster Linie ein Thema für all diejenigen, denen das Wohl dieses Planeten besonders stark am Herzen liegt. Mehr und mehr entdecken aber auch Ökonomen, Bauherren und Investoren ihre Liebe zum nachhaltigen Bau, denn Investitionen scheinen sich zu lohnen. Bestätigt wird diese Ansicht jetzt von einer Studie. Sie wurde vom Analysehaus FondsMedia durchgeführt und von Hesse Newman Capital in Auftrag gegeben. Green Buildings — so die Studie — erzielen um bis zu 13,1 Prozent höhere Mieteinnahmen als andere Gebäude und steigen kontinuierlich im Wert.

Green Building — ökonomisch sinnvoll

Das sind nicht die einzigen Studienergebnisse, die Ökonomen aufhorchen lassen. Laut Studie lag die Auslastung der Green Buildings im Vergleich um bis zu 10,7 Prozent höher als bei herkömmlichen Immobilien. Der Verkaufspreis der Öko-Immobilien überstieg den von Standardimmobilien um bis zu zehn Prozent. Die Studie bezieht sich zudem auf US-amerikanische Studien-Ergebnisse: Die zeigen, dass Green Buildings im Vergleich zu konventionellen Bürogebäuden bis zu 33 Prozent in Bereichen wie Energie- und Wasserverbrauch sowie Abfallentsorgung einsparen. FondsMedia stellt deshalb die These auf, dass die Energieeffizienz von Gebäuden nicht nur ökologisch notwendig ist, sondern auch eine hohe Bedeutung in der Immobilienökonomie hat. Die Studienergebnisse sprechen jedenfalls dafür.

Was ist ein Green Building?

Bleibt die Frage: Was bedeutet Green Building eigentlich und welche Kriterien muss ein Bau erfüllen, um als nachhaltig gebautes Gebäude bezeichnet zu werden? Nach wie vor konkurrieren verschiedenste Gütesiegel international um Anerkennung und nutzen unterschiedliche Bewertungssysteme für die Nachhaltigkeit von Gebäuden. Wer tatsächlich wissen möchte, was das eine oder andere Green Building tatsächlich auszeichnet, darf daher nicht beim Blick auf Zertifikate stehen bleiben. Er wird intensiver schauen müssen, was die Bauherren für eine nachhaltige Bauweise getan haben und was nicht.

Ist das „warum?“ wirklich wichtig?

„Green“ ist in Mode und kaum ein innovatives großes Bauprojekt verzichtet heute darauf, mit ökologischer Verträglichkeit zu werben. Manch ein Ökologe mag es bedauern, dass in manchen Kreisen wirtschaftliche Faktoren der Nachhaltigkeit höher gewichtet werden als der Schutz des Planeten. Aber man sollte der Realität ins Auge sehen: Mal abgesehen von großen Gefühlen wie der Liebe taugt wohl kaum etwas derart gut als Motivation wie die Aussicht darauf, Geld zu verdienen. Und letztlich ist es vielleicht einfach unerheblich, mit welcher Motivation, Green Buildings gebaut werden? Hauptsache, sie werden gebaut? Es wäre vielleicht nicht die schlechteste Sichtweise.

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