{"id":1456,"date":"2012-12-26T16:07:48","date_gmt":"2012-12-26T16:07:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1456"},"modified":"2020-11-18T16:46:34","modified_gmt":"2020-11-18T16:46:34","slug":"zukunftsfragen-braucht-die-stadt-flexiblere-immobilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/zukunftsfragen-braucht-die-stadt-flexiblere-immobilien","title":{"rendered":"Zukunftsfragen: Braucht die Stadt flexiblere Immobilien?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Q 216 ist ein ehemaliges B\u00fcrogeb\u00e4ude in Berlin, das zu einem Wohnhaus mit \u00fcber 430 Ein-Zimmer-Wohnungen umgenutzt wurde. Der Wohnraum wurde vor allem f\u00fcr Studierende und Berufsanf\u00e4nger konzipiert. Q 216 orientiert sich damit am wachsenden Bedarf an kleinen Wohnungen, der aktuell nicht alleine, aber nicht zuletzt durch den doppelten Abiturjahrgang entstanden ist. Q 216 ist ein gutes, weil bedarfsorientiertes Projekt der Umnutzung. Generell bleibt aber dennoch die allgemeine Frage, ob man beim Wohnungsneubau in sich stetig ver\u00e4ndernden St\u00e4dten nicht durch mehr flexible Grundrisse von Anfang eine m\u00f6glichst einfache Anpassbarkeit an einen ver\u00e4nderlichen Wohnungsbedarf einplanen sollte? Letztlich ist dies eine der zu beantwortenden Teilfragen bei der gewaltigen Aufgabe, die Zukunft der St\u00e4dte zu planen. Und es ist vielleicht nicht die unwichtigste, nicht einmal ann\u00e4hernd.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Q216 in Berlin<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Das jetzt entstehende \u201eQ 216\u201c (Quartier 216) war einst ein leer stehendes Verwaltungsgeb\u00e4ude der Deutschen Bahn in der Frankfurter Allee von Berlin-Lichtenberg. Fertiggestellt wurde es bereits Ende der 80er Jahre f\u00fcr die Deutsche Reichsbahn der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Noch 2011 war von einem m\u00f6glichen Abriss der Immobilie die Rede. Dann aber entschlossen sich die beiden Investoren Lutz Lakomski und Arndt Ulrich, denen die Immobilie seit 2009 geh\u00f6rt, das Geb\u00e4ude in Wohnraum umzuwandeln, sodass aus den einstigen B\u00fcros zahlreiche Ein-Zimmer-Wohnungen entstehen. Das Projekt \u201eQ 216\u201c war geboren. Das ehemalige B\u00fcrogeb\u00e4ude wurde f\u00fcr dieses Projekt komplett entkernt, bevor in den Neuaufbau der Immobilie investiert wurde. Ein erster Teil der bereits entstandenen Wohnungen wurde inzwischen vermietet, der Rest soll 2013 folgen. F\u00fcr die Vermietung ist das Unternehmen \u201eDuChesne Immobilien GmbH\u201c verantwortlich. Die Wohnungen sind 22, 35 und vierzig Quadratmeter gro\u00df und die Kosten f\u00fcr die Warmmiete liegen zwischen 299 und 572 Euro.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Der wachsende Bedarf an kleinen Wohnungen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Es ist wohl nicht unbedingt eine Neuheit, dass der Bedarf an kleineren Wohnungen f\u00fcr Single-Haushalten in den St\u00e4dten w\u00e4chst, weil die Zahl der Single-Haushalte w\u00e4chst. Dennoch soll die Aussage hier durch Zahlen belegt werden. Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes leben aktuell 15,9 Millionen Menschen in Deutschland alleine, berichtete die Onlineausgabe der Zeitung \u201eZeit\u201c am elften Juli 2012. 15,9 Millionen entspricht ungef\u00e4hr zwanzig Prozent der Bev\u00f6lkerung Deutschlands. Blickt man zwanzig Jahre zur\u00fcck, so gab es erst 11,4 Millionen Alleinstehende oder \u2013 in Bezug auf die Gesamtbev\u00f6lkerung \u2013 einen Anteil Alleinstehender von vierzehn Prozent in Deutschland. Roderich Egeler, der Pr\u00e4sident des Statistischen Bundesamtes, blickt auch nach vorne, schreibt die \u201eZeit\u201c. 2030 soll der Anteil der Alleinstehenden in Deutschland laut seiner Prognose bereits bei 23 Prozent liegen. Sie alle brauchen Wohnungen. Und f\u00fcr klassische Kleinfamilien mit ein bis zwei Kindern erbauter Wohnraum wird diesem Bedarf nicht gerecht. Projekte wie das Q 216 dagegen schon. Aber auch sie lassen sich m\u00f6glicherweise nicht flexibel und schnell umwandeln, wenn sich der Wohnungsbedarf wieder ver\u00e4ndert.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Geh\u00f6rt flexiblen Grundrissen die Zukunft?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Klassische Immobilien sind relativ unflexibel. Einmal gebaut, stehen sie erst einmal unver\u00e4ndert da, unabh\u00e4ngig von allen demografischen Entwicklungen, die ihre Grundrisse passend oder eher unpassend machen. Heute w\u00e4chst der Bedarf an Ein-Zimmer-Wohnungen. Und morgen? Trotz einiger Prognosen, dass der Bedarf auch morgen noch weiter w\u00e4chst, kann alles auch ganz anders werden. Nat\u00fcrlich kann man bestehenden Wohnraum umbauen, wenn es angebracht erscheint. Aber es ist aufw\u00e4ndig. Man muss daf\u00fcr zudem erst einmal Geld in die Hand nehmen. Verwaltungen auf unterschiedlichen Ebenen m\u00fcssen in diesem Fall erst einmal schauen, ob sie Geld haben, um solche Umbauten eventuell zu bezuschussen. Und private Immobilienbesitzer werden kalkulieren und pr\u00fcfen, ob sich solch ein Umbau auch f\u00fcr sie rechnet. Das alles braucht bisweilen viel Zeit. Vielleicht sind flexible Grundrisse in Neubauten ein Ansatz, um schneller auf Ver\u00e4nderungen reagieren zu k\u00f6nnen? Mit versetz- und relativ einfach entfernbaren nicht tragenden Innenw\u00e4nden kann man von vorneherein daf\u00fcr sorgen, dass das Innere der Immobilie sich relativ schnell bedarfsgerecht umbauen l\u00e4sst. Mehr Bauprojekte mit flexiblen Grundrissen sind daher m\u00f6glicherweise tats\u00e4chlich ein Baustein, mit dem die Zukunft von \u201eStadt\u201c gebaut wird. Als einziger Baustein w\u00e4ren sie mit Sicherheit zu wenig. Als ein Baustein unter vielen n\u00f6tigen Bausteinen k\u00f6nnten sie dagegen gut geeignet sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Q 216 ist ein ehemaliges B\u00fcrogeb\u00e4ude in Berlin, das zu einem Wohnhaus mit \u00fcber 430 Ein-Zimmer-Wohnungen umgenutzt wurde. Der Wohnraum wurde vor allem f\u00fcr Studierende und Berufsanf\u00e4nger konzipiert. Q 216 orientiert sich damit am wachsenden Bedarf an kleinen Wohnungen, der aktuell nicht alleine, aber nicht zuletzt durch den doppelten Abiturjahrgang entstanden ist. 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