{"id":1374,"date":"2012-09-01T07:59:49","date_gmt":"2012-09-01T07:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1374"},"modified":"2020-11-18T17:20:08","modified_gmt":"2020-11-18T17:20:08","slug":"hochhauser-am-spreeufer-wem-gehort-eigentlich-berlin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/hochhauser-am-spreeufer-wem-gehort-eigentlich-berlin","title":{"rendered":"Hochh\u00e4user am Spreeufer: Wem geh\u00f6rt eigentlich Berlin?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">H\u00f6her als die benachbarten Treptowers werden die geplanten neuen Hochh\u00e4user am Treptower Spreeufer wohl nicht. Das Unternehmen Agromex m\u00f6chte den Entwurf des Architekten Justus Pysall umsetzen und drei Hochh\u00e4user bauen, von denen der h\u00f6chste 110 Meter hoch werden soll. Und einmal mehr reihen sich in Berlin Freunde und Feinde eines Immobilienprojekts in die jeweiligen Lager ein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Das Hochhausprojekt an der Spree<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Gemeinsam mit dem Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz bildet der Turm der Treptowers mit etwa 125 Metern H\u00f6he die Spitze im Ranking der h\u00f6chsten Geb\u00e4ude Berlins. Als Treptowers wird ein Komplex aus vier Geb\u00e4uden bezeichnet, das Ende der 90er Jahre fertig gestellt wurde. Die drei jetzt am Treptower Spreeufer geplanten Hochh\u00e4user in der Fanny-Zobel-Stra\u00dfe werden also keine neuen H\u00f6henrekorde in der deutschen Hauptstadt aufstellen. Das f\u00fcr das Projekt vorgesehene und etwa 7.000 m\u00b2 gro\u00dfe Grundst\u00fcck geh\u00f6rt seit 2011 der Agromex GmbH &amp; Co. KG. Geht alles nach Plan, wird das Unternehmen hier zwei T\u00fcrme mit etwa 200 Eigentumswohnungen bauen, die 90 beziehungsweise 110 Meter hoch werden sollen. Das dritte und etwa 63 Meter hohe Hochhaus wird zum Hotelturm. Pysall Architekten aus Berlin hatten sich mit ihrem Projektentwurf in einem Wettbewerb gegen anfangs 14 Konkurrenten durchgesetzt. Der Berliner Kurier schreibt, Baustart des Projekts sei im Sp\u00e4tsommer 2013.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die Kritik am Projekt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Kritik an geplanten Hochhausbauten am Berliner Spreeufer hat fast schon Tradition. Gruppen wie \u201eMediaspree versenken!\u201c wenden sich gegen gro\u00dfe Bauprojekte am Wasser und k\u00f6nnen mit B\u00fcrgerentscheiden Erfolge verbuchen, etwa mit dem aus dem Jahr 2008, in dem unter anderem f\u00fcr Neubauten f\u00fcnfzig Meter Mindestabstand zum Spreeufer gefordert wird. Binden sind die Entscheide nicht und die f\u00fcnfzig Meter Mindestabstand sind wohl derzeit eher keine Option. Die Kritik von Anwohnern am aktuellen Projekt von Agromex entz\u00fcndet sich an mehreren bef\u00fcrchteten Nachteilen f\u00fcr die Nachbarschaft der geplanten Hochh\u00e4user. Bef\u00fcrchtet wird etwa eine Verschattung angrenzender Immobilien, ein nicht mehr freier Zugang zur Spree sowie allgemein eine Verteuerung der Mieten am Treptower Spreeufer. Aber das Projekt hat keineswegs nur Kritiker auf den Plan. \u201eWenn in Berlin ein Hochhaus gebaut wird, gibt es nur Bedenken. Warum keine Freude?\u201c fragt etwa Gunnar Schupelius von der Berliner Zeitung am 26. August in einem Artikel. Ein Beleg daf\u00fcr, dass Hochhausprojekte auch Freude bringen k\u00f6nnen, sind vielleicht K\u00f6lns Kranh\u00e4user? Sie wurden vom Architekturb\u00fcro Bothe, Richter, Teherani entworfen und werden wie der gesamte neue Rheinauhafen von nicht wenigen Menschen als neue Sehensw\u00fcrdigkeit der Domstadt gefeiert. Die Kranh\u00e4user sind allerdings mit maximal etwa 70 Metern auch deutlich weniger hoch als die geplanten Spreebauten. Dennoch bleibt festzuhalten: Hochh\u00e4user k\u00f6nnen auch faszinieren, die Architektur einer Stadt bereichern.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Der Wert des Streits<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Agromex verspricht bei seinem aktuellen Projekt einen 3000 m\u00b2 gro\u00dfen \u00f6ffentlichen Park sowie einen \u00f6ffentlichen Zugang zum Spreeufer. Das Unternehmen will zudem dem Wunsch des Bezirksamtes folgen und den Uferweg an der Spree verbreitern sowie den Dialog mit B\u00fcrgern suchen. Die Berliner Zeitung berichtet dar\u00fcber hinaus, die H\u00e4user seien so konzipiert, dass ihr Schatten auf die Spree und nicht auf die Nachbarbebauung f\u00e4llt. Ob man wohl ohne vorherige Kritik an Hochhausprojekten in Berlin auf solche Dinge geachtet h\u00e4tte? Kritiker sind wichtig. Das alles bedeutet letztlich aber wohl nicht, dass jede Kritik auch zu passenden Ver\u00e4nderungen an einem Projekt f\u00fchrt oder auch nur f\u00fchren sollte. Wie man es auch dreht oder wendet: Es geschieht wohl t\u00e4glich bei irgendwelchen Bauvorhaben, dass der Bau einer neuen Immobilie den Blick aus manch einer alten verschlechtert. Das ist vielleicht bisweilen einfach so und auch Anwohner am Spreeufer werden hier Kompromisse eingehen m\u00fcssen?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Kein Beitrag zu mehr preisg\u00fcnstigem Wohnraum<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Die vielleicht (?) entscheidende Frage, die hinter all dem Streit in Berlin steckt, ist die, wie sehr wem in Zukunft Deutschlands Hauptstadt geh\u00f6rt. Werden langj\u00e4hrige Einwohner in gro\u00dfem Ma\u00dfe aus den sch\u00f6nsten Winkeln vertrieben? Auch das w\u00e4ren sicherlich Entwicklungen, die nur bedingt gesteuert werden k\u00f6nnen und teils zum Leben und Wachsen einer Stadt geh\u00f6ren. Aber wie weit d\u00fcrfen solche Entwicklungen reichen? Ein Beitrag zu mehr preisg\u00fcnstigem Wohnraum in Berlin sind die geplanten Eigentumswohnungen von Agromex eher nicht. Das Unternehmen schreibt auf seiner Internetseite, dass es sich auf das Segment der hochwertigen Wohnimmobilie konzentriert. Bezahlbarer Wohnraum f\u00fcr die Mehrheit der Berliner muss daher eher durch andere Projekte entstehen; vielleicht auch an begehrten Lagen wie dem Spreeufer? Wirtschaftlich w\u00fcrde so etwas wohl nicht einfach werden. Und schwierig k\u00f6nnte es auch sein, langj\u00e4hrigen Einwohnern der Stadt die Angst zu nehmen, ihr Wohnraum k\u00f6nnte irgendwann f\u00fcr sie unbezahlbar werden oder durch vorgebaute Hochh\u00e4user stark an Attraktivit\u00e4t verlieren. Halten wir einfach fest: Die Zukunft einer Stadt zu planen und zu steuern, ist nicht einfach. Und bisweilen, vielleicht aber auch sehr oft ist es eine Aufgabe f\u00fcr gute Diplomaten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6her als die benachbarten Treptowers werden die geplanten neuen Hochh\u00e4user am Treptower Spreeufer wohl nicht. Das Unternehmen Agromex m\u00f6chte den Entwurf des Architekten Justus Pysall umsetzen und drei Hochh\u00e4user bauen, von denen der h\u00f6chste 110 Meter hoch werden soll. 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