{"id":1424,"date":"2012-11-17T10:12:18","date_gmt":"2012-11-17T10:12:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1424"},"modified":"2020-11-18T16:56:42","modified_gmt":"2020-11-18T16:56:42","slug":"der-hochhauspreis-2012-und-der-mensch-namens-ingenhoven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/der-hochhauspreis-2012-und-der-mensch-namens-ingenhoven","title":{"rendered":"Der Hochhauspreis 2012 und der Mensch namens Ingenhoven"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was haben das D\u00fcsseldorfer Sky-Office und der Breez\u00e9 Tower im japanischen Osaka mit dem diesj\u00e4hrigen Gewinner des Internationalen Hochhauspreises 2012, dem 1 Bligh Street in Sydney gemeinsam? Alle drei Hochh\u00e4user wurden teils oder vollst\u00e4ndig nach Entw\u00fcrfen des Architekten Christoph Ingenhoven konstruiert, der mit seinem B\u00fcro \u201eingenhoven Architects\u201c in D\u00fcsseldorf sitzt. &#8222;Ein Leben ohne Hochh\u00e4user ist \u00f6kologisch fahrl\u00e4ssig&#8220; verriet er der Zeitung \u201eDie Welt\u201c in einem Interview. Wolkenkratzer-Giganten mit 800 oder mehr Metern H\u00f6he h\u00e4lt er indes f\u00fcr Bl\u00f6dsinn und dem Prinzip des Green Building\u201c setzt er sein \u201esupergreen\u201c entgegen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der Sieger aus Sydney<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christoph Ingenhoven hat die Pl\u00e4ne f\u00fcr Sydneys \u201e1 Bligh Street\u201c gemeinsam mit Ray Brown vom B\u00fcro Architectus aus Sydney entwickelt. Er ist der erste deutsche Architekt, der mit dem Internationalen Hochhaus Preis (IHP) ausgezeichnet wurde. \u201eDer von ihm und Ray Brown entworfene B\u00fcroturm gewinnt mit seinen 139 Metern H\u00f6he und seinen 30 Etagen zwar keine H\u00f6henrekorde, setzt aber auf seinem Kontinent neue Ma\u00dfst\u00e4be hinsichtlich sozialer, kultureller, stadtplanerischer und nachhaltiger Kriterien\u201c, hei\u00dft es in der Pressemitteilung zur Vergabe des Preises, der gemeinsam von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architektur Museum und der DekaBank vergeben wird. Lassen wird einige Fakten sprechen: \u201e1 Bligh Street\u201c ist eine Projektentwicklung der DEXUS Property Group, hat eine Bruttogeschossfl\u00e4che von 45.000 m\u00b2 und wurde 2011 fertig gestellt. Hauptmieter ist die Anwaltskanzlei Clayton Utz, die 15 Etagen angemietet hat.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was macht 1 Bligh Street so gr\u00fcn?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Mitteilung zur Preisvergabe heben die Ausrichter des Internationalen Hochhauspreises die nat\u00fcrlich bel\u00fcftete Doppelfassade aus Glas hervor. \u201e1 Bligh Street\u201c sei das erstes Hochhaus Australiens mit solch einer Fassade, die einen optimalen Tageslichteinfall erm\u00f6gliche, die W\u00e4rmelasten oder -verluste verringere und die homogene, kristalline Gesamtform des Geb\u00e4udes akzentuiere, hei\u00dft es. Und f\u00fcr Frankfurts Oberb\u00fcrgermeister Peter Feldmann hat \u201eder diesj\u00e4hrige Gewinner die Einbindung in den urbanen Kontext und die \u00f6kologische Ausrichtung in beeindruckender Weise realisiert\u201c. Schaut man sich an, wie im \u201e1 Bligh Street\u201c\u201c Nachhaltigkeit realisiert wird, st\u00f6\u00dft man neben der Doppelfassade unter anderem auf ein mit Gas und Solarenergie betriebenes System f\u00fcr K\u00fchlung, Heizen und Elektrizit\u00e4t sowie auf effektive Systeme f\u00fcr Abwasser- und Regenwasser-Recycling.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Nicht &#8222;green&#8220;, sondern &#8222;supergreen&#8220;<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits vor dem Sieg beim Internationalen Hochhauspreis wurde \u201e1 Bligh Street\u201c \u201eals erstes Hochhaus mit einer \u201eSix- Star World Leadership\u201d Zertifizierung des australischen \u00d6ko-Standards green star ausgezeichnet\u201c, berichtet Ingenhovenarchitects.com. Auch das ist vielleicht ein Beleg daf\u00fcr, dass \u201e1 Bligh Street\u201c dem entsprechen k\u00f6nnte, was Christoph Ingenhoven auf \u201eingenhovenarchitects.com\u201c als \u201eSupergreen\u201c bezeichnet. Die Herausforderung sei es, mehr zu tun als der Mindeststandard verlangt, beschreibt Ingenhoven das Konzept von \u201esupergreen\u201c. Zu diesem Konzept geh\u00f6rt f\u00fcr ihn eine genaue Betrachtung der Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4renergiebilanz der verwendeten Materialien, Baustoffe und Bauarten ebenso wie der Anspruch, \u201eden Ressourcenverbrauch f\u00fcr die Lebensdauer des Geb\u00e4udes und damit die laufenden Kosten f\u00fcr Unterhalt und Betrieb m\u00f6glichst gering zu halten\u201c.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Auch Stuttgart 21 steht in den Referenzen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christoph Ingenhoven ist vielen Architekturfreunden, aber wohl auch vielen Bahnhofsgegnern bekannt. Sein Architekturb\u00fcro, das er bis etwa 2004 gemeinsam mit J\u00fcrgen Overdiek unter dem Namen \u201eIngenhoven, Overdiek und Partner\u201c gef\u00fchrt hat, konnte zahlreiche Wettbewerbe f\u00fcr sich entscheiden. Das bekannteste und wahrscheinlich umstrittenste Projekt aus diesem B\u00fcro ist der Tiefbahnhof Stuttgart 21. Ingenhoven entschied den Wettbewerb f\u00fcr den Bahnhof 1997 mit seinem Entwurf f\u00fcr sich. Daneben geh\u00f6ren aber auch viele Hochhausprojekte zu den Referenzen, so etwa der ungef\u00e4hr 177 Meter hohe Breez\u00e9 Tower in Osaka mit 39 Stockwerken und einer Bruttogeschossfl\u00e4che von 76.000 m\u00b2 oder das D\u00fcsseldorfer Sky Office mit 87 Metern H\u00f6he, 23 Geschossen und 36.550 m\u00b2 Bruttogeschossfl\u00e4che. Ber\u00fchmt wurde auch ein viel fr\u00fcheres Hochhausprojekt des Architekten: Der von ihm konzipierte und 1996 fertig gestellte RWE Turm in Essen, der als ein erstes \u00d6ko-Hochhaus gilt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Der Wert des Hochhauses an sich<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hochh\u00e4user sind f\u00fcr Ingenhoven ein bedeutender Beitrag zur Zukunft der Menschheit. \u201eDas Hochhaus sichert global gesehen das \u00dcberleben der Menschen auf dieser Erde\u201c, sagt er im Interview mit der Zeitung \u201eDie Welt\u201c, ein Leben in den Megacitys sei ohne hohe st\u00e4dtebauliche Verdichtung und damit ohne Hochh\u00e4user nicht denkbar. Megat\u00fcrmen mit 600 bis 800 Metern H\u00f6he erteilt er im Interview allerdings eine Absage, da sie aus seiner Sicht weder \u00f6kologisch noch \u00f6konomisch Sinn ergeben, und gute Hochh\u00e4user bezeichnet er &#8211; weltweit gesehen &#8211; als Mangelware. Denjenigen guten Beispielen, die es gibt, bescheinigt er dagegen das Potenzial, ein revolution\u00e4rer Bautypus zu sein, der viele innerst\u00e4dtische Probleme l\u00f6st und gleichzeitig ein weltweiter Exportschlager\u201c wird. Mit diesen Worten spricht er wohl auch im Sinne der Initiatoren des Internationalen Hochhauspreises. Und er erweist dem Hochhaus generell einen Dienst: Es bleibt im Gespr\u00e4ch und das nicht nur in Fachkreisen. Das k\u00f6nnte eine wichtige Voraussetzung sein, um bei Zukunftsfragen eine tragende Rolle zu spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was haben das D\u00fcsseldorfer Sky-Office und der Breez\u00e9 Tower im japanischen Osaka mit dem diesj\u00e4hrigen Gewinner des Internationalen Hochhauspreises 2012, dem 1 Bligh Street in Sydney gemeinsam? 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