{"id":1861,"date":"2013-12-05T13:02:28","date_gmt":"2013-12-05T13:02:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1861"},"modified":"2020-11-18T09:56:32","modified_gmt":"2020-11-18T09:56:32","slug":"kein-olympia-kein-neuer-wohnraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/kein-olympia-kein-neuer-wohnraum","title":{"rendered":"Kein Olympia \u2013 Kein neuer Wohnraum?"},"content":{"rendered":"<p>Das M\u00fcnchner Volk hat zusammen mit drei weiteren geplanten Austragungsorten entschieden: Keine olympischen Winterspiele im Jahr 2022. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entscheidung sind so vielf\u00e4ltig wie es vorher die Argumente der Bef\u00fcrworter und der Gegner waren. Beide Lager f\u00fchrten dabei auch die klamme Wohnsituation in M\u00fcnchen ins Feld. Ob die 1,1 Millionen stimmberechtigten M\u00fcnchner B\u00fcrger den Wohnungsmarkt bei ihrer Ablehnung ber\u00fccksichtigt haben, bleibt spekulativ. In der Diskussion spielte dieser Aspekt im Vorfeld aber eine nicht ganz unerhebliche Rolle.<\/p>\n<p><b>Das olympische Dorf als Wohnraum der Zukunft<\/b><br \/>\nDie olympischen Winterspiele 2022 h\u00e4tten auch die Planung eines neuen <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-muenchen\">olympischen Dorfes in M\u00fcnchen<\/a> mit sich gebracht. Dieses Projekt sollte auf dem Gel\u00e4nde des Bundeswehrverwaltungszentrums in der Dachauer Stra\u00dfe verwirklicht werden. Die beiden st\u00e4dtischen Wohnungsbaugesellschaften der bayrischen Landeshauptstadt wollten dort Unterk\u00fcnfte mit 3.500 Betten errichten, die sp\u00e4ter auch unter ihre Verwaltung gefallen w\u00e4ren. Der M\u00fcnchner Oberb\u00fcrgermeister Christian Ude nutzte dieses Bauprojekt als Argument f\u00fcr Olympia. Er sah damit 1.300 neue und bezahlbare Wohnungen als dauerhaften Gewinn f\u00fcr die Stadt M\u00fcnchen aus den Winterspielen. Denn die Fl\u00e4che, welche der Bund f\u00fcr den Bau des olympischen Dorfes frei geben wollte, w\u00fcrde der Stadt ohne Olympia nicht als Bauland zur Verf\u00fcgung stehen. Die Gegner vom B\u00fcndnis NOlympia sahen den Segen dieses Wohnraumes hingegen als nicht so gro\u00dfartig an wie der OB. Denn mit 1.300 neuen Einheiten k\u00f6nne die Wohnungsnot der Stadt nicht mal im Ansatz gel\u00f6st werden. Das gegnerische B\u00fcndnis aus Gruppen wie dem Bund Naturschutz Bayern und den Gr\u00fcnen legte den Fokus auf ganz andere Probleme, die es im Zusammenhang mit den olympischen Winterspielen auf die Wohnungssituation von M\u00fcnchen zukommen sah.<\/p>\n<p><b>Olympia und die Mietpreise<\/b><br \/>\nDie Olympiagegner vertraten die Meinung, dass ihre Stadt von noch weiter steigenden Mieten bedroht w\u00e4re, wenn sie zum Austragungsort der Winterspiele gew\u00e4hlt w\u00fcrde. Sie argumentierten einhellig mit dem ohnehin knappen Wohnraum und den allgemein hohen Lebenshaltungskosten in der bayrischen Landeshauptstadt. Die steigende Zahl von Menschen, die neu nach M\u00fcnchen kommen, verschlimmere diese Probleme zusehends. In den letzten Jahren war nach Meinung der Gegner bereits eine Versch\u00e4rfung dieser Problematik zu beobachten gewesen, durch Olympia bestehe die Gefahr eines zus\u00e4tzlichen Schubes. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gr\u00fcnen im Landtag \u00e4u\u00dferte diese Bef\u00fcrchtung als Sprecherin von NOlympia in der S\u00fcddeutschen Zeitung. Der Oberb\u00fcrgermeister Christian Ude reagierte verst\u00e4ndnislos auf dieses Interview. Ihm habe bisher noch niemand erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, wieso das von ihm bef\u00fcrwortete Projekt die Mieten f\u00fcr Wohnraum anheben solle. Die olympischen Winterspiele mit den im Anschluss veranstalteten Paralympics h\u00e4tten doch zusammen nur wenige Wochen gedauert. So \u00e4u\u00dferte sich der OB auf der Webseite des M\u00fcnchner Rathauses. Die Immobilienwirtschaft hatte sich noch bei der Bewerbung f\u00fcr Olympia 2018 zu einem B\u00fcndnis zusammengeschlossen, das die Spiele bef\u00fcrwortet hatte. Mehr als 20 Immobilienunternehmen hatten damals mit der Initiative Immo2018 f\u00fcr das Projekt geworben. Allerdings vergebens, wie man heute wei\u00df, denn die Spiele wurden nach S\u00fcdkorea vergeben. Bei der aktuellen Kampagne mischte sich die Immobilienwirtschaft jedoch kaum ein. Einen Zusammenschluss gab es diesmal nicht. Lediglich die Bayerische Hausbau trat \u00f6ffentlich als Bef\u00fcrworter in Erscheinung und unterst\u00fctzte die Initiative Team M\u00fcnchen 22.<\/p>\n<p><b>Alles Grantler in M\u00fcnchen?<\/b><br \/>\nSelbst ihr eigener Oberb\u00fcrgermeister denunzierte sein m\u00fcnchnerisches Wahlvolk als unverst\u00e4ndige <strong>Dimpflhuber<\/strong>. Seine st\u00e4dtischen Pressemitteilungen vom Freitag vor dem B\u00fcrgerentscheid sind voller Hohn und Spott f\u00fcr die Verweigerer. Seiner Meinung nach wollten die Olympiagegner einfach nicht kapieren, was f\u00fcr ein gro\u00dfartiges Geschenk sie sich da durch die Lappen gehen lie\u00dfen. Dabei sind die M\u00fcnchner eigentlich gar nicht die grantelnden Totalverweigerer, als die sie ihr OB hier darstellt. Denn in der Historie der bayrischen Landeshauptstadt lassen sich viele Gegenbeispiele finden. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise die neue Pinakothek der Moderne mit dem Museumsquartier, das sie umgibt. Ihren Ministerpr\u00e4sidenten Edmund Stoiber \u00fcberraschten die Landeshauptst\u00e4dter damals mit einer privaten Stiftung. Darin stellten die M\u00fcnchner B\u00fcrger in Windeseile stattliche elf Millionen Euro f\u00fcr das Projekt zur Verf\u00fcgung. Wenn die Menschen die Frage \u201aWas n\u00fctzt\u00b4s der Allgemeinheit?\u2018 also zufriedenstellend beantworten k\u00f6nnen, zeigen sie sich durchaus innovativ. Das war aber offensichtlich bei den geplanten olympischen Winterspielen nicht der Fall. Insbesondere gilt diese Tatsache wohl in Bezug auf die problematische Wohnsituation in M\u00fcnchen. Welche Rolle dieser Aspekt bei der Entscheidung auch immer gespielt haben mag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das M\u00fcnchner Volk hat zusammen mit drei weiteren geplanten Austragungsorten entschieden: Keine olympischen Winterspiele im Jahr 2022. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entscheidung sind so vielf\u00e4ltig wie es vorher die Argumente der Bef\u00fcrworter und der Gegner waren. Beide Lager f\u00fchrten dabei auch die klamme Wohnsituation in M\u00fcnchen ins Feld. 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