{"id":1276,"date":"2012-05-29T07:27:41","date_gmt":"2012-05-29T07:27:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1276"},"modified":"2020-11-18T18:14:49","modified_gmt":"2020-11-18T18:14:49","slug":"mieter-aufgepasst-in-stasfurt-ist-miete-besonders-gunstig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/mieter-aufgepasst-in-stasfurt-ist-miete-besonders-gunstig","title":{"rendered":"Mieter aufgepasst! In Sta\u00dffurt ist Miete besonders g\u00fcnstig."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wundert sich noch irgendwer, dass M\u00fcnchen im aktuellen F+B-Wohn-Index Deutschland f\u00fcr das erste Quartal 2012 bei den Neuvertragsmieten teuerster Standort Deutschlands ist? F\u00fcr zehn Jahre alte und 75 m\u00b2 gro\u00dfe Wohnungen zahlt man dort durchschnittlich 12,10 Euro pro m\u00b2. Nein, das verwundert wohl die wenigsten. Interessanter ist deshalb eventuell einmal ein Blick auf das andere Ende der Skala. Hier liegt <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-stassfurt\">Sta\u00dffurt<\/a> auf Rang 504 der 504 deutschen St\u00e4dte mit \u00fcber 25.000 Einwohnern. Durchschnittlich 4,10 Euro zahlt man in Sta\u00dffurt als Mieter f\u00fcr den Quadratmeter. Was ist das f\u00fcr ein Ort, an dem man als Mieter so preisg\u00fcnstig wohnt?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein Vergleich der Extreme<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Unterschiede zwischen M\u00fcnchen und Sta\u00dffurt sind extrem. Rechnet man den durchschnittlichen Quadratmeter-Mietpreis M\u00fcnchens von 12,10 Euro einmal auf 75 Quadratmeter um, ergibt sich ein Wert von 907,5 Euro. In Sta\u00dffurt kommt man dagegen nur auf 307,50 Euro. Das mag einerseits daran liegen, dass man Sta\u00dffurt selbst bei Wohlwollen nicht als Metropole bezeichnen kann. Aber auch im Vergleich zu anderen kleinen St\u00e4dten ist Sta\u00dffurt preisg\u00fcnstig. Warum? Widmen wir uns zun\u00e4chst den Fakten: Sta\u00dffurt liegt im Salzlandkreis von Sachsen-Anhalt und hat etwa 29.000 Einwohner. Angrenzende St\u00e4dte sind Aschersleben, Bernburg und Sch\u00f6nebeck, Magdeburg ist etwa vierzig und Halle an der Saale etwa achtzig Kilometer entfernt. Sta\u00dffurt ist ein Beispiel f\u00fcr jene St\u00e4dte, die mit Bev\u00f6lkerungsschwund zu k\u00e4mpfen haben und war eins der Themen bei der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt im Jahr 2010.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Bev\u00f6lkerungsschwund und niedrige Mietpreise<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das mittlerweile aufgel\u00f6ste IBA-B\u00fcro GbR als Initiator der Ausstellung berichtet von 41.325 Einwohnern der Stadt im Jahr 1989. Ehemalige DDR-Betriebe in der Fernsehtechnik und im Chemieanlagenbau seien in der Folgezeit geschlossen oder rapide verkleinert worden und vor allem junge Leute w\u00fcrden Sta\u00dffurt verlassen, hei\u00dft es. Das verwundert angesichts einer Arbeitslosenquote im April 2012 von 13,4 Prozent nur wenig (Bundesdurchschnitt: 7 Prozent). Glaubt man den 2011 in Sta\u00dffurt pr\u00e4sentierten Zahlen der Sachsen-Anhaltinischen Landesentwicklungsgesellschaft (Saleg), wird sich die Bev\u00f6lkerung der Kernstadt Sta\u00dffurt (ohne Ortsteile) weiter reduzieren. Eine optimistische Prognose geht von einem R\u00fcckgang von 13 Prozent bis 2025 aus, w\u00e4hrend die pessimistische Variante bis zu 42 Prozent prognostiziert, ausgehend vom Stand 2008. Wo Menschen abwandern, sinkt die Nachfrage nach Wohnraum und die Attraktivit\u00e4t des Standorts f\u00fcr Einzelh\u00e4ndler sinkt. So etwas wird schnell in Mietpreisen erkennbar. Sta\u00dffurt selbst gibt als Spanne bei Mieten f\u00fcr Wohnraum laut \u201eGrundst\u00fccksmarktbericht Sachsen-Anhalt 2012\u201c\u00a0 zwei bis sieben Euro pro m\u00b2\u201c an. F\u00fcr B\u00fcrofl\u00e4chen seien drei bis sieben Euro pro m\u00b2 zu zahlen. Ladenfl\u00e4chen bis 100 m\u00b2 kosten in Sta\u00dffurt zur Miete vier bis drei\u00dfig, Ladenfl\u00e4chen ab 100 m\u00b2 zwei bis zwanzig Euro pro m\u00b2.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Sta\u00dffurts Kampf um die Zukunft<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sta\u00dffurt muss k\u00e4mpfen, um sich seine Zukunft zu sichern. Einerseits hat es Eingemeindungen gegeben, die den Bev\u00f6lkerungsschwund zumindest verlangsamt haben. 2009 wurde etwa die Gemeinde F\u00f6rderstadt eingemeindet, die zuvor selbst Gemeinden wie Atzendorf oder Brumby geschluckt hat. Zugleich bem\u00fcht sich Sta\u00dffurt um neue wirtschaftliche Impulse. Zwischen 2008 und 2011 seien in Sta\u00dffurt mit Hilfe von F\u00f6rderungen 28 Firmen angesiedelt oder erweitert worden, wobei das gesamte Investitionsvolumen 36,9 Millionen Euro betragen habe. Mit dieser Aussage wird Sta\u00dffurts Wirtschaftsf\u00f6rderer Christian Sch\u00fcler in der Zeitung \u201eVolksstimme\u201c vom 24. Mai 2012 zitiert. 147 Arbeitspl\u00e4tze wurden geschaffen, weitere 1234 gesichert, f\u00e4hrt er fort. Das klingt gut. Aber ist es gut genug?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Mieter, auf nach Sta\u00dffurt?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Preisg\u00fcnstiger als in Sta\u00dffurt scheint man in Deutschland derzeit nicht zur Miete wohnen zu k\u00f6nnen. Wer wenig an einen bestimmten Standort gebunden ist, k\u00f6nnte daher durchaus \u00fcberlegen, ob nicht ein Standortwechsel die Mietkosten deutlich reduziert. Sta\u00dffurt w\u00e4re da ein m\u00f6gliches Ziel und w\u00fcrde sich mit Sicherheit \u00fcber Zuwachs freuen. Allerdings bleibt der Stadt viel zu tun, um Neub\u00fcrgern ebenso wie Alteingesessenen berufliche Chancen und damit wirtschaftliche Perspektiven zu bieten. Wer hier Arbeit findet, hat dank niedriger Mietpreise mehr von seinem Geld. Aber man muss erst einmal Arbeit finden, ohne dass der Weg zum Arbeitsplatz zur t\u00e4glichen Odyssee wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wundert sich noch irgendwer, dass M\u00fcnchen im aktuellen F+B-Wohn-Index Deutschland f\u00fcr das erste Quartal 2012 bei den Neuvertragsmieten teuerster Standort Deutschlands ist? F\u00fcr zehn Jahre alte und 75 m\u00b2 gro\u00dfe Wohnungen zahlt man dort durchschnittlich 12,10 Euro pro m\u00b2. Nein, das verwundert wohl die wenigsten. 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