{"id":1431,"date":"2012-12-01T14:31:13","date_gmt":"2012-12-01T14:31:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1431"},"modified":"2020-11-18T16:53:02","modified_gmt":"2020-11-18T16:53:02","slug":"wer-seine-immobilie-liebt-dammt-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/wer-seine-immobilie-liebt-dammt-nicht","title":{"rendered":"Wer seine Immobilie liebt, d\u00e4mmt (nicht)?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die W\u00e4rmed\u00e4mmung einer Immobilie senkt die Heizkosten und steigert den Immobilienwert. Dieser Satz galt lange Zeit als uneingeschr\u00e4nkt richtig. In letzter Zeit mehren sich aber die Stimmen, die auf die bisweilen problematischen Aspekte der W\u00e4rmed\u00e4mmung verweisen. So wird etwa derzeit \u00fcber das Brandverhalten des D\u00e4mmstoffs \u201ePolystyrol-Schaumstoff\u201c gestritten, der in Deutschland auch als Styropor bekannt ist. M\u00f6gliche Gifte, die W\u00e4rmed\u00e4mmung vor Algen und Schimmel sch\u00fctzen sollen, sind auch ein Thema. Da kann man fast schon ein bisschen Angst vor D\u00e4mmung bekommen. Andererseits sch\u00fctzt W\u00e4rmed\u00e4mmung bisweilen sogar Eisbl\u00f6cke, was wieder sehr positiv klingt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die D\u00e4mmung, die den Eisblock sch\u00fctzt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">W\u00e4rmed\u00e4mmung ist eine gute Sache und funktioniert. Um das zu beweisen, hat man in Fulda einmal nicht W\u00e4rme vor K\u00e4lte von au\u00dfen, sondern K\u00e4lte vor \u00e4u\u00dferer W\u00e4rme gesch\u00fctzt. Der Arbeitskreis \u201eEnergiesparen\u201c der Stadt hatte im Rahmen der 19. Fuldaer Energiesparwochen Anfang November drei 90 x 90 x 90 Zentimeter gro\u00dfe Eisw\u00fcrfel auf dem Univorplatz ausgestellt. Die W\u00fcrfel besa\u00dfen ein Gesamtvolumen von 729 Litern. Einer dieser W\u00fcrfel war in der Folgezeit schutzlos der Witterung ausgeliefert. Die beiden anderen wurden einerseits durch eine Dreifachverglasung &nbsp;an der Frontseite und andererseits durch eine D\u00e4mmstoffschicht an den \u00fcbrigen Seiten gesch\u00fctzt. Als D\u00e4mmstoff wurde bei einem der Eisw\u00fcrfel Polystyrol-Hartschaum und beim zweiten Riesen-Eisw\u00fcrfel Zellulose genutzt. Der ungesch\u00fctzte W\u00fcrfel war nach zehn Tagen verschwunden. Die anderen beiden Eisw\u00fcrfel hatten zum Abschluss der Aktion am 20. November 184 (Zellulose-D\u00e4mmung) beziehungsweise 200 Liter Schmelzwasser verloren. Eine Menge Eis war weg. Eine gr\u00f6\u00dfere Menge war aber auch noch vorhanden, was die Schutzfunktion der W\u00e4rmed\u00e4mmung eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Das trifft auf offene Ohren. Dass W\u00e4rmed\u00e4mmung erw\u00fcnscht ist und sehr positive Effekte auf den Energieverbrauch besitzt, ist in der Politik weitgehend Konsens. Allerdings gibt es auch skeptischere Stimmen, die vor m\u00f6glichen Problemen warnen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Brandverhalten, das (vielleicht) das F\u00fcrchten lehrt<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Es gibt durchaus Beispiele, die einem in Bezug auf W\u00e4rmed\u00e4mmung das F\u00fcrchten lehren k\u00f6nnen. Zwei davon stammen vom Norddeutschen Rundfunk (NDR), der mit den beiden Sendungen &#8222;Wahnsinn W\u00e4rmed\u00e4mmung&#8220; aus dem November 2011 und \u201eW\u00e4rmed\u00e4mmung &#8211; Der Wahnsinn geht weiter\u201c aus dem November 2012 vor Polystyrol (Styropor) als D\u00e4mmstoff gewarnt hat. Gewarnt wurde vor allem vor dem Brandverhalten des D\u00e4mmstoffs, das 2011 mit einem Versuch in der Materialpr\u00fcfanstalt Braunschweig getestet wurde. Statt erst nach der vorgeschriebenen Zeit, die ein Stoff der Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar) einem Feuer standhalten m\u00fcsste, brannte das untersuchte W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsystem mit Polystyrol bereits nach etwa acht Minuten lichterloh. Als Ursache f\u00fcr die schnelle Ausbreitung der Flammen im D\u00e4mmstoff komme \u201eeine Abweichung im Pr\u00fcfaufbau\u201c in Frage, schreibt der NDR. F\u00fcr den Versuch sei bewusst auf den Einbau eines sogenannten Brandschutzsstreifens aus nicht brennbarer Mineralwolle \u00fcber dem simulierten Fenstersturz verzichtet worden, hei\u00dft es weiter und: \u201eDer Verzicht spiegelt die Praxis wieder.\u201c Das w\u00fcrde dann bedeuten: Die gew\u00e4hlten Versuchsbedingungen sind auch Bedingungen, die bei vielen realisierten W\u00e4rmed\u00e4mmungen in Deutschland herrschen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Und nun streiten sie!<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Seither wird gestritten, ob Polystyrol nun ein gutes D\u00e4mmmaterial ist oder nicht. Frankfurts Baudirektor Reinhard Ries hatte das weitere Verbauen von Styropor nach dem Brand eines mit dem D\u00e4mmstoff verkleideten Hauses Ende Mai 2012 als sehr fraglich bezeichnet und gefordert, dass der D\u00e4mmstoff zumindest \u201esofort \u00fcberpr\u00fcft werden muss&#8220;. \u201eD\u00e4mmplatten aus Polystyrol seien gepr\u00fcft und sicher\u201c, wird dagegen unter anderem das Deutsche Institut f\u00fcr Bautechnik (DIBt) im Magazin Spiegel zitiert. Den Versuch des NDR mit Styropord\u00e4mmung aus dem Jahr 2011 hielt das DIBt f\u00fcr nicht normgerecht, weshalb er keine Aussagekraft habe, hei\u00dft es weiter. Einer der (vorerst) letzten Akte in der Sache: Die Bauministerkonferenz erkl\u00e4rte am 21. September, W\u00e4rmed\u00e4mmverbundsysteme mit Polystyrold\u00e4mmstoffen seien &#8222;ordnungsgem\u00e4\u00df zertifiziert und bei der zulassungsentsprechenden Ausf\u00fchrung sicher&#8220;.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die m\u00f6gliche Giftgefahr<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Auch die m\u00f6gliche Gefahr durch Wirkstoffe in einer W\u00e4rmed\u00e4mmung, die das Wachstum von Algen und Schimmel an Fassaden hemmen sollen, wurde vom NDR in einem TV-Bericht aus dem Jahr 2012 thematisiert. Der \u201eH\u00e4user-D\u00e4mmung: Gift in der Fassade\u201c betitelte TV-Bericht berichtete \u00fcber Analysen des Bauphysikers Helmuth Venzmer. Er und sein Team haben \u00fcberall im Norden Deutschlands etwa \u201e1.500 Geb\u00e4ude analysiert und konnten feststellen, dass auf 75 Prozent dieser Geb\u00e4ude Algen sichtbar waren&#8220;, hei\u00dft es auf den Seiten des NDR. Gegenma\u00dfnahmen gegen einen m\u00f6glichen Algenbefall auf der D\u00e4mmung seien Gifte, die in Farben und\/oder Putze gemischt werden und laut NDR beispielsweise in der Landwirtschaft seit Jahren verboten seien. Das klingt weniger gut. Aber auch hier wird es Meinungen geben, die die Sache als weniger problematisch beurteilen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Und was jetzt?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Als derjenige, der sich etwa \u00fcber die nachtr\u00e4gliche W\u00e4rmed\u00e4mmung eines Altbaus nachdenkt, steht man bei solchen Beispielen etwas ratlos da. Sind D\u00e4mm-Ma\u00dfnahmen bei Altbauten nun gut oder vielleicht doch nicht oder zumindest nicht immer, wenn man sich die Negativbeispiele anschaut? Es kommt wohl unter anderem auf das \u201ewie\u201c an, darauf, wie die W\u00e4rmed\u00e4mmung ausgef\u00fchrt wird und ob nach aktuellen Standards gearbeitet wird. Nimmt man noch m\u00f6gliche Gefahren wie W\u00e4rmebr\u00fccken und Schimmelbildung bei nicht fachgem\u00e4\u00df ausgef\u00fchrter D\u00e4mmung hinzu, wird auf jeden Fall eins sehr deutlich: Wie und womit ged\u00e4mmt wird, sollten Immobilien-Besitzer gemeinsam mit Fachleuten entscheiden. D\u00e4mmen ist Expertenarbeit. Ohne Zweifel! Mehr kann an dieser Stelle wohl nicht gesagt werden. Leider.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die W\u00e4rmed\u00e4mmung einer Immobilie senkt die Heizkosten und steigert den Immobilienwert. Dieser Satz galt lange Zeit als uneingeschr\u00e4nkt richtig. In letzter Zeit mehren sich aber die Stimmen, die auf die bisweilen problematischen Aspekte der W\u00e4rmed\u00e4mmung verweisen. So wird etwa derzeit \u00fcber das Brandverhalten des D\u00e4mmstoffs \u201ePolystyrol-Schaumstoff\u201c gestritten, der in Deutschland auch als Styropor bekannt ist. 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