{"id":1971,"date":"2014-02-17T15:47:22","date_gmt":"2014-02-17T15:47:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=1971"},"modified":"2020-11-18T09:23:30","modified_gmt":"2020-11-18T09:23:30","slug":"hamburger-entwickler-auf-den-berliner-dragonerhoefen-erlegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/hamburger-entwickler-auf-den-berliner-dragonerhoefen-erlegen","title":{"rendered":"Hamburger Entwickler auf den Berliner Dragonerh\u00f6fen erlegen"},"content":{"rendered":"<p>Am Anfang des Kaufs der Berliner Dragonerh\u00f6fe stand beim Hamburger Entwickler <a href=\"http:\/\/www.grealestate.eu\/\">ABR German Real Estate<\/a> das Motto: Tap\u00adfer k\u00e4mp\u00adfen, glor\u00adreich sie\u00adgen oder eh\u00adren\u00advoll er\u00adlie\u00adgen. Ob das geplatzte Gesch\u00e4ft den <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-fuer-grundstueckswerte-hamburg\">Hamburgern<\/a> nun zur Ehre gereicht oder nicht, bleibt dahin gestellt. Eine Niederlage mussten sie aber auf jeden Fall hinnehmen.<\/p>\n<p><b>Tapfer gek\u00e4mpft<\/b><br \/>\nEinen tapferen Kampf haben Arne Olofs\u00adson, Klaus Ro\u00adel\u00adcke und Alex\u00adan\u00adder Wendt von ABR German Real Estate f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-in-der-bundeshauptstadt-berlin\">Berliner<\/a> Dragonerh\u00f6fe hingelegt. Glorreich gesiegt haben sie jedoch am Ende nicht. Denn das Gesch\u00e4ft ist geplatzt. Die Frist zur Hinterlegung des Kaufpreises in H\u00f6he von 22 Millionen Euro ist verstrichen, ohne dass die Hamburger den Betrag \u00fcberwiesen h\u00e4tten. Dies sei aber keineswegs geschehen, weil die ABR pleite ist, betont Vorstand Arne Olofsson. Seine Wut \u00fcber den Ablauf der Kaufverhandlungen kann er dabei kaum verbergen.<\/p>\n<p><b>Zwei Welten, ein Gesch\u00e4ft<\/b><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.bundesimmobilien.de\/6667153\/ansprechpartner\">Ste\u00adphan Re\u00adge\u00adler von der Bun\u00addes\u00adan\u00adstalt f\u00fcr Im\u00admo\u00adbi\u00adli\u00aden\u00adauf\u00adga\u00adben<\/a> Bima ist f\u00fcr den Verkauf der Dragonerh\u00f6fe zust\u00e4ndig. Er hat die Aufgabe, das Objekt zum H\u00f6chstpreis an den Mann zu bringen. Interessierte Initiativen, wie beispielsweise der Ver\u00adein f\u00fcr so\u00adzia\u00adle und nach\u00adhal\u00adti\u00adge Stadt\u00adent\u00adwick\u00adlung Up\u00adstall Kreuz\u00adberg, hatten daher keinerlei Chance auf den Zuschlag. Der ging also an ABR German Real Estate, weil deren Konzept Regeler nach eigenen Aussagen \u00fcberzeugt habe. Die Hamburger Entwickler wollten mit reichlich Kapital ihrer Investoren im Hintergrund mit diesem Gesch\u00e4ft eines der seltenen Kreuzberger Filetst\u00fccke zum Leben erwecken. Und zwar mit dem Bau von etwa 700 Wohnungen und zus\u00e4tzlichen Gewerbeeinheiten auf dem Gel\u00e4nde der Dragonerh\u00f6fe. Die insgesamt 18 Geb\u00e4ude mit einer bebauten Fl\u00e4che von 18.600 Quadratmetern sollten um mehrere Etagen aufgestockt werden. Auch eine Privatuniversit\u00e4t mit Mensa und Audimax war angedacht. Die Kommunikation zwischen beiden Parteien, die offensichtlich aus v\u00f6llig unterschiedlichen Welten stammen, klappte aber von Anfang an nicht optimal. So beklagt Olofsson nach einem Gespr\u00e4ch mit dem Berliner Stadtrat f\u00fcr Stadtentwicklung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg Hans Panhoff die \u00fcberh\u00f6hten Anspr\u00fcche der Stadtplaner. Er solle einer Ge\u00adnos\u00adsen\u00adschaft Bau\u00adland ab\u00adge\u00adben, preis\u00adwer\u00adte Woh\u00adnun\u00adgen bauen und so\u00adzia\u00adle In\u00adfra\u00adstruk\u00adtur er\u00adrich\u00adten und trotz\u00addem zwei Drit\u00adtel der Wert\u00adstei\u00adge\u00adrung an die Stadt \u00fcber\u00adwei\u00adsen, ohne dass ihm die An\u00adstren\u00adgun\u00adgen gut\u00adge\u00adschrie\u00adben w\u00fcrden, schimpft der ABR Vorstand. Panhoff \u00e4u\u00dfert sich da ganz kontr\u00e4r und betont, dass die soziale Nutzung nat\u00fcrlich verrechnet werden sollte. Dieser Aussage scheint Olofsson aber wiederum nicht ganz zu trauen.<\/p>\n<p><b>Das Ende der Tapferkeit<\/b><br \/>\nDer tapfere Kampf um dieses Gesch\u00e4ft hatte bei Olofsson und seinen Vorstandskollegen ein Ende, als immer klarer wurde, dass es die Stadt Berlin mit der sogenannten sozialen Bodennutzung ernst meinte. Die Stadtplaner bekr\u00e4ftigten ihre Forderungen nach bezahlbarem Wohnraum im Kreuzberger Kiez. Florian Schmidt, der von der ABR German Real Estate mit einem dialogischen Planungsverfahren beauftragt war, gibt an, dass die Forderung nach einem Anteil von 30 Prozent preiswerter Wohnungen im Jahr 2012 noch nicht absehbar gewesen sei. Auch die verlangte Abf\u00fchrung eines Teils der Bodenwertsteigerung an die \u00f6ffentliche Hand habe man damals noch nicht voraus sehen k\u00f6nnen. Olofsson erg\u00e4nzt, dass die Forderungen der Stadt so pau\u00adschal, un\u00adklar und dif\u00adfus seien, dass er daraus keine pr\u00e4zise Rechnung erstellen k\u00f6nne.<\/p>\n<p><b>Die Geschichte der Dragonerh\u00f6fe<\/b><br \/>\nErbaut wurden die Dragonerh\u00f6fe in den Jahren 1855 bis 1918 als Reitst\u00e4lle. Sie sollten dem Ersten Garde Dragoner Regiment der <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Victoria_%28Vereinigtes_K%C3%B6nigreich%29\">K\u00f6nigin Victoria von Gro\u00dfbritannien und Irland<\/a> als Unterkunft f\u00fcr seine Pferde dienen. In den Jahren 1939 bis 1944 wurde das Gel\u00e4nde zwischen der Obentrautstra\u00dfe und dem Mehringdamm als Zwangsarbeiterlager benutzt. Heute sind die Geb\u00e4ude an eine bunte Mischung von Werkst\u00e4tten, Lagern und Clubs vermietet. Eine in der ganzen Stadt bekannte Polsterei residiert dort ebenso wie eine Bio-Supermarktkette. Insgesamt kommt so eine Jahresnettokaltmiete von 200.600 Euro zusammen. Wie die Geschichte der Dragonerh\u00f6fe nun weiter geht, ist offen. Denn das ganze Procedere geht mit dem n\u00e4chsten potenziellen K\u00e4ufer noch einmal von vorne los. Dem Berliner Chef der Bima, der den geschlossenen Vertrag nun r\u00fcckabwickeln und erneut ausschreiben muss, mangelt es aber offenbar nicht an Kaufinteressenten. Regeler sagt, dass durchaus auch andere Mitbewerber bereit gewesen w\u00e4ren, den verlangten Preis zu bezahlen. Die anvisierten 22 Millionen Euro wurden in der gesamten Branche als \u201aexorbitant hoher Betrag\u2018 bewertet. Man darf also gespannt sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Anfang des Kaufs der Berliner Dragonerh\u00f6fe stand beim Hamburger Entwickler ABR German Real Estate das Motto: Tap\u00adfer k\u00e4mp\u00adfen, glor\u00adreich sie\u00adgen oder eh\u00adren\u00advoll er\u00adlie\u00adgen. Ob das geplatzte Gesch\u00e4ft den Hamburgern nun zur Ehre gereicht oder nicht, bleibt dahin gestellt. Eine Niederlage mussten sie aber auf jeden Fall hinnehmen. 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