Zertifizierte Makler nach DIN EN 15733

5. September 2010
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Seit dem ersten April 2010 ist die DIN-Norm DIN EN 15733 auch in Deutschland in Kraft. Sie enthält Regeln für Immobilienmakler, ist allerdings nicht rechtlich verbindlich. Für einen Immobilienmakler ist die Einhaltung der Norm damit keine Pflicht, vielleicht aber bald ein relevantes Gütezeichen, das seine Leistungen von denen anderer Makler abhebt? Die erste Institution, die Zertifikate nach DIN EN 15733 an Immobilienmakler in Deutschland vergibt, ist die DIA Consulting AG aus Freiburg.

Die europäische Maklernorm

Braucht Europa eine Maklernorm? Man kann sicherlich lange über eine solche Frage streiten und Für und Wider abwägen. Gegner monieren vielleicht eine weitere Regulierung in einem Bereich, in dem aus ihrer Sicht gar keine Regulierung nötig ist. Befürworter sehen stattdessen die Chance, dem Beruf des Immobilienmaklers einheitliche europäische Qualitätsstandards zu geben, auf die sich Kunden verlassen können. Fakt ist: Die Maklernorm ist seit dem ersten April in Deutschland gültig, ohne dass Immobilienmakler an sie gebunden sind. Sie enthält beispielsweise Regeln zu den Qualifikationen von Einsteigern, zum Management bei Beschwerden und zu Versicherungsfragen. Ihre Grundlage ist die europäische Dienstleistungsrichtlinie. Mit der Norm soll mittelfristig auch eine Vergleichbarkeit von Maklerleistungen in den Ländern der Europäischen Union gewährleistet werden. Den nationalen Gesetzen ist sie allerdings untergeordnet, sodass sich dieses Ziel letztlich nur durch Initiativen der nationalen Gesetzgeber vollständig erreichen lässt.

DIAZert vergibt in Deutschland als erste Institution Zertifikate

Erste Zertifikate nach DIN EN 15733 vergibt jetzt die Zertifizierungsstelle DIAZert der Freiburger DIA Consulting AG an Immobilienmakler in Deutschland. DIAZert wurde von der Deutschen Gesellschaft für Akkreditierung (DGA) akkreditiert und beim Deutschen Akkreditierungsrat (DAR) registriert. Wer als Makler dort zertifiziert werden möchte, muss zunächst einen Antrag stellen und wird dann einer Prüfung unterzogen. Die Zertifikate werden zeitlich befristet vergeben, sodass Makler sich regelmäßig neu um ein Zertifikat bemühen müssen. Als zertifizierte Makler werden sie zudem stichprobenartig überprüft und müssen Fortbildungen nachweisen. Die Zertifikate von DIAZert gibt es in den Varianten „W“, „G“ und „A“. Während ein W-Zertifikat für Makler mit dem Schwerpunkt Wohnimmobilien vergeben wird, steht das „G“ für Gewerbe- und das „A“ für Anlageimmobilien. Makler können selbstverständlich auch zwei oder drei Varianten des Zertifikats erhalten, wenn sie unterschiedliche Immobilien vermitteln.

Setzt das Zertifikat sich durch?

Der Erfolg des Zertifikats wird wohl letztlich davon abhängen, inwieweit potenzielle Maklerkunden es als Qualitäts-Auszeichnung akzeptieren und inwieweit es ihre Maklerwahl beeinflusst. Dazu wird eine gute Öffentlichkeitsarbeit notwendig sein, um das Zertifikat als etwas Positives und als Auswahlkriterium in den Köpfen dieser potenziellen Kunden zu verankern. Sollte das nicht gelingen, dürfte für viele Makler der Sinn einer Zertifizierung fehlen. Zudem bleibt abzuwarten, ob es weitere Zertifizierungsstellen geben wird und ob es ein Wettkampf der Zertifikate in der Immobilienmakler-Branche geben wird.

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