{"id":1329,"date":"2012-07-22T18:47:10","date_gmt":"2012-07-22T18:47:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1329"},"modified":"2020-11-18T17:44:49","modified_gmt":"2020-11-18T17:44:49","slug":"ein-kolner-wohnungs-neubau-und-die-angst-vor-dem-blei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/ein-kolner-wohnungs-neubau-und-die-angst-vor-dem-blei","title":{"rendered":"Ein K\u00f6lner Wohnungs-Neubau und die Angst vor dem Blei"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Aktuell wird gebaggert. Der Baugrund auf dem sogenannten Millionenacker in K\u00f6ln-Ostheim wird f\u00fcr den Wohnungsbau vorbereitet. <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-koeln\">K\u00f6lns<\/a> gr\u00f6\u00dftes Immobilienunternehmen, die GAG Immobilien AG, wird hier wohl im September mit dem Bau von 450 Mietwohnungen und 240 Einfamilienh\u00e4usern beginnen und daf\u00fcr laut eigener Aussage etwa 80 Millionen Euro ausgeben. \u201eWaldbadviertel\u201c wird das neue Stadtquartier K\u00f6lns hei\u00dfen, in dem ab 2017 voraussichtlich etwa 1.500 Menschen leben. Nicht jeder sieht den Standort allerdings unproblematisch. Nachbar des kommenden Stadtquartiers ist ein ehemaliger Tontauben-Schie\u00dfplatz, in dessen Boden sich einiges an Blei befinden soll.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Eine L\u00f6sung f\u00fcr den Millionenacker<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMillionenacker\u201c hei\u00dft das etwa 145.000 m\u00b2 gro\u00dfe Areal am Langendahlweg in K\u00f6ln-Ostheim, auf dem die Waldbadsiedlung gebaut werden soll. Es tr\u00e4gt seinen Namen, weil es die Stadt K\u00f6ln im Laufe der Jahre Millionen Euro gekostet hat. 1966 wurde ein Erbpachtvertrag zwischen dem damaligen Besitzer des Grundst\u00fccks und der Stadt geschlossen. K\u00f6ln plante damals unter anderem ein neu gebautes Krankenhaus, das dem evangelischen Krankenhaus im Stadtteil Kalk ein neues Zuhause bieten sollte. Aber alle Pl\u00e4ne rund um das Areal scheiterten. Das bedeutete: Die Stadt sa\u00df auf einem Grundst\u00fcck, mit dem sie nichts anfangen konnte und soll letztlich daf\u00fcr etwa 17 Millionen Euro ausgegeben haben. Mittlerweile zahlt die GAG die Erbpacht. Und die wird jetzt bauen. Geplant ist ein gr\u00fcnes Stadtviertel mit einem \u00f6ffentlichen Gr\u00fcnsteifen, G\u00e4rten f\u00fcr die Einfamilien- und die Erdgeschoss-Wohnungen der Mehrfamilienh\u00e4user. Bis hierhin klingt alles gut!<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Zuviel Blei f\u00fcr Naherholung?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Probleme k\u00f6nnten sich durch den benachbarten ehemaligen Tontauben-Schie\u00dfplatz ergeben, der auch der Naherholung der kommenden Viertelbewohner dienen soll. Die Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe des neuen Viertels wird durch das Grundst\u00fcck des ehemaligen Schie\u00dfplatzes f\u00fchren. Betrieben wurde der Platz in den Jahren 1955 bis 2008 vom Verein zur F\u00f6rderung des jagdlichen und sportlichen Schie\u00dfens e.V. und angeblich wurde hier bis 2006 mit Bleischrot geschossen. Einen ausf\u00fchrlichen Artikel zum Thema lieferte etwa die K\u00f6lner Internet-Zeitung Report-K.de. Sie bezieht sich dabei unter anderem auf Analysewerte, die sich aus der Untersuchung von zwei Bodenproben durch ein unabh\u00e4ngiges Institut ergaben: eine aus der Niederschlagzone der Tontauben, eine zweite aus der Haupt-Niederschlagzone der Bleischrote. Laut Report-K ergaben sich in der Tontauben-Niederschlagzone 8.630 Milligramm Blei pro Kilogramm Boden und in der Haupt-Niederschlagszone der Bleischrote 15.200 Milligramm. Im Bundesboden-Gesetz sind f\u00fcr Park- und Freizeitanlagen maximal 1.000 Milligramm festgelegt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Reichen die Reaktionen?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die GAG hat nach eigenen Angaben reagiert. Als vorl\u00e4ufige L\u00f6sung seien im Bereich der kommenden Erschlie\u00dfungsstra\u00dfe zehn bis zwanzig Zentimeter Erde abgetragen worden, hei\u00dft es in einem Artikel der K\u00f6lnischen Rundschau. Zudem seien Randwellen aus Erde aufgeh\u00e4uft worden, um eine Ausbreitung des Bleis zu verhindern. \u00dcber eine m\u00f6gliche Gef\u00e4hrdung kommender Einwohner des Waldbadviertels wird noch gestritten. Fakt ist wohl, dass die Kenntnis von Altlasten im Boden der ehemaligen Schie\u00dfanlage zumindest bei der bereits bestehenden Bev\u00f6lkerung ausreicht, um f\u00fcr Unruhe zu sorgen. Sie sollen teils selbst aktiv geworden sein, h\u00e4tten Bodenproben entnommen und zur Untersuchung weitergereicht.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein Stolperstein f\u00fcrs Projekt?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Altlasten sind nat\u00fcrlich kein reines K\u00f6lner Ph\u00e4nomen. Aber vielleicht h\u00e4tte man gerade deshalb in K\u00f6ln noch anders mit dem m\u00f6glichen Problem umgehen m\u00fcssen, als man es getan hat? Dass es auf ehemaligen Schie\u00dfpl\u00e4tzen Altlasten-Probleme geben kann, ist keine neue Erkenntnis. M\u00f6glicherweise hat bei der Stadt einfach die Freude \u00fcberwogen, dass man f\u00fcr den Millionenacker endlich eine L\u00f6sung gefunden hat. Zudem braucht K\u00f6ln Wohnraum und Projekte wie die Waldbadsiedlung kommen da genau richtig. Hat man da ein m\u00f6gliches Problem ignoriert? Ob die Waldbadsiedlung nun problemlos und ohne Verz\u00f6gerungen fortgef\u00fchrt und zu Ende gebracht werden kann, ist keinesfalls sicher. Das wird die Zeit zeigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuell wird gebaggert. Der Baugrund auf dem sogenannten Millionenacker in K\u00f6ln-Ostheim wird f\u00fcr den Wohnungsbau vorbereitet. 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