{"id":428,"date":"2010-10-03T13:04:07","date_gmt":"2010-10-03T13:04:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=428"},"modified":"2020-11-19T14:29:48","modified_gmt":"2020-11-19T14:29:48","slug":"energetisches-sanieren-oder-altbau-ist-nicht-gleich-altbau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/energetisches-sanieren-oder-altbau-ist-nicht-gleich-altbau","title":{"rendered":"Energetisches Sanieren ODER Altbau ist nicht gleich Altbau"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Klimasch\u00fctzer sind unzufrieden, Besitzer von Altbauten atmen auf, Mieter st\u00f6hnen angesichts vorausgesagter Mieterh\u00f6hungen \u2013 Energiekonzepte werden wohl niemals alle Betroffenen zufrieden stellen, unabh\u00e4ngig davon, was sie nun beinhalten. Das urspr\u00fcngliche Ziel, alle Geb\u00e4ude in Deutschland bis 2050 auf einen klimaneutralen Stand zu bringen, ist jedenfalls nicht mehr im aktuellen Konzept enthalten. Es w\u00e4re wohl rechtlich auch tats\u00e4chlich bedenklich, alle Hausbesitzer zu passenden Ma\u00dfnahmen zwingen zu wollen, zumal sich die Wirtschaftlichkeit einer energetischen Sanierung von Altbau zu Altbau unterscheidet. Eine passende und vielleicht st\u00e4rker differenzierte F\u00f6rderung scheint dagegen das \u201eA\u201c und \u201eO\u201c zu sein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Sanieren lohnt sich in sehr unterschiedlichem Ma\u00dfe<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Fakten zur Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungen bei unterschiedlichen Altbauten lieferte das Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (IfW) in Halle mit einer aktuellen Studie. Ein Ergebnis: In ihr wurden Daten von 200.000 Geb\u00e4uden in Deutschland analysiert. Unsanierte mittelgro\u00dfe Bauten aus der Zeit von 1900 bis 1918 haben laut Studie etwa im Vergleich zu unsanierten Geb\u00e4uden aus den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren relativ gute Energieeffizienzwerte. Ihre Au\u00dfenw\u00e4nde, so das IfW, bestehen h\u00e4ufig aus Vollziegeln, die W\u00e4rme relativ gut im Haus halten. Im Vergleich verbrauchen unsanierte Geb\u00e4ude aus jener Zeit vor dem Ersten Weltkrieg daher nur etwa zehn Prozent mehr Heizenergie als nach einer Sanierung. Zugleich ist eine Sanierung oftmals relativ kostspielig, da die Au\u00dfenw\u00e4nde h\u00e4ufig durch Ornamente geschm\u00fcckt sind, was zu aufw\u00e4ndigen Sanierungen f\u00fchrt. Ganz anders \u2014 so das IfW weiter \u2014 sei die Sachlage bei Bauten aus den f\u00fcnfziger Jahren. Bei ihnen senken Sanierungen den Energieverbrauch des Hauses um durchschnittlich 27 Prozent. F\u00fcr das IfW Halle ist das Fazit klar: Die F\u00f6rderpolitik muss auch den jeweiligen Bau ber\u00fccksichtigen, der saniert werden soll, und die F\u00f6rderung sollte in der H\u00f6he differenzieren. Ansonsten d\u00fcrfte es sich der Besitzer eines Altbaus aus den Anf\u00e4ngen des 20sten Jahrhundert dreimal \u00fcberlegen, ob er sein Haus saniert oder nicht. Die Wirtschaftlichkeit der Sanierung d\u00fcrfte f\u00fcr ihn oftmals nicht gegeben sein.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>H\u00f6here F\u00f6rderung bringt Gewinn f\u00fcr alle?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Der zu verteilende Topf ist klein geworden, jedenfalls im Vergleich zu 2009. So standen 2009 f\u00fcr das CO2-Geb\u00e4udesanierungsprogramm des Bundes noch 2,2 Milliarden Euro zur Verf\u00fcgung. 2010 waren es dann nur noch 1,35 Milliarden und 2011 wird der gesamte F\u00f6rderbetrag wohl trotz j\u00fcngster Aufstockung unter die Milliardengrenze rutschen. Da fragt man sich, ob \u00fcberhaupt Raum f\u00fcr eine Differenzierung da ist: Wenn Besitzer von H\u00e4usern aus der Zeit von 1900 bis 1918 mehr Geld bek\u00e4men, m\u00fcssten Besitzer von H\u00e4usern aus den 50er- und 60er Jahren wahrscheinlich weniger erhalten, um die Grenzen des Etats zu ber\u00fccksichtigen. Was soll da f\u00fcr die Besitzer j\u00fcngerer Altbauten noch \u00fcbrig bleiben? Fakt ist wohl: Alleine, um zum Klimaschutz beizutragen, werden sich vermutlich nur gut betuchte Immobilienbesitzer mit Verantwortungsgef\u00fchl gegen\u00fcber der Umwelt freiwillig auf eine Sanierung bisher unsanierter alter H\u00e4user einlassen. Viele andere werden auch auf ihren Geldbeutel schauen und auf dieser Basis entscheiden, ob sie sanieren lassen oder nicht. Angemessene staatliche Hilfen k\u00f6nnten da wertvolle Anreize schaffen und auch dem Bund nicht alleine Vorteile beim Klimaschutz verschaffen. Laut Aussage von Martin Mathes (IG Bau Recht) in einem Interview mit dem Energieportal \u201eenergieglobe.de\u201c initiiert jeder als F\u00f6rderung der Energieeffizienz eingesetzte Euro des Bundes Investitionen in H\u00f6he von f\u00fcnf Euro und bringt dem Bund anschlie\u00dfend 1,70 Euro in Form von Steuern und Abgaben zur\u00fcck. Martin Mathes beruft sich dabei auf nicht n\u00e4her von ihm benannte Studien. Nun haben Zahlenspiele bisweilen die Eigenschaft, ganz andere Ergebnisse zu bringen als Zahlenspiele zum selben Thema mit anderen Autoren. Sollte Martin Mathes aber auch nur halbwegs Recht haben, w\u00e4ren steigende F\u00f6rderungen ein Win-Win-Gesch\u00e4ft, das sich auch der Bund eigentlich nicht entgehen lassen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klimasch\u00fctzer sind unzufrieden, Besitzer von Altbauten atmen auf, Mieter st\u00f6hnen angesichts vorausgesagter Mieterh\u00f6hungen \u2013 Energiekonzepte werden wohl niemals alle Betroffenen zufrieden stellen, unabh\u00e4ngig davon, was sie nun beinhalten. Das urspr\u00fcngliche Ziel, alle Geb\u00e4ude in Deutschland bis 2050 auf einen klimaneutralen Stand zu bringen, ist jedenfalls nicht mehr im aktuellen Konzept enthalten. 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