{"id":1371,"date":"2012-08-28T05:36:16","date_gmt":"2012-08-28T05:36:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1371"},"modified":"2020-11-18T17:21:56","modified_gmt":"2020-11-18T17:21:56","slug":"weil-am-rhein-das-ewige-fur-und-wider-bei-shoppingcentern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/weil-am-rhein-das-ewige-fur-und-wider-bei-shoppingcentern","title":{"rendered":"Weil am Rhein \u2013 das ewige F\u00fcr und Wider bei Shoppingcentern"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Geplante Shoppingcenter sind ja immer wieder einmal ein beliebtes Thema. Warum? Weil sie h\u00e4ufig f\u00fcr soviel spannenden Konfliktstoff sorgen wie etwa in den letzten Jahren in <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-weil-am-rhein\">Weil am Rhein<\/a>. Hier sollte ein neues Center gebaut werden. Dann gab es einen B\u00fcrgerentscheid, das Projekt wurde gestoppt und nun gibt es einen zweiten Anlauf mit einer etwas kleineren Center-Variante. Geschichten rund um Centerprojekte scheinen sich h\u00e4ufig zu wiederholen. Sie sind gepr\u00e4gt vom Streit zwischen deren, die Einkaufscentern auch f\u00fcr etablierte H\u00e4ndler in Innenst\u00e4dten eine Magnetwirkung nachsagen, und denen, die f\u00fcr den etablierten Handel in der City abgezogene Kaufkraft f\u00fcrchten. Endg\u00fcltig entschieden wird dieser Streit wohl nie.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die Einkaufscenter-Geschichte von Weil am Rhein<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Das Aus f\u00fcrs geplante Westend in Weil am Rhein kam im Juli 2011. In einem B\u00fcrgerentscheid entschied sich die Mehrheit der teilnehmenden B\u00fcrger der Stadt gegen das vom Unternehmen <a href=\"http:\/\/www.mab.com\/de\/\">MAB Development<\/a> geplante Projekt. MAB hatte unter dem Namen \u201eWestend\u201c ein etwa 25.000 m\u00b2 gro\u00dfes Center an der sogenannten Hangkante am Bahnhof von Weil am Rhein geplant und der Stadtrat hatte dem Projekt mit gro\u00dfer Mehrheit zugestimmt. Schaut man sich die Wurzeln des damals gekippten Projekts an, trifft man auf ein anderes gro\u00dfes Unternehmen im Einkaufscenter-Bau: die mfi. Sie hatte damals den Bau eines neuen Einkaufscenters in Weil am Rhein angeregt. Dann kam jedoch die Ausschreibung des Projekts und die MAB machte das Rennen&#8230; bis zum Juli 2011.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stadt f\u00fcrchtete nach dem Aus f\u00fcrs Westend, man habe potenzielle Investoren nun endg\u00fcltig abgeschreckt, schrieb die Badische Zeitung im August 2012. Dem war jedoch nicht so. F\u00fcr einen neuen Anlauf an der Hangkante haben sich mfi und MAB nun verb\u00fcndet und Weil am Rhein Pl\u00e4ne f\u00fcr ein verkleinertes Einkaufscenter mit etwa 20.000 m\u00b2 Verkaufsfl\u00e4che am Standort vorgestellt. Dieses Mal w\u00fcrde die Investorenseite aber gerne fr\u00fchzeitig auf B\u00fcrgerbeteiligung setzen, um m\u00f6glichen Widerstand zu begrenzen oder gar zu verhindern. Zugleich \u2013 so hei\u00dft es in der Badischen Zeitung \u2013 w\u00e4ren die Investoren bereit, sich finanziell an der Verl\u00e4ngerung einer Stra\u00dfenbahnlinie in die Innenstadt von Weil am Rhein zu beteiligen. Diese Tram-Verl\u00e4ngerung ist ein f\u00fcr die Stadt wichtiges Projekt, um die Innenstadt zu st\u00e4rken. Nur gemeinsam k\u00f6nnen das neue Center und die Innenstadt sich als attraktiver Einzelhandelsstandort etablieren, scheint das Credo zu lauten. Mittlerweile ist es offenbar so, als habe der Vorsto\u00df von mfi und MAB auch weitere Investoren angelockt, die daran interessiert sind, das neue Einkaufscenter zu bauen. Da sich allerdings einige f\u00fcrs Projekt wichtige Grundst\u00fccke in den H\u00e4nden der Kooperation mfi\/MAB befinden, d\u00fcrften sie es relativ schwer haben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Das ewige F\u00fcr und Wider<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Weil am Rhein liegt an einem interessanten Standort im Dreil\u00e4ndereck Deutschland, Schweiz und Frankreich. Zu den Nachbargemeinden geh\u00f6ren die franz\u00f6sischen Gemeinden Village-Neuf und Huningue sowie Riehen und die gro\u00dfe Stadt Basel in der Schweiz. Als Projektentwickler mit Einkaufscenter-Pl\u00e4nen kann man deshalb durchaus auf Einkaufstourismus aus dem Ausland hoffen. Man muss sich umgekehrt aber auch der Konkurrenz ausl\u00e4ndischer Einkaufscenter stellen. Das zeigt einmal mehr, dass jedes geplante Einkaufscenter in eine einmalige Lage hineinwachsen soll, die beim Streit um ein F\u00fcr oder Wider nur bedingt pauschale Argumente zul\u00e4sst. Andererseits sind die Argumente dann doch immer \u00e4hnlich: Die einen sehen das geplante Projekt als Magnet, das Kaufkraft auf eine Weise bindet, die auch dem bereits bestehenden Handel zugute kommt. Die anderen f\u00fcrchten L\u00e4rm durch mehr Verkehr und sie f\u00fcrchten, das bisweilen eine Gemeinsamkeit von neuem Center und altem etablierten Handel verherrlicht wird, die sp\u00e4ter in der Realit\u00e4t gar nicht gegeben ist. Letztere k\u00f6nnen ihre Argumentationskette jetzt eventuell mit den Informationen aus einem Artikel schm\u00fccken, der am 20. August in der Onlineausgabe der Zeitung \u201eWelt\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Innenst\u00e4dte und Kaufkraft<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Der mit der \u00dcberschrift \u201eWie Unkraut\u201c betitelte Artikel der \u201eWelt\u201c setzt sich sehr kritisch mit der Tendenz auseinander, Einkaufscenter nun verst\u00e4rkt selbst in kleinen St\u00e4dten zu planen und zu bauen. Als Beispiele, in denen das Zusammenspiel zwischen Center und etabliertem Innenstadthandel nicht funktioniert hat, nennt die Zeitung \u201eHameln, Siegen, Wetzlar und manch andere Stadt\u201c. Ganze Stra\u00dfenz\u00fcge seien dort in die \u201egesch\u00e4ftliche Verwahrlosung abgesunken\u201c, hei\u00dft es. Zugleich wird eine noch nicht abgeschlossene Studie der Diplom-\u00d6konomin Monika Walther in der Zeitung zitiert. Ihr zufolge ist der Verkehrswert von Einzelhandelsimmobilien in Innenst\u00e4dten, die um ein innerst\u00e4dtisches Center erg\u00e4nzt wurden, um rund ein Viertel gesunken. Man sollte dennoch vorsichtig bei der Meinungsbildung bleiben. Wie bereits geschrieben: Jeder Standort ist anders, besitzt eigene Chancen und birgt eigene Risiken f\u00fcr das Zusammenspiel von Center und etabliertem Innenstadt-Handel, der mancherorts aktuell vielleicht mit oder ohne zus\u00e4tzliches Center leidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die wachsende Anzahl an Einkaufscentern in Deutschland ist schon bemerkenswert. 1990 habe es nicht einmal 100 gegeben, zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter seien es 644, schreibt Welt Online. Da die Kaufkraft nicht in demselben Ma\u00dfe wie das Kaufangebot ansteigt, kann das vielleicht nur in einen m\u00f6rderischen Konkurrenzkampf ausarten? \u201eDer private Konsum in Deutschland ist zusehend eine wesentliche St\u00fctze der Konjunktur\u201c, schreibt die GfK Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung in ihrem j\u00fcngsten Statement zum Konsumklima in Deutschland. Aber was mag passieren, wenn Stromkosten tats\u00e4chlich um 30 Prozent steigen, wenn Deutschland nicht mehr wie abgeschirmt gegen die Krisen anderer europ\u00e4ischer L\u00e4nder wirkt? Niemand sollte allzu schwarz malen, aber andererseits sollte auch niemand allzu blau\u00e4ugig sein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Wie definiert man Innenstadt?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Und was ist jetzt mit dem kleinen innerst\u00e4dtischen Handel? Vielleicht muss man auch einmal dar\u00fcber nachdenken, einige Zentren kleinerer St\u00e4dte anders zu definieren, um wirklich ein attraktives Gesamtpaket f\u00fcr Einheimische und G\u00e4ste zu entwickeln? Vielleicht k\u00f6nnte man die Zentren weniger als Handelsareal kleinerer H\u00e4ndler sehen, die mit Einkaufszentren konkurrieren, mehr als Freizeitfl\u00e4che mit Mehrwert durch Cafes, integrierte M\u00f6glichkeiten f\u00fcr spielende Kinder, Begegnungsst\u00e4tten f\u00fcr B\u00fcrger mit Cafes, Restaurants und ganz speziellem Handel, als B\u00fchne f\u00fcr Stra\u00dfenk\u00fcnstler, die Menschen locken, von denen dann die speziellen Angebote im Stadtzentrum profitieren? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Auch solche Pl\u00e4ne k\u00f6nnten scheitern, speziell wenn das Geld weniger locker sitzt. Und sie w\u00fcrden mit Sicherheit mach einem innerst\u00e4dtischen H\u00e4ndler das Genick brechen, der nicht in solch ein Konzept passt. Es bleibt schwierig. Einkaufscenter und Innenst\u00e4dte schreiben nur selten einfach strukturierte Geschichten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geplante Shoppingcenter sind ja immer wieder einmal ein beliebtes Thema. Warum? Weil sie h\u00e4ufig f\u00fcr soviel spannenden Konfliktstoff sorgen wie etwa in den letzten Jahren in Weil am Rhein. Hier sollte ein neues Center gebaut werden. 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