{"id":176,"date":"2010-06-16T08:18:44","date_gmt":"2010-06-16T08:18:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=176"},"modified":"2020-11-19T15:50:58","modified_gmt":"2020-11-19T15:50:58","slug":"erhoehte-grundsteuer-zum-fuellen-leerer-kassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/erhoehte-grundsteuer-zum-fuellen-leerer-kassen","title":{"rendered":"Erh\u00f6hte Grundsteuer zum F\u00fcllen leerer Kassen?"},"content":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte und Gemeinden brauchen Geld, keine Frage. So m\u00fcssen die deutschen St\u00e4dte und Gemeinden nach Angaben des Deutschen St\u00e4dte- und Gemeindebundes 2010 einen R\u00fcckgang der Steuereinnahmen um zw\u00f6lf Milliarden Euro im Vergleich zu 2008 kompensieren. Einige Stadt- und Gemeinder\u00e4te setzen dabei auf eine Erh\u00f6hung der Grundsteuer, was jetzt die Bundesvereinigung Spitzenverb\u00e4nde der Immobilienwirtschaft auf den Plan gerufen hat. \u201eGrundsteuer nicht zur Sanierung desolater Kommunalhaushalte missbrauchen\u201c hei\u00dft es da in der Medieninformation zu einem aktuellen Positionspapier. Ist das Klientelpolitik oder eine auch aus allgemeiner Sicht berechtigte Forderung?<\/p>\n<h3><strong>St\u00e4dte und Gemeinden in Bedr\u00e4ngnis<\/strong><\/h3>\n<p>Die L\u00fccke in den Haushalten deutscher Kommunen w\u00e4chst. 1999 \u2014 so der Deutsche St\u00e4dte- und Gemeindebund betrugen etwa die Ausgaben f\u00fcr soziale Leistungen rund 26 Milliarden Euro. Zehn Jahre sp\u00e4ter waren sie bereits auf vierzig Milliarden angewachsen. Ber\u00fccksichtigt man zugleich die bereits erw\u00e4hnten Steuer-Mindereinnahmen f\u00fcr das Jahr 2010, so stehen viele Kommunen in Deutschland, die ohnehin seit Jahren Probleme mit ihrer Finanzierung haben, vor einem riesigen Berg an Aufgaben. Geld muss her! Rostocks Oberb\u00fcrgermeister Roland Methling m\u00f6chte dieses Problem beispielsweise mit einem erh\u00f6hten Hebesatz der Grundsteuer zumindest teilweise l\u00f6sen. Die H\u00f6he dieser von den St\u00e4dten und Gemeinden erhobenen Steuer wird durch Multiplikation des so genannten Einheitswertes eines Grundst\u00fcckes mit der Grundsteuermesszahl und dem Hebesatz ermittelt.<\/p>\n<h3><strong>Ein Beispiel zur Grundsteuer<br \/>\n<\/strong><\/h3>\n<p>W\u00fcrde der vom Finanzamt festgelegte Einheitswert eines Zweifamilienhauses beispielsweise 200.000 Euro betragen, so w\u00fcrde dieser Einheitswert mit einem Grundsteuermessbetrag von 3,1 Promille multipliziert. Das erg\u00e4be dann einen Wert von 620 Euro. Dieser Betrag wird anschlie\u00dfend mit dem Hebesatz multipliziert, der von den St\u00e4dten und Gemeinden festgelegt wird. Betr\u00e4gt er beispielsweise 370 Prozent, so ergibt sich eine j\u00e4hrliche Gesamtbelastung von 2.294 Euro. Ein erh\u00f6hter Hebesatz steigert also einerseits die Belastung f\u00fcr den oder die Immobilienbesitzer und andererseits die Einnahmen der St\u00e4dte und Gemeinden. Rostock ist mit seinen kontrovers diskutierten Pl\u00e4nen zu einer h\u00f6heren Grundsteuer kein Einzelfall. So hat etwa der Regierungspr\u00e4sident des Regierungsbezirks Darmstadt Johannes Baron die Stadt Offenbach aufgefordert, ihre Grundsteuer zur Sanierung der Stadtkasse zu erh\u00f6hen. Und Hochheim im selben Regierungsbezirk hat die Grundsteuer j\u00fcngst r\u00fcckwirkend zum Januar 2010 erh\u00f6ht.<\/p>\n<h3><strong>Die Forderungen des BSI<\/strong><\/h3>\n<p>Die Bundesvereinigung Spitzenverb\u00e4nde der Immobilienwirtschaft h\u00e4lt eine Erh\u00f6hung der Grundsteuer f\u00fcr den falschen Weg der Sanierung von klammen Kommunenkassen. Sie fordert eine durchdachte Grundsteuerreform, die eine \u201enachhaltige Stadt- und Raumentwicklung unterst\u00fctzt, aufkommensneutral erfolgt und unterschiedliche Grundst\u00fccks- und Nutzungsarten angemessen ber\u00fccksichtigt. Daneben sollen auch Leerst\u00e4nde ber\u00fccksichtigt werden, die die Einnahmen der Immobilieneigent\u00fcmer schm\u00e4lern. Die Bundesvereinigung fordert zugleich die Suche nach einer sachgerechten L\u00f6sung \u201ein Abstimmung mit den L\u00e4ndern, Kommunen und unter fr\u00fchzeitiger Einbeziehung aller betroffenen Parteien, also der Eigent\u00fcmer, Vermieter und Mieter\u201c. Tats\u00e4chlich k\u00f6nnte eine Grundsteuererh\u00f6hung im schlimmsten Fall Rattenschw\u00e4nze nach sich ziehen. Einzelh\u00e4ndler in verwaisenden Innenst\u00e4dten h\u00e4tten weitere Kosten bei stagnierenden oder sinkenden Einnahmen zu tragen. Zudem w\u00fcrde die Grundsteuer bei Mehrfamilienh\u00e4usern vermutlich durch den Eigent\u00fcmer an die Mieter weitergereicht, was Mieterh\u00f6hungen zur Folge h\u00e4tte. Nicht f\u00fcr jeden Haushalt d\u00fcrfte das tragbar sein.<\/p>\n<h3><strong>Und was nun?<\/strong><\/h3>\n<p>Die BSI warnt deshalb berechtigterweise vor m\u00f6glichen Negativfolgen einer Erh\u00f6hung der Grundsteuer. Fakt bleibt aber wohl, dass die St\u00e4dte und Gemeinden ihre Finanzierung irgendwie sichern m\u00fcssen und dabei auch ihre B\u00fcrger belasten werden. Die Entscheidung, wer genau wie sehr belastet wird, wird, ist keine einfache Aufgabe: alles andere als das. Ob eine Erh\u00f6hung der Grundsteuer dabei zu den richtigen und vertr\u00e4glichsten Wegen geh\u00f6rt, wird in den St\u00e4dten und Gemeinden entschieden. Es ist ein komplexes Thema, weil halt auch auf kommunaler Ebene so vieles mit vielem zusammenh\u00e4ngt. Ob und wie die Grundsteuer allgemein reformiert wird, wird Thema in h\u00f6heren Gremien sein. Hoffen wir einfach auch hier auf kluge Entscheidungen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte und Gemeinden brauchen Geld, keine Frage. So m\u00fcssen die deutschen St\u00e4dte und Gemeinden nach Angaben des Deutschen St\u00e4dte- und Gemeindebundes 2010 einen R\u00fcckgang der Steuereinnahmen um zw\u00f6lf Milliarden Euro im Vergleich zu 2008 kompensieren. 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