{"id":1792,"date":"2013-10-09T08:35:32","date_gmt":"2013-10-09T08:35:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1792"},"modified":"2020-11-18T10:37:13","modified_gmt":"2020-11-18T10:37:13","slug":"gewerbeimmobilien-wie-ineffektiv-ist-kaeufersuche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/gewerbeimmobilien-wie-ineffektiv-ist-kaeufersuche","title":{"rendered":"Gewerbeimmobilien: Wie (in)effizient ist K\u00e4ufersuche?"},"content":{"rendered":"<p>M\u00f6glicherweise l\u00e4sst sich die Effektivit\u00e4t der Anlegersuche f\u00fcr Gewerbeimmobilien deutlich steigern, wenn man die Informationspolitik optimiert. Dass es so sein k\u00f6nnte, legt jedenfalls eine aktuelle Studie nah, die die Professorin Dr. Susanne Ertle-Straub und ihr Team vom Studiengang Bau- und Immobilienmanagement der HAWK Holzminden in Kooperation mit dem Unternehmen Asset Profiler durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Laut dieser Studie passen etwa 66 Prozent der verschickten Expos\u00e9s gewerblicher Immobilienangebote nicht zu den aktuellen Anlageprofilen potenzieller K\u00e4ufer. Das mag angesichts einer derzeit hohen Nachfrage nach Immobilien in Deutschland zumindest bei einer Reihe von Gewerbeimmobilien kein ganz gro\u00dfes Problem sein. Andererseits gilt das nicht uneingeschr\u00e4nkt. Dar\u00fcber hinaus kann es sich sp\u00e4testens dann als Fehler erweisen, m\u00f6gliche M\u00e4ngel in der Effektivit\u00e4t von Kommunikation zu ignorieren, wenn die Nachfrage tendenziell wieder sinkt.<\/p>\n<h2>Wirbt man an der Zielgruppe vorbei?<\/h2>\n<p>\u201eInformationse\ufb03zienz&nbsp;gewerblicher&nbsp;Immobilienm\u00e4rkte\u201c hei\u00dft die Studie, die sich dem Informationsfluss zwischen Anbietern und Anlegern widmet und dabei manch ein Manko zutage gef\u00f6rdert hat. Auf die mehrere Antworten zulassende Frage, warum sie bestimmte Angebote nicht&nbsp;weiter verfolgen, antworteten knapp 90 Prozent der befragten Anleger, dass die angebotene Gewerbeimmobilie nicht zum Anlageprofil passt. Ungef\u00e4hr 75 Prozent nannten Preisgr\u00fcnde und immerhin 15 Prozent gaben an, eine Gewerbeimmobilie auch schon einmal abgelehnt zu haben, weil ihnen ihre eigene angeboten worden war. Etwas aufpassen muss man bei der Interpretation der Zahlen: Sie sagen aus, dass mehr befragte Anleger mindestens einmal eine Gewerbeimmobilie mit der Begr\u00fcndung abgelehnt haben, dass sie nicht ins Profil passt, als mit der Begr\u00fcndung, dass sie preislich unattraktiv wirkt. Es kann aber durchaus sein, dass angebotene Gewerbeimmobilien bei denjenigen Anlegern, die beide Gr\u00fcnde genannt haben (Mehrfachnennungen m\u00f6glich!), viel \u00f6fter aus Preisgr\u00fcnden als aufgrund eines Nichtpassens ins Anlegerprofil abgelehnt werden. Die Aussage, dass Gewerbeimmobilien \u00f6fter wegen Nichtpassens als aus Preisgr\u00fcnden abgelehnt werden, wird durch die Zahlen nicht belegt.<\/p>\n<p>Ein Indiz daf\u00fcr, dass die Kommunikation zwischen Anbietern und Anlegern beim Angebot von Gewerbeimmobilien nicht immer optimal verl\u00e4uft, bieten da eher die Antworten auf die Frage \u201eWie bewerten Sie die Informationseffizienz zwischen Anbietern von Objekten und Anlegern insgesamt?\u201c 36 Prozent der Anbieter antworteten hier mit \u201egut\u201c, zwei Prozent sogar mit \u201esehr gut\u201c und 54 Prozent mit \u201everbesserungsw\u00fcrdig\u201c. Bei den Anlegern antwortete dagegen niemand mit \u201esehr gut\u201c. Bei 17 Prozent lautete die Antwort \u201egut\u201c, bei 70 Prozent \u201everbesserungsw\u00fcrdig\u201c. Das spricht dann sehr wohl daf\u00fcr, dass \u2013 zumindest aus Anlegersicht \u2013 zwischen Anlegern und Anbietern einige Kommunikationsdefizite herrschen und ein Optimierungsbedarf besteht. Allerdings weisen die Studienautoren auch darauf hin, dass ihre Studie bei 146 vollst\u00e4ndigen Antworts\u00e4tzen und einer R\u00fccklaufquote von sieben Prozent \u201elediglich als allgemeine, unverbindliche Information&nbsp;gedacht\u201c&nbsp;ist und daher \u201enicht&nbsp;als&nbsp;Ersatz f\u00fcr eine detaillierte Recherche oder eine fachkundige&nbsp; Beratung&nbsp; oder&nbsp; Auskunft\u201c dienen kann. 52&nbsp;Teilnehmer der Umfrage seien Anleger gewesen, 63 Anbieter und 31 sowohl Anbieter als auch Anleger, hei\u00dft es in der Studie weiter.<\/p>\n<h2>Sind M\u00e4ngel in der Kommunikation ein Problem?<\/h2>\n<p>Zumindest institutionelle Investoren scheinen Immobilien derzeit zu lieben. Eine Studie des Research Centers for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin und des Unternehmens Commerz Real geht von einem Anstieg des Immobilienanteils im Portfolio institutioneller Anleger auf einen Rekordwert von 8,6 Prozent innerhalb der n\u00e4chsten drei Jahre aus. Aktuell liegt er laut Commerz Real Pressemitteilung zur Studie bei 7,3 Prozent. Zwar berichtet die Studie von einem steigenden Anteil an Wohnimmobilien im Portfolio der institutionellen Anleger, dennoch \u00fcberwiegen Gewerbeimmobilien weiterhin deutlich. Das spricht dann zun\u00e4chst einmal, zumindest bei institutionellen Anlegern, f\u00fcr eine hohe Nachfrage, durch die viele Anbieter von Gewerbeimmobilien ihre Ziele wohl auch mit einer nicht optimalen Kommunikation erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anbieter deutscher Immobilien haben derzeit scheinbar besonders gute Karten. \u201eDie Investoren sind hei\u00df auf deutsche Immobilien\u201c betitelte etwa die Zeitung \u201eDie Welt\u201c einen Artikel vom 7. Oktober 2013. Sie berichtet dort unter Berufung auf den Investmentexperte bei Jones Lang LaSalle (JLL) Timo Tschammler von einem Transaktionsvolumens bei deutschen Gewerbeimmobilien in den Quartalen 1 bis 3 des Jahres 2013 von 19,1 Milliarden Euro, was einen Anstieg um 28 Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.<\/p>\n<p>Muss man sich in solch einer Marktsituation, die von hohem Interesse an Gewerbeimmobilien (zumindest in Deutschland) gepr\u00e4gt zu sein scheint, Sorgen um die Effizienz seiner Kommunikation mit potenziellen Anlegern machen? Man muss es vielleicht weniger tun als in anderen Marktsituationen. Andererseits sollte man solche Situationen vielleicht daf\u00fcr nutzen, um ohne einen zu gro\u00dfen Druck Ver\u00e4nderungen zur Effizienzsteigerung anzugehen, die Vermarktungszeiten und Kosten weiter senken, und nicht zu warten, bis vielleicht eine neu entstandene Situation irgendwann dr\u00e4ngend Ver\u00e4nderungen einfordert.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus bedeutet eine allgemein g\u00fcnstige Lage f\u00fcr Anbieter von Gewerbeimmobilien auf dem deutschen Immobilienmarkt nat\u00fcrlich nicht, dass die Vermarktungsbedingungen f\u00fcr absolut jede Gewerbeimmobilie irgendwo in Deutschland gut sind. Und diejenigen, die beispielsweise (auch) wenig energieeffiziente Gewerbeimmobilien abseits von Toplagen im Angebot haben, sollten dann vielleicht doch nochmals ein bisschen intensiver analysieren, ob ihre Strategie f\u00fcr die Kommunikation mit potenziellen Anlegern wirklich schon optimal ist? Die Studie \u201eInformationse\ufb03zienz&nbsp;gewerblicher&nbsp;Immobilienm\u00e4rkte\u201c l\u00e4sst zumindest vermuten, dass eine ehrliche Antwort nicht \u00fcberall \u201eja\u201c lauten d\u00fcrfte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6glicherweise l\u00e4sst sich die Effektivit\u00e4t der Anlegersuche f\u00fcr Gewerbeimmobilien deutlich steigern, wenn man die Informationspolitik optimiert. Dass es so sein k\u00f6nnte, legt jedenfalls eine aktuelle Studie nah, die die Professorin Dr. Susanne Ertle-Straub und ihr Team vom Studiengang Bau- und Immobilienmanagement der HAWK Holzminden in Kooperation mit dem Unternehmen Asset Profiler durchgef\u00fchrt hat. 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