{"id":1969,"date":"2014-02-14T13:10:16","date_gmt":"2014-02-14T13:10:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1969"},"modified":"2020-11-18T09:27:30","modified_gmt":"2020-11-18T09:27:30","slug":"das-brandenburgische-parlament-residiert-jetzt-im-schloss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/das-brandenburgische-parlament-residiert-jetzt-im-schloss","title":{"rendered":"Das brandenburgische Parlament residiert jetzt im Schloss"},"content":{"rendered":"<p>Das neue Parlamentsgeb\u00e4ude in <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-potsdam\">Potsdam<\/a> wurde in den originalen Um- und Aufrissen des historischen Stadtschlosses auf dem Alten Markt errichtet. Dennoch handelt es sich dabei nicht um einen Palast, sondern um ein funktionales Regierungsgeb\u00e4ude. Das sollen die sieben Meter langen goldenen Lettern an der Westfassade verdeutlichen. Den Schriftzug \u201aCeci n\u2019est pas un Ch\u00e2teau\u2018 hat die K\u00fcnstlerin Annette Paul dort anbringen lassen. Er soll an das ber\u00fchmte Bild \u201aCeci n\u2019est pas une Pipe\u2018 des belgischen Surrealisten Ren\u00e9 Magritte erinnern. Unter der Abbildung einer Pfeife steht dort geschrieben: Dies ist keine Pfeife. Und der brandenburgische Landtag ist eben auch kein Schloss.<\/p>\n<p><b>Die Demokratie hat entschieden<\/b><br \/>\nDer Entscheid f\u00fcr die Errichtung eines <a href=\"http:\/\/www.landtag.brandenburg.de\/de\/startseite\">Landtagsgeb\u00e4udes<\/a> nach den Vorbildern des alten Potsdamer Stadtschlosses wurde demokratisch getroffen. Zun\u00e4chst wurde im Landtag eine Sanierung der alten Reichkriegsschule abgelehnt. Der ehemalige Sitz der SED Bezirksleitung und des sp\u00e4teren Nachwendeparlaments sollte demnach nicht in ein modernes Parlamentsgeb\u00e4ude umgewandelt werden. Stattdessen entschied man sich f\u00fcr den Wiederaufbau des historischen Schlosses am Alten Markt in modernem Parlamentsgewand. Obwohl dieser Entschluss zun\u00e4chst kontroverse Diskussionen ausl\u00f6ste, best\u00e4tigte auch eine Mehrheit der B\u00fcrger in einer Befragung diese L\u00f6sung.<\/p>\n<p><b>Ein Schloss, das keines ist<\/b><br \/>\nNach einer Bauzeit von dreieinhalb Jahren und Investitionen in H\u00f6he von 120 Millionen Euro wurde das neue Landtagsgeb\u00e4ude in Schlossoptik nun feierlich er\u00f6ffnet. Die Besucher konnten sich selbst davon \u00fcberzeugen, dass der Schriftzug \u201aCeci n\u2019est pas un Ch\u00e2teau\u2018 tats\u00e4chlich der Realit\u00e4t entspricht. Denn hinter der historischen Fassade verbirgt sich ein Regierungsgeb\u00e4ude, bei dem die Funktion im Vordergrund steht. Das vierfl\u00fcgelige Ergebnis seiner Planung beschreibt der Dresdner Architekt Kulka mit den Worten: Hier findet Transformation statt, treffen sich Geschichte und Moderne, ist der \u00dcbergang in die spartanische Welt des Landtags. Im historischen Schlossgewand befindet\u00a0 sich denn auch ein echtes Energiesparhaus.<\/p>\n<p><b>Der Weg vom Schloss zum Regierungsgeb\u00e4ude<\/b><br \/>\nIm Jahr 1945 war das Potsdamer Stadtschloss am Alten Markt stark besch\u00e4digt worden, 1960 schlie\u00dflich lie\u00df das SED Politb\u00fcro das historische Geb\u00e4ude komplett abrei\u00dfen. Schon seit der Wende war die Stadt mit dieser Baus\u00fcnde aus DDR Zeiten besch\u00e4ftigt gewesen, denn dort klaffte noch immer eine st\u00e4dtebauliche Wunde. Im Jahr 2009 wurde der Auftrag zur Beseitigung und Neubebauung des Schandflecks vergeben. Die niederl\u00e4ndische Royal BAM Group und der Architekt Peter Kulka erhielten den Zuschlag f\u00fcr die Planung, die Errichtung, die Finanzierung und den Betrieb des neu errichteten Landtagsschlosses f\u00fcr die Dauer von 30 Jahren. Kulka hat nach eigenen Angaben vor allem die Herausforderung gereizt, den Anspruch zu erf\u00fcllen, in einer barocken H\u00fclle mit vorgegebenem Ma\u00df so viel Platz zu schaffen, dass k\u00fcnftig auch der Berliner Landtag dort unterkommen k\u00f6nnte. Au\u00dferdem habe er die demokratische Vorgehensweise der Beschlussfassung gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><b>Die \u00dcbernahme der Mehrkosten steht im Raum<\/b><br \/>\nIm Laufe der Bauarbeiten wurden zwei Baudenkm\u00e4ler gefunden. Die Sicherung dieser Funde hat Mehrkosten in unbekannter H\u00f6he hervor gebracht. Das Finanzministerium macht zur tats\u00e4chlichen Summe keine Angaben. Weitere Kosten sind durch Zusatzw\u00fcnsche der Nutzer w\u00e4hrend der Bauphase entstanden. Thomas Vieweg, der Pressereferent des Finanzministeriums nennt diesbez\u00fcglich Mehrkosten aufgrund von h\u00f6heren Anforderungen an die Medientechnik im Geb\u00e4ude. Auch zu diesen Kosten macht er jedoch keine n\u00e4heren Angaben. Denn es ist noch nicht gekl\u00e4rt, wer am Ende diese Mehrkosten wird \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Das muss in einem Schiedsgerichtverfahren entschieden werden. Solange dieses Verfahren nicht abgeschlossen sei, wolle der Referent sein Schweigen beibehalten. Die Gesamtkosten, welche beim Bau des brandenburgischen Landtagsschlosses tats\u00e4chlich entstanden sind, werden der \u00d6ffentlichkeit also erst bekannt gegeben, wenn endg\u00fcltig gekl\u00e4rt ist, wer diese zu tragen hat.<\/p>\n<p><b>Ein Schloss, das gef\u00e4llt<\/b><br \/>\nDie Reaktionen der Besucher nach der offiziellen Er\u00f6ffnung waren trotz der noch ungekl\u00e4rten Kostenlage \u00fcberwiegend positiv. Den B\u00fcrgern gef\u00e4llt ihr altes neues Schloss genauso gut wie den Parlamentariern, die dort k\u00fcnftig tagen werden. Neugierige bekamen nicht nur die Gelegenheit, das Geb\u00e4ude von innen zu besichtigen, sie konnten auch den Architekten Peter Kulka pers\u00f6nlich kennen lernen. Das B\u00fcro des Landtagspr\u00e4sidenten stand den Besuchern anl\u00e4sslich der Er\u00f6ffnung ebenso offen wie die T\u00fcr des Ministerpr\u00e4sidenten. Einzig die Ausstellung des K\u00fcnstlers Lutz Friedel gab Anlass zu kontroversen Diskussionen. Denn unter den 112 ausgestellten Werken fanden sich auch Portr\u00e4ts von umstrittenen Pers\u00f6nlichkeiten wie Goebbels, Stalin und Hitler.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das neue Parlamentsgeb\u00e4ude in Potsdam wurde in den originalen Um- und Aufrissen des historischen Stadtschlosses auf dem Alten Markt errichtet. Dennoch handelt es sich dabei nicht um einen Palast, sondern um ein funktionales Regierungsgeb\u00e4ude. 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