{"id":1613,"date":"2013-08-13T08:24:50","date_gmt":"2013-08-13T08:24:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1613"},"modified":"2020-11-18T15:53:52","modified_gmt":"2020-11-18T15:53:52","slug":"intempo-in-benidorm-und-manchmal-wird-alles-gut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/intempo-in-benidorm-und-manchmal-wird-alles-gut","title":{"rendered":"InTempo in Benidorm \u2013 und manchmal wird alles gut?!"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\">Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurde das Hochhaus InTempo im spanischen Benidorm zum Medienstar, weil ihm scheinbar etwas Wichtiges fehlte: der Aufzug. Jedenfalls ab dem 21. von 47 Stockwerken. \u201eAlles falsch, der Aufzug funktioniert\u201c, wird jetzt ein Architekt des Projekts in der Zeitung \u201eWelt\u201c zitiert. Also war alles nur eine Zeitungsente oder zumindest eine aufgebauschte Halbwahrheit? Vielleicht! Dann bliebe allerdings die Frage, warum sie derart die Runde gemacht hat. M\u00f6glicherweise liegt einer der Gr\u00fcnde daf\u00fcr darin, dass sich InTempo und m\u00f6gliche Possen rund um den Bau einfach gut als Symbol f\u00fcr die derzeit vorherrschende Krise in Spanien eignen. Die Geschichte passt vielleicht einfach sch\u00f6n in die Zeit, ob sie nun wahr ist oder nicht. Vielleicht bedeutet das aber auch zumindest eine winzige Chance, dass InTempo irgendwann ein bisschen zu einem kleinen Symbol f\u00fcr eine Renaissance Spaniens werden k\u00f6nnte? Vielleicht!<\/p>\n<h2>Der Aufzug funktioniert?!<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">&#8222;Ich bin dageblieben, und alles l\u00e4uft bestens. Kommen sie nach Benidorm und \u00fcberzeugen Sie sich, der Aufzug funktioniert&#8220;. Mit diesem Satz wird der Vizebauleiter und technische Architekt beim Projekt InTempo, Guillermo Campos, in der Zeitung \u201eZeit\u201c zitiert. Er scheint also Aufz\u00fcge bis nach ganz oben zu besitzen, der Wolkenkratzer, \u00fcber den so viele geschrieben haben. Es scheint so. Vielleicht ist das dann aber auch nur der Fall, weil aufkommende Probleme in kurzer Zeit behoben werden konnten? Der InTempo genannte Wolkenkratzer sollte urspr\u00fcnglich nur 20 Etagen hoch werden und f\u00fcr diese H\u00f6he waren auch die urspr\u00fcnglichen Aufzugsch\u00e4chte konzipiert. Nun geht es 47 Stockwerke hinauf und man ben\u00f6tigt daf\u00fcr st\u00e4rkere Motoren sowie andere Zugsysteme, schreibt die Welt. Und so ben\u00f6tigt man auch andere Aufzugsch\u00e4chte als die, die f\u00fcr den \u201ekleineren\u201c Turm konzipiert waren. Das Ganze soll erst im Januar bekannt geworden sein. Und nun? Nun ist der Fehler m\u00f6glicherweise l\u00e4ngst behoben und die Posse ist nur eine kleine Posse? M\u00f6glicherweise!<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">Die Arbeiten am Wolkenkratzerprojekt \u201e<a href=\"http:\/\/www.intempobenidorm.com\/\">Edificio Intempo Benidorm<\/a>\u201c, das kurz auch \u201eInTempo\u201c genannt wird, begannen 2007. Die Planungen reichen zur\u00fcck in eine Zeit, als Spanien als ein Inbegriff eines neuen europ\u00e4ischen Wirtschaftswunders galt. Das scheint lange her zu sein. Das Projekt besteht aus zwei T\u00fcrmen, die jeweils etwa 190 Meter hoch sind. Oben sind die beiden T\u00fcrme so durch einen Kegel miteinander verbunden, dass sie gemeinsam in etwa die Form eines \u201eM\u201c bilden. 2009 sollte das Projekt fertig werden. Dann jedoch kamen die Finanzkrise und Spaniens platzende Immobilienblase. Das prognostizierte Projektende wurde zun\u00e4chst auf 2011 gelegt und liegt nun bei Ende 2013. Die Kosten des Projekts stiegen laut Zeitung \u201eDie Welt\u201c um mehr als das Doppelte auf 92 Millionen Euro. Ignoriert man einmal die konkreten Zahlen, sind das Entwicklungen, die an manch ein deutsches Gro\u00dfprojekt erinnern. Hinzu kommen bei InTempo weitere Probleme: Laut Medienmitteilungen soll der Verkauf der Wohnungen in den T\u00fcrmen nur schleppend vorangehen. Zudem soll beim Wechsel der Architekten eine Reihe von Baupl\u00e4ne und Skizzen nicht \u00fcbergeben worden sein, was die weitere Fertigstellung des Wolkenkratzers erschwert. Unter einem wirklich guten Stern scheint InTempo also nicht zu stehen. Im g\u00fcnstigsten Fall wird aber irgendwann alles gut und die Widrigkeiten zuvor sind vergessen?!<\/p>\n<h2>Das (m\u00f6glicherweise) Ger\u00fccht, das so gut passte<\/h2>\n<p align=\"JUSTIFY\">Sollten die Aufz\u00fcge, die nur bis in den zwanzigsten von 47 Stockwerken reichen, tats\u00e4chlich nur eine (nicht mehr wahre) Geschichte sein, dann bleibt die Frage, warum sich diese (dann falsche) Geschichte so sehr verbreitet hat. Nat\u00fcrlich hat eine Posse wie ein vergessener Aufzug f\u00fcr die oberen Stockwerke eines Wolkenkratzers hohen Unterhaltungswert. Das alleine kann die Verbreitung der m\u00f6glichen \u201eZeitungsente\u201c aber nicht erkl\u00e4ren. Eventuell bot sich InTempo in Spanien einfach wie kaum ein anderes Projekt als Symbol f\u00fcr m\u00f6gliche Possenspiele an, die letztlich zu immensen Problemen gef\u00fchrt haben? Das Projekt, das einst f\u00fcr Spaniens Aufschwung stehen sollte, taugt wohl jetzt ebenso gut als Krisensymbol. Der Standort Benidorm tut da ein \u00fcbriges. Der Stadt an der Costa Brava, die sich den Beinamen \u201eNew York des Mittelmeers&#8220;&nbsp;g\u00f6nnt, wird in Bezug auf die Einwohnerzahl die h\u00f6chste Wolkenkratzer-Dichte der Welt nachgesagt. Sie ist zudem eine spanische Touristenhochburg, eine die Massen anzieht und Geister scheidet, ebenso geliebt wie als Symbol des Massentourismus gehasst wird. Nicht zuletzt ist Benidorm eine Stadt, die wie viele spanische St\u00e4dte nicht von der Krise verschont blieb und die vielleicht sehr gut als Beispiel f\u00fcr Aufstieg und Fall in Spanien steht. Diejenigen, die im InTempo derzeit Wohnungen verkaufen, k\u00f6nnen m\u00f6glicherweise ein Lied davon singen.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">InTempo sollte so etwas wie die Kr\u00f6nung der Wolkenkratzer-Landschaft Benidorms werden. Davon scheint sas Projekt derzeit jedoch weit entfernt zu sein. Immerhin kann es jedoch nach wie vor f\u00fcr Schlagzeilen sorgen, wenn auch zuletzt keineswegs f\u00fcr gute. Doch wer wei\u00df? Sollte sich die Aufzugposse tats\u00e4chlich als Unwahrheit herausstellen und w\u00fcrde InTempo tats\u00e4chlich Ende 2013 fertig werden und w\u00fcrde man die Wohnungen dort zumindest zu einem noch halbwegs akzeptablen sowie der jetzigen Situation angemessen Preis an den K\u00e4ufer bringen, h\u00e4tte der Wolkenkratzer zumindest eine winzige Chance, vielleicht ein kleines bisschen zum Symbol eines Spaniens zu werden, das sich auch von gro\u00dfen Krisen letztlich nicht unterkriegen l\u00e4sst. Manchmal sind Wolkenkratzer mehr als nur Bauwerke. Und manchmal wird alles gut?! Viele Fragen, viele Konjunktive, ein bisschen Hoffnung?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Innerhalb k\u00fcrzester Zeit wurde das Hochhaus InTempo im spanischen Benidorm zum Medienstar, weil ihm scheinbar etwas Wichtiges fehlte: der Aufzug. 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