{"id":1314,"date":"2012-07-01T08:34:09","date_gmt":"2012-07-01T08:34:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1314"},"modified":"2020-11-18T17:48:45","modified_gmt":"2020-11-18T17:48:45","slug":"eurohypo-ein-blick-zuruck-einer-nach-vorne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/eurohypo-ein-blick-zuruck-einer-nach-vorne","title":{"rendered":"Eurohypo \u2013 ein Blick zur\u00fcck, einer nach vorne!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Wer in den letzten zw\u00f6lf Monaten die Nachrichten zur Eurohypo verfolgt hat, wird wohl irgendwann etwas verwirrt gewesen sein. Allzu unterschiedlich waren die Inhalte. Nun aber scheint Klarheit zu herrschen. Es wird keine neue Sparte &#8222;Real Estate and Ship Finance&#8220; der Commerzbank geben. Und die Eurohypo erwartet wohl die Abwicklung ohne einen bei der Commerzbank verbleibenden Rumpf. Blickt man zur\u00fcck, sieht man viel Hoffnung. Blickt man nach vorne, zumindest die Hoffnung der Commerzbank auf ges\u00fcndere Strukturen, aber auch Sorge. Wohin steuert die Finanzierung gewerblicher Immobilienprojekte?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Der Blick zur\u00fcck<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Drei T\u00f6chter gro\u00dfer Eltern bildeten 2002 die Wurzeln der heutigen Eurohypo: die damalige Eurohypo der Deutschen Bank, die Deutsche Hyp der Dresdner Bank und die Rheinhyp der Commerzbank. Etwas mehr als drei Jahre sp\u00e4ter nutzte die Commerzbank dann ein ihr zustehendes Vorkaufsrecht und machte die neue Eurohypo zu einer 100-prozentigen Commerzbank-Tochter. Der Schachzug wurde damals teils als kluge Strategie gefeiert, mit der sich die Commerzbank durch Vergr\u00f6\u00dferung vor einer m\u00f6glichen \u00dcbernahme sch\u00fctzt. Und auch die Bilanz der Eurohypo deutete auf ein m\u00f6gliches Erfolgsgesch\u00e4ft hin. \u201eEurohypo schlie\u00dft das letzte Jahr in Unabh\u00e4ngigkeit gut ab\u201c titelte etwa das Handelsblatt am 20. Februar 2006 zur Bilanz 2005. Beim Gewinn vor Steuern gab es damals ein Plus von 2,9 Prozent auf 629 Millionen Euro. Das Neugesch\u00e4ft hatte sich mehr als verdoppelt und erreichte 61,9 Milliarden Euro. Das Immobiliengesch\u00e4ft hatte daran mit 31,2 Milliarden Euro einen Anteil von etwa f\u00fcnfzig Prozent und es verzeichnete ein Wachstum von achtzig Prozent. Das alles war vor der Immobilienkrise.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die Eurohypo und die Krisen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Eurohypo verbriefte Immobilienkredite in gro\u00dfem Stil und das ging gut, bis die Subprimekrise in den USA und ihre Folgen kamen und das Wort \u201eImmobilienkredit\u201c Angstschwei\u00df auf die Stirn vieler Investoren trieb. Verbriefte Immobilienkredite wurden zu Ladenh\u00fctern. In den Strudel der Krise geriet auch die Commerzbank. 2009 erhielt sie von Deutschland 18,2 Milliarden Euro Staatshilfe. Die Europ\u00e4ische Kommission gab ihren Segen damals nur mit der Auflage, dass sich die Commerzbank bis Ende 2014 von der Eurohypo trennt. Ihr Verkauf erwies sich in der Folgezeit jedoch als Unm\u00f6glichkeit. Dazu trug auch die europ\u00e4ische Schuldenkrise bei. Die Eurohypo geh\u00f6rt zur Commerzbank Sparte Asset Based Finance (ABF), die im ersten Quartal 2012 einen Verlust von 425 Millionen Euro auswies. Einer der Gr\u00fcnde: Die Commerzbank hatte griechische Staatsanleihen verkauft, unabh\u00e4ngig von der Frage, wie viel Verlust dadurch entsteht. Die Angst \u00fcberwog. Zu jenem Zeitpunkt hatte das Staatsanleihen-Portfolio noch einen Umfang von 82 Milliarden Euro im Vergleich zu 104 zum Vorjahreszeitpunkt. Der Wert der Staatsanleihen der f\u00fcnf europ\u00e4ischen L\u00e4nder mit der problematischsten Schulden-Situation (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) erreichte damals 12,1 Milliarden Euro, schrieb das \u00f6sterreichische WirtschaftsBlatt am 9. Mai 2012. Noch so ein Grund, warum der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo zur Last wurde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Das Aus und der Blick nach vorne<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Im M\u00e4rz 2012 wurde bekannt, dass die Europ\u00e4ische Kommission der Commerzbank die Abwicklung der Eurohypo erlaubt. Damals schien es so, als w\u00fcrde die Eurohypo vom Markt verschwinden, dass aber Teile von ihr in die neue Commerzbank-Sparte &#8222;Real Estate and Ship Finance&#8220; integriert w\u00fcrden. Genau das wird jetzt jedoch nicht passieren. Man habe alle Gesch\u00e4ftsbereiche gepr\u00fcft; sowohl die gewerbliche Immobilienfinanzierung als auch die Schiffsbank seien nicht mehr rentabel, soll Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing gesagt haben. Die Ursachen daf\u00fcr seien steigende Liquidit\u00e4tsanforderungen und die hohe Kapitalbindung. Die Folge: &#8222;Real Estate and Ship Finance&#8220; bleibt Fiktion. Nun wird die Eurohypo wohl erst einmal umbenannt und hei\u00dft ab Ende August Hypothekenbank Frankfurt AG.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Man hatte Zeit&#8230;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Man hatte Zeit, sich an eine Finanzierung gewerblicher Immobilien ohne die Eurohypo zu gew\u00f6hnen. Schlie\u00dflich ist das Neukundengesch\u00e4ft des einstmaligen deutschen Marktf\u00fchrers auf diesem Gebiet bereits seit einer Weile eingefroren. Zum Teil sind Versicherer in L\u00fccken vorgedrungen, die vorsichtige Banken oder gefesselte Banken bei der gewerblichen Immobilienfinanzierung entstehen lie\u00dfen. Dennoch ist ein komplettes\u201c Aus\u201c ein Zeitpunkt, etwas innezuhalten, zur\u00fcck und dann nach vorne zu blicken. Ein Finanzierer weniger. Wie entwickelt sich die gewerbliche Immobilienfinanzierung in Deutschland? Was kommt: nichts Dramatisches oder doch die Kreditklemme? Im Moment kann man wohl erst einmal nur festhalten: Das Leben geht immer irgendwie weiter, auch auf Immobilienm\u00e4rkten. Selbst wenn einstmals Gro\u00dfe bald nur noch in B\u00fcchern zur Wirtschaftsgeschichte auftauchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in den letzten zw\u00f6lf Monaten die Nachrichten zur Eurohypo verfolgt hat, wird wohl irgendwann etwas verwirrt gewesen sein. Allzu unterschiedlich waren die Inhalte. Nun aber scheint Klarheit zu herrschen. 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