{"id":1095,"date":"2012-01-07T11:50:46","date_gmt":"2012-01-07T11:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1095"},"modified":"2020-11-19T08:21:11","modified_gmt":"2020-11-19T08:21:11","slug":"dessau-roslau-eine-stadt-sucht-ihre-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/dessau-roslau-eine-stadt-sucht-ihre-zukunft","title":{"rendered":"Dessau-Ro\u00dflau \u2013 eine Stadt sucht ihre Zukunft"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die als Wohnort begehrteste Stadt Deutschlands ist Dessau-Ro\u00dflau in <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-sachsen-anhalt\">Sachsen-Anhalt<\/a> derzeit wohl eher nicht. Die Zahl ihrer Einwohner sinkt tendenziell seit 1991. Solch eine Entwicklung teilt sie mit einer ganzen Reihe von St\u00e4dten und so ist ihr Kampf um eine attraktive Zukunft ein Beispiel von vielen. Neue Attraktivit\u00e4t verspricht sich die Stadt einerseits vom Konzept einer in die Stadt hineinwachsenden Landschaft. Andererseits sollen urbane Kerne und eine wiederbelebte Innenstadt f\u00fcr neuen Aufschwung sorgen. Hilfe erh\u00e4lt Dessau-Ro\u00dflau aktuell vom Bundesministerium f\u00fcr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das insgesamt 1,9 Millionen Euro auf acht Modellst\u00e4dte aufteilt. Mit dem Geld lassen sich beispielsweise Pl\u00e4ne f\u00fcr ungenutzte Fl\u00e4chen und leer stehende Geb\u00e4ude in Dessau-Ro\u00dflaus Langer Gasse im Innenstadt-Bereich umsetzen. Und das w\u00e4re dann m\u00f6glicherweise ein weiterer Schritt in die langfristige \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der Stadt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Dessau-Ro\u00dflau &#8211; eine schrumpfende Stadt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Laut Statistischem Landesamt von Sachsen-Anhalt lebten 1991 insgesamt 95.667 Einwohner in Dessau, das damals 127 Quadratkilometer umfasste. Seit 2007 hei\u00dft die Stadt Dessau-Rosslau, weil Dessau und Ro\u00dflau fusionierten. Seither hat Dessau-Ro\u00dflau eine Gr\u00f6\u00dfe von 245 Quadratkilometer. Dennoch sank die Einwohnerzahl bis Ende 2010 auf 86.906. Eigene Berechnungen der Stadt kommen auf leicht ver\u00e4nderte Werte, zeigen aber denselben Trend: F\u00fcr Juni 2011 verzeichnete Dessau-Ro\u00dflau f\u00fcr sich 86.232 Einwohner und damit abermals ein R\u00fcckgang. Diese Entwicklung zwingt die Stadt zum Handeln, um Wege in eine bessere Zukunft zu finden, die zumindest den verbleibenden Menschen ein attraktives Umfeld bietet.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Ein Leitbild f\u00fcr den Stadtumbau<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">In ihrem Leitbild hat sich die Stadt Priorit\u00e4ten \u201ef\u00fcr eine prosperierende Wirtschaft, attraktive Wohnstandorte und lebendige Orte des t\u00e4glichen Miteinanders\u201c gesetzt. Ein dazu passendes Ziel im Bereich Wirtschaft ist die Profilierung als \u201ezukunfts- und wettbewerbsf\u00e4higer Wirtschaftsstandort in der Metropolregion Mitteldeutschland\u201c, wof\u00fcr die Stadt auf \u201edie Branchenkompetenzen aus unternehmensnahen Dienstleistungen, Biopharmaindustrie, \u00f6ffentlichen Unternehmen, kreativen T\u00e4tigkeiten und dem Gesundheitswesen\u201c setzt. Im Bereich \u201eWohnen\u201c m\u00f6chte sie zeitgem\u00e4\u00dfe Wohnangebote f\u00fcr unterschiedliche Nutzergruppen schaffen und das Wohnumfeld entsprechend gestalten. Beim Stadtumbau allgemein soll das Stadtumbauleitbild \u201eUrbane Kerne und landschaftliche Zonen\u201c weitergef\u00fchrt werden, mit dem das Schrumpfen als Chance genutzt wird.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Landschaftliche Zonen in der Stadt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Teile zuvor ungenutzter Stadtfl\u00e4che werden in Dessau-Ro\u00dflau genutzt, um Landschaft in die Stadt hineinwachsen zu lassen. Vorbild dieser Landschaft ist das Gartenreich Dessau-W\u00f6rlitz mit seinen weiten Wiesen und Blickfeldern wie Eichengruppen und Denkm\u00e4lern. Verbunden mit dem Konzept soll ein Blickwechsel sein: weg vom Blick auf das, was durch das Schrumpfen der Stadt verloren geht, und hin zu dem, was gewonnen wird, auf eine attraktive Einheit aus Stadt und Natur. Seit 2004 existiert die von der Stadt Dessau und der Stiftung Bauhaus ins Leben gerufene Planungswerkstatt, die alle vom Stadtumbau betroffenen Gruppen an einem Tisch bringt. B\u00fcrger gestalten mittlerweile etwa Teile der Landschaft in Form von Claims selbst. Insgesamt neunzehn solcher Claims, die jeweils 400 m\u00b2 gro\u00df sind, waren 2010 nach Ideen von B\u00fcrgern umgestaltet worden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die urbanen Kerne<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Neben der in die Stadt wachsenden Landschaft stehen die urbanen Kerne im Mittelpunkt des Leitbilds. Es sind die lebensf\u00e4higen Bereiche der Stadt im engeren Sinn: der bebauten Fl\u00e4che. Jeder einzelne dieser Kerne soll im Rahmen des Stadtumbaus individuell betrachtet und gestaltet werden. Kleinteilig und in \u00fcberschaubaren Dimensionen denken, hei\u00dft das Grundprinzip. Zugleich sollen sich all diese definierten Kerne aufeinander beziehen, ineinander greifen und gemeinsam mit der Innenstadt als Anker ein lebensf\u00e4higes System bilden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Was wird aus der Langen Gasse?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Um solch einen Anker zu bilden, muss auch in der Innenstadt von Dessau-Ro\u00dflau noch einiges geschehen. Ein zentrales Projekt ist dabei das Quartier \u201eLange Gasse\u201c mit dem ehemaligen Gel\u00e4nde der Schade-Brauerei. Es wird beispielsweise als Modellvorhaben auf den Internetseiten des Bundesinstituts f\u00fcr Bau-, Stadt- und Raumordnung (BBSR) vorgestellt. Das Gesamtareal umfasst 16.000 m\u00b2, von denen das Gel\u00e4nde der Brauerei 7.000 m\u00b2 ausmacht. Geplant ist eine Mischnutzung. Die Leiterin des Amtes f\u00fcr Stadtentwicklung, Christine Jahn, kann sich dabei einen \u201eMix aus Wohnungen, Einzelhandelsfl\u00e4chen und Dienstleistungsbereich\u201c vorstellen, schrieb die Mitteldeutsche Zeitung Mitte Dezember 2011. Da kommt das Geld vom Bund wohl gerade richtig. 190.000 Euro der insgesamt 1,9 Millionen Euro des Bundes flie\u00dfen nach Dessau-Ro\u00dflau, sodass die Stadt mitsamt Eigenmitteln 254.000 Euro ausgeben kann, hei\u00dft es in der Mitteldeutschen Zeitung weiter.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Viele einzelne Schritte f\u00fchren zum Ziel<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Es tut sich also etwas in Dessau-Ro\u00dflau und die Ans\u00e4tze klingen interessant und gut. Dass die Stadt auf einem sicheren Weg in eine f\u00fcr die Bewohner attraktive Zukunft ist, kann wohl dennoch niemand mit Gewissheit sagen. Das gilt f\u00fcr Dessau-Ro\u00dflau wie f\u00fcr alle anderen St\u00e4dte, die bei sinkenden Einwohnerzahlen Chancen suchen. Kann Dessau-Ro\u00dflau ein Vorbild f\u00fcr andere St\u00e4dte sein? Vielleicht aufgrund seiner agilen Versuche, Stadtumbau kreativ, planvoll und mit B\u00fcrgerbeteiligung zu realisieren, f\u00fcr all diejenigen, die bisher weniger Agilit\u00e4t zeigen. Dar\u00fcber hinaus sind allerdings wohl auch die aktuellen Herausforderungen schrumpfender St\u00e4dte zu unterschiedlich, um Konzepte einfach zu \u00fcbernehmen. In jedem Fall gilt jedoch: Es sind viele kleine Schritte n\u00f6tig, die einem Plan folgen, ohne dabei die Sicherheit zu haben, angestrebte Ziele auf jeden Fall zu erreichen. Aber der Versuch ist es wert. Und wenn gute Konzepte hinter dem Versuch stehen, sind die Erfolgsaussichten auch gar nicht einmal schlecht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die als Wohnort begehrteste Stadt Deutschlands ist Dessau-Ro\u00dflau in Sachsen-Anhalt derzeit wohl eher nicht. Die Zahl ihrer Einwohner sinkt tendenziell seit 1991. Solch eine Entwicklung teilt sie mit einer ganzen Reihe von St\u00e4dten und so ist ihr Kampf um eine attraktive Zukunft ein Beispiel von vielen. 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