{"id":1825,"date":"2013-11-13T14:06:20","date_gmt":"2013-11-13T14:06:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1825"},"modified":"2020-11-18T10:25:16","modified_gmt":"2020-11-18T10:25:16","slug":"die-sanierung-kultureller-baudenkmaeler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/die-sanierung-kultureller-baudenkmaeler","title":{"rendered":"Die Sanierung kultureller Baudenkm\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p><strong>In einem denkmalgesch\u00fctzten Haus zu wohnen<\/strong> ist f\u00fcr viele Menschen attraktiv. Eine alte M\u00fchle auszubauen oder einen historischen Wasserturm neu zu gestalten, stellt ein architektonisches Abenteuer mit gro\u00dfem Reiz dar. Dieser Versuchung sollte man aber nicht allzu leichtfertig nachgeben, denn bei der Sanierung von kulturellen Baudenkm\u00e4lern m\u00fcssen einige Auflagen erf\u00fcllt werden. Bevor man sich also ins Abenteuer st\u00fcrzt, sollte man sich eingehend beraten lassen.<\/p>\n<p><b>Ortstermin mit dem Experten<\/b><br \/>\nWer ein historisches Geb\u00e4ude zur heimischen Wohnstatt umgestalten m\u00f6chte, sollte vorab einen Ortstermin mit einem Denkmalpfleger oder einem fachkundigen Architekten einplanen. Dabei erf\u00e4hrt man, welche Teile des Baudenkmals nicht angetastet werden d\u00fcrfen. Meist sind die Einschr\u00e4nkungen gar nicht so extrem, wie manche Interessenten zun\u00e4chst bef\u00fcrchten. Die wichtigste Grundregel bei der Sanierung historischer Bausubstanz besagt, dass sowohl die Aussagekraft als auch die Struktur des Geb\u00e4udes erhalten bleiben m\u00fcssen. Ist dies der Fall, kann der Bautr\u00e4ger mit einer Zusage des Amtes rechnen. Der Experte wei\u00df, worum es bei der Genehmigung geht und kann nach einem ersten Augenschein bereits eine Aussage \u00fcber die M\u00f6glichkeiten treffen.<\/p>\n<p><b>Was nicht geht<\/b><br \/>\nNicht genehmigungsf\u00e4hig sind weitreichende Eingriffe in die Konstruktion eines denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udes, wie beispielsweise die Raumaufteilung. Selbstverst\u00e4ndlich d\u00fcrfen auch keine tragenden W\u00e4nde versetzt werden. Auch eine Au\u00dfend\u00e4mmung ist eher schwierig durchzusetzen, wenn die Fassade erhalten bleiben soll. Als Alternative kann zur energetischen Sanierung dann die Innend\u00e4mmung der W\u00e4nde und oberen Decken in Frage kommen. Auch gro\u00dffl\u00e4chige photovoltaische Anlagen werden in der Regel nicht genehmigt, kleinere Solarelemente sind hingegen durchaus m\u00f6glich. Grunds\u00e4tzlich muss sich der Bauherr bei der Sanierung eines denkmalgesch\u00fctzten Hauses dar\u00fcber im Klaren sein, dass alle baulichen Ver\u00e4nderungen einer amtlichen Erlaubnis bed\u00fcrfen. Diese ist bei der Unteren Denkmalbeh\u00f6rde einzuholen. Die dortigen Sachbearbeiter sind zwar dazu verpflichtet, die finanzielle Belastung f\u00fcr den Eigent\u00fcmer gering zu halten, doch eine vorherige R\u00fccksprache ist trotzdem angeraten. So bekommt man am ehesten eine Idee davon, was geht und was nicht geht.<\/p>\n<p><b>Das Prozedere der Genehmigung<\/b><br \/>\nWenn mit der Beh\u00f6rde abgekl\u00e4rt ist, ob die geplanten Ma\u00dfnahmen Aussicht auf Genehmigung haben, und die Entscheidung f\u00fcr die Sanierung gefallen ist, wird schlie\u00dflich der Bauantrag beim Bauamt gestellt. F\u00fcr die Beantragung sind Fotografien, Beschreibungen der geplanten Bauma\u00dfnahmen und Planzeichnungen n\u00f6tig. Die Denkmalbeh\u00f6rde wird vom Bauamt von Rechts wegen mit einbezogen, Antrag und Berichtsdokumente werden automatisch dorthin weiter geleitet. Wenn die dargestellten Sanierungen die historische Bausubstanz ausreichend schonen und alles reibungslos abl\u00e4uft, erteilt die Denkmalbeh\u00f6rde nach Pr\u00fcfung der Unterlagen die Genehmigung. Voraussetzung daf\u00fcr ist die Einsicht, dass das Erscheinungsbild eines denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udes auch nach der Sanierung erhalten bleibt. Nach dem Umbau muss die Denkmalbeh\u00f6rde eine Bauabnahme vornehmen. F\u00e4llt die Begutachtung positiv aus, erh\u00e4lt der Eigent\u00fcmer eine amtliche Bescheinigung, die ihn zur steuerlichen Abschreibung bestimmter Kosten erm\u00e4chtigt.<\/p>\n<p><b>Finanzielle Entlastung durch steuerliche Abschreibungen<\/b><br \/>\nDie steuerlichen Abschreibungsm\u00f6glichkeiten bei der Sanierung kultureller Bausubstanz sind indirekte F\u00f6rderungen, die der Staat dem Eigent\u00fcmer zukommen l\u00e4sst. Die Steuererleichterungen gelten f\u00fcr jene Aufwendungen, die bei der Sanierung durch Denkmalschutzauflagen entstanden sind. Abschreibungsm\u00f6glichkeiten gibt es bereits beim Erwerb einer denkmalgesch\u00fctzten Immobilie. Sp\u00e4ter&nbsp; werden die Kosten, welche bei Sanierungen und f\u00fcr den Erhalt der historischen Bausubstanz entstehen, steuerlich gef\u00f6rdert. Auch Reparaturen und Restaurierungen geh\u00f6ren in diesen Bereich. Zu den Erhaltungskosten werden beispielsweise Ma\u00dfnahmen zur sinnvollen Nutzung eines historischen Geb\u00e4udes gez\u00e4hlt. Darunter fallen beispielsweise Energiesparma\u00dfnahmen, die Erneuerung der Heizung, Badeinbau, Dachreparaturen oder die Restaurierung von Fachwerk. F\u00f6rderungsw\u00fcrdig sind ebenso die Planungskosten entsprechend fachkundiger Architekten. Nicht gef\u00f6rdert werden hingegen Ma\u00dfnahmen, die nicht zum Erhalt oder zur sinnvollen Nutzung notwendig sind, wie beispielsweise der Ausbau von Dachr\u00e4umen zu Wohnzwecken. Solche Umbauten werden zwar in der Regel genehmigt, aber dennoch nicht steuerlich gef\u00f6rdert. Umso wichtiger ist eine vorherige R\u00fccksprache mit den Sachbearbeitern bei der Denkmalbeh\u00f6rde. Dort bekommt der Eigent\u00fcmer die Informationen, welche er f\u00fcr seine finanzielle Planung unbedingt ben\u00f6tigt. Er profitiert also am meisten von einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den zust\u00e4ndigen \u00c4mtern. In aller Regel trifft er dort auf kooperative Menschen, die seine Leidenschaft f\u00fcr die Erhaltung kultureller Baudenkm\u00e4ler teilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem denkmalgesch\u00fctzten Haus zu wohnen ist f\u00fcr viele Menschen attraktiv. Eine alte M\u00fchle auszubauen oder einen historischen Wasserturm neu zu gestalten, stellt ein architektonisches Abenteuer mit gro\u00dfem Reiz dar. Dieser Versuchung sollte man aber nicht allzu leichtfertig nachgeben, denn bei der Sanierung von kulturellen Baudenkm\u00e4lern m\u00fcssen einige Auflagen erf\u00fcllt werden. 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