{"id":1535,"date":"2013-04-06T08:09:56","date_gmt":"2013-04-06T08:09:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1535"},"modified":"2020-11-18T16:21:58","modified_gmt":"2020-11-18T16:21:58","slug":"st-pauli-die-tanzenden-turme-im-rotlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/st-pauli-die-tanzenden-turme-im-rotlicht","title":{"rendered":"St. Pauli  &#8211; die Tanzenden T\u00fcrme im Rotlicht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Die Tanzenden T\u00fcrme in St. Pauli sind nun offiziell er\u00f6ffnet. <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-fuer-grundstueckswerte-hamburg\">Hamburg<\/a> hat damit ein neues architektonisches Highlight. Aber \u201enur\u201c ein architektonisches Highlight zu sein, reicht bei diesem Projekt nicht aus. Die beiden eigenwilligen T\u00fcrme des Stararchitekten Hadi Teherani m\u00fcssen sich auch gekonnt ins eigenwillige und legend\u00e4re Umfeld namens St. Pauli integrieren, das von jeder Menge Clubs, Kreativit\u00e4t und auch Rotlicht in seiner verrucht anziehenden Variante gepr\u00e4gt ist. Gelingt die gekonnte Integration, k\u00f6nnten die T\u00fcrme ebenso zu einer neuen Sehensw\u00fcrdigkeit wie zum lebendigen Teil des Stadtteils werden, der zu den Touristenmagneten in Hamburg geh\u00f6rt. Es scheint so, als sei diese Integration gelungen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die Geschichte der beiden T\u00e4nzer<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Der Bau der beiden Tanzenden T\u00fcrme begann 2009, die Geschichte des Projekts ist aber nat\u00fcrlich \u00e4lter. Einer der ersten Meilensteine liegt etwa zehn Jahre zur\u00fcck, im Jahr 2003: Damals gewann das <a href=\"http:\/\/www.brt.de\/\">Architektenb\u00fcro Bothe Richter Teherani (BRT) aus Hamburg<\/a> mit einem Entwurf einen Wettbewerb. Der Entwurf sah zwei T\u00fcrme vor, die sich zun\u00e4chst einander zu- und dann voneinander fortneigen. Es sind also quasi zwei \u201egeknickte\u201c T\u00fcrme. Der Plan, sie zu bauen, nahm sp\u00e4testens 2008 realistische Z\u00fcge an. Damals kaufte das Unternehmen Strabag Real Estate \u00fcber die Z\u00fcblin Development GmbH das etwa 5.400 m\u00b2 gro\u00dfe Gel\u00e4nde \u201eReeperbahn 1\u201c von JP Morgan Stanley und Pirelli RE. Hier sollten die T\u00fcrme entstehen. Und nun sind sie entstanden, mitsamt einem benachbarten Hotel, das bereits 2012 fertig wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die jetzt entstandenen T\u00fcrme sind 85 beziehungsweise 75 Meter hoch, schreibt das Unternehmen Carpet Concept, das sich um Teppichb\u00f6den im Inneren gek\u00fcmmert hat. Bauherr war neben der Strabag die Projekt Elbpark GmbH &amp; Co KG, hei\u00dft es auf der Website des Unternehmens weiter. Nicht nur die H\u00f6he der beiden T\u00fcrme ist unterschiedlich; auch der Knick, durch den sich die einander zuneigenden T\u00fcrme im oberen Bereich wieder etwas voneinander entfernen, existiert bei beiden T\u00fcrmen in unterschiedlicher H\u00f6he: beim 24 Etagen hohen S\u00fcdturm auf der siebten und beim 22 Etagen hohen Nordturm auf der 17. Etage. Das Hotel und die beiden T\u00fcrme haben zusammen eine Bruttogeschossfl\u00e4che von etwa 44.000 m\u00b2, berichtet die Ed. Z\u00fcblin AG. Davon bestehen 28.500 m\u00b2 laut Immobilien Zeitung aus B\u00fcrofl\u00e4che. Zudem soll es drei Gastronomieangebote geben.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Auch der <a href=\"http:\/\/www.mojo.de\/home\/\">Mojo Club<\/a> ist da<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Hauptmieter in den beiden T\u00fcrmen ist das Unternehmen Strabag SE mit seinen Hamburger Gesellschaften selbst. Strabag hat laut Immobilienzeitung f\u00fcr 800 Mitarbeiter insgesamt 20.300 m\u00b2 in den T\u00fcrmen belegt. Knapp 2.000 m\u00b2 sind an den Wein- und Spirituosenproduzenten Diageo vergeben und die Soziet\u00e4t Osborne Clarke \u00fcbernimmt etwa 1.300 m\u00b2 der B\u00fcrofl\u00e4che, wie am Er\u00f6ffnungstag der Tanzenden T\u00fcrme bekannt wurde. Ein weiterer Mieter der T\u00fcrme macht die gewollte Anbindung ans Umfeld in St. Pauli besonders deutlich: der Mojo Club, dessen Er\u00f6ffnung bereits im Februar 2013 gefeiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Anfang der 90er Jahre hatte sich der Mojo Club fest in St. Pauli etabliert; durch die Entdeckung und die F\u00f6rderung junger Musiktalente sei er bundesweit bekannt geworden, schreibt die Ed Z\u00fcblin AG. Insgesamt 1.600 m\u00b2 und damit Platz f\u00fcr etwa 800 G\u00e4ste bieten die neuen R\u00e4ume des Clubs, der 2003 geschlossen und dessen alter Standort 2009 f\u00fcr die Tanzenden T\u00fcrme abgerissen wurde. Nun belegt er die Untergeschosse der Neubauten und unterh\u00e4lt zus\u00e4tzlich ein Cafe im Erdgeschoss. Eine besondere Herausforderung f\u00fcr die Planer war seine Integration ins Gesamtkonzept, weil laute Soundchecks bereits zu einer Zeit stattfinden, in der in den B\u00fcros im Turm noch gearbeitet wird. Gel\u00f6st wurde diese Herausforderung mit einem schalltechnisch, logistisch und r\u00e4umlich von den \u00fcbrigen Bereichen der T\u00fcrme abgekoppelten \u201eHaus im Haus\u201c, schreibt Strabag. Zutritt zum unterirdischen Club gibt es \u00fcber Hydraulikt\u00fcren.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Passt (nicht?) nach St. Pauli?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Nicht nur der Mojo Club, ganz St. Pauli ist eine Legende, die zu den Highlights von Hamburg geh\u00f6rt. Der etwa 2,3 km\u00b2 gro\u00dfe Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte hat knapp 24.000 Einwohner, wobei die Zahl der St. Pauli pro Jahr besuchenden Touristen deutlich h\u00f6her sein d\u00fcrfte. St. Pauli ist mit Namen wie Olivia Jones, Hans Albers, Achim Reichel und auch mit den Beatles verbunden, f\u00fcr die der bis 1969 existierende Star Club in St. Pauli ein wichtiger Meilenstein in der Bandgeschichte gewesen ist. St. Pauli weckt Bilder voll Rotlicht, mit niemals schlie\u00dfenden Bars, etwas Travestie, Party und reizvoller Subkultur. Durch unsensible Bebauung kann man dieses Image zwar nicht mit einem Mal zerst\u00f6ren, aber man k\u00f6nnte es sch\u00e4digen: St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck. Das w\u00e4re nicht gut f\u00fcr St. Pauli. Und auch nicht gut f\u00fcr Hamburg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ob St. Pauli heute noch St. Pauli ist, so lebendig und attraktiv, wie es einst war, da gehen die Meinungen wohl auseinander. Fakt ist, dass sich die Bauherren der Tanzenden T\u00fcrme ebenso wie ihr Architekt viele Gedanken darum gemacht haben, wie sich das Projekt m\u00f6glichst perfekt in sein legend\u00e4res Umfeld integrieren l\u00e4sst. \u201eAn diesem Standort St. Pauli musste eine Architektur entstehen, die dem Ruf und der Musikmeile gerecht wird\u201c, wird Hadi Teherani im Mai 2012 von Strabag SE zitiert. Und so ungew\u00f6hnlich wie der Bau ist, passt er durchaus in eine derart ungew\u00f6hnliche Sehensw\u00fcrdigkeit der reizvollen Metropole Hamburg wie St. Pauli. Die Integration des Mojo Clubs ins Gesamtkonzept k\u00f6nnte zus\u00e4tzlich dazu beitragen. Auch bei den Tanzenden T\u00fcrmen gab es Proteste, aber im Vergleich zu anderen Projekten eher leise. Und so sind die Tanzenden T\u00fcrme vielleicht ein Beispiel daf\u00fcr, wie sensible Neubebauung funktioniert? Vielleicht ja.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tanzenden T\u00fcrme in St. Pauli sind nun offiziell er\u00f6ffnet. Hamburg hat damit ein neues architektonisches Highlight. Aber \u201enur\u201c ein architektonisches Highlight zu sein, reicht bei diesem Projekt nicht aus. 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