Speicher 7 – Hotel und Award-Finalist aus Mannheim

5. August 2013
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Mehrere Jahre lang stand das aus den 50er Jahren stammende Speichergebäude im Mannheimer Hafen leer. Das war einmal. Wo einst Leerstand herrschte, ist durch Umbau und Umnutzung ein innovativer Bau mit Restaurant, Hotel und Büros entstanden, der auch modernen Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden genügt. Das Hotel im Speicher7 gehört jetzt zu den Finalisten in der Kategorie „Conversion of an Existing Non-Hotel Building to Hotel Use“ des „European Hotel Design Awards“. Verliehen wird der Preis am 19. November. Die Konkurrenz ist hart. Aber selbst, wenn der Preis dann nicht an den Speicher7 gehen sollte, ist alleine die Nominierung bereits ein toller Erfolg für das spannende Umnutzungsprojekt.

Der Getreidespeicher voll mit Leben

„Ein Getreidespeicher voll mit Leben“ ist der Satz, der die Philosophie des Hotels Speicher7 im ehemaligen Getreidespeicher auf der Hotelwebsite beschreibt. Der ehemalige Speicher stammt laut Onlineportal der Zeitung „Mannheimer Morgen“ aus dem Jahr 1957. Die Redakteurin des Mannheimer Morgens nannte den ehemaligen Notgetreidespeicher im März 2013 einen „historischen Betonklotz“. Das Gebäude stand seit den frühen 1980er Jahren leer, berichtet das Architekturbüro Schmucker und Partner planungsgesellschaft mbh, das für die Umnutzung verantwortlich zeichnet. Die Lage des Hotel ist günstig. Es befindet sich „in direkter Rheinuferlage zwischen Waldpark und Containerhafen an der Hauptanlegestelle der Flusskreuzfahrtschiffe, an der etwa 75.000 Touristen pro Jahr von Bord gehen“, schreibt das Architekturbüro. Es bezeichnet das Gebäude zudem als Wegmarke am Kreuzungspunkt zwischen den Hauptein- und Ausfallstraßen zur Pfalz auf der einen und der Zufahrt zum ICE-Knotenpunkt Mannheim-Hauptbahnhof auf der anderen Seite. Das Investitionsvolumen für das Projekt lag bei acht Millionen Euro. Bereits im Mai endeten die Baumaßnahmen erfolgreich und spektakulär. Graffitikünstler „Case“ Andreas von Chrzanowski und ein Team von drei Helfern sprühten mit insgesamt etwa 1.000 Spraydosen ein Riesengemälde auf die 700 m² große letzte freie Betonfassadenfläche.

Das Hotel im Speicher

Das jetzt zu den Finalisten bei den „European Hotel Design Awards“.gehörende Hotel bietet 20 Zimmer & Lounges, eine Bar im Foyer sowie eine Terrasse zum Rhein. Zusätzlich existiert ein Yoga- und Meditationsraum mit angeschlossenem Saunabereich. Bei der Umnutzung hat man – laut Website des Hotels – „großen Wert auf die Erhaltung der originalen Stilelemente des Gebäudes“ gelegt, damit der authentische Charme des Hafenspeichers wieder zum Vorschein kommt. Für eine hohe Energieeffizienz sorgen unter anderem eine mit 18 Zentimetern Wärmedämmung versehene hinterlüftete Fassade, dreifach isolierverglaste Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz sowie eine in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage. Sie versorgt die Wärmepumpe, die die Heiz- und Kühldecken, -wände und -böden temperiert, berichten die Architekten von Schmucker und Partner. „Der Speicher7 zeigt damit in überzeugender Art und Weise, dass sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und die Bewahrung historischer Architektur und industriellem Erbe nicht ausschließen müssen“, heißt es auf der Website des Architekturbüros weiter.

Das Magazin des Hafen Mannheims bezeichnet den Speicher 7 in der Ausgabe „Frühjahr 2013“ bereits als neues Wahrzeichen am Rheinufer. Neben dem Hotel gibt es im Gebäude das Restaurant Marly, das aus Ludwigshafen nach Mannheim in den Speicher7 gezogen ist. In den oberen Stockwerken (3 bis 6) gibt es frei aufteilbare Raumstrukturen von jeweils 500 m² , heißt es im Artikel des Hafenmagazins. Genutzt werden die Büroflächen im ehemaligen Speicher unter anderem von den Architekten selbst. Schmucker und Partner ist mit 60 Mitarbeitern ins oberste Stockwerk eingezogen.

Und nun … gibt es bald einen Preis?

Am 19. November werden die „European Hotel Design Awards“ vergeben. Dann wird sich entscheiden, ob der Speicher7 in der Kategorie „Conversion of an Existing Non-Hotel Building to Hotel Use“ zum Sieger gekürt wird oder nicht. Er konkurriert in der Kategorie mit vier anderen Hotelprojekten aus Amsterdam, Marseille, Selfoss (Island) und Wien.Die Preisverleihung ist der Messe und Konferenz Sleep 2013 vorgeschaltet, die vom 20. und dem 21. November 2013 in London stattfindet. Wir wünschen den Mannheimern an dieser Stelle einfach einmal viel Erfolg.

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