{"id":543,"date":"2010-11-17T06:16:33","date_gmt":"2010-11-17T06:16:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=543"},"modified":"2020-11-19T13:57:42","modified_gmt":"2020-11-19T13:57:42","slug":"wohin-steuert-die-deutsche-baubranche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/wohin-steuert-die-deutsche-baubranche","title":{"rendered":"Wohin steuert die deutsche Baubranche?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Das Unternehmen Hochtief hat j\u00fcngst umfangreiche Verk\u00e4ufe angek\u00fcndigt, um sich so im Abwehrkampf gegen eine \u00dcbernahme durch den spanischen ACS-Konzern zu st\u00e4rken. M\u00f6glicherweise ist eine \u00dcbernahme aber auch dadurch nicht mehr zu verhindern. Handelt es sich hier alleine um die Krise eines einzelnen Konzerns oder steckt mehr dahinter? Die Studie &#8222;Die deutschen Bauunternehmen&nbsp;&#8211; kein Hang zur Gr\u00f6\u00dfe&#8220; von der Berliner Beuth Hochschule f\u00fcr Technik und dem ifo-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung aus M\u00fcnchen l\u00e4sst Letzteres vermuten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Die deutsche Baubranche &#8211; nicht alles, was gut klingt, ist gut!<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Keine Frage: Die Baubranche hat im Wirtschaftsleben Deutschlands eine wichtige Bedeutung. 2009 betrug der Anteil von Bauinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt knapp zehn Prozent. Die H\u00f6he der von den zehn gr\u00f6\u00dften Bauunternehmen erbrachten Jahresbauleistung ist innerhalb von knapp zwanzig Jahren deutlich gestiegen: W\u00e4hrend sie 1999 noch bei etwa 1,7 Milliarden Euro lag, erreichte sie 2008 den Wert von knapp 4,8 Milliarden Euro und damit eine Steigerung von ungef\u00e4hr 180 Prozent. Klingt doch alles gut! Ganz so gut ist es dann vielleicht aber doch nicht, wie eingangs erw\u00e4hnte Studie vor Augen f\u00fchrt. Immerhin handelt es sich um einen Betrachtungszeitraum von fast zwanzig Jahren, in den man auch die durchschnittliche Preisentwicklung einkalkulieren muss. Und wenn man die beiden 2008 gr\u00f6\u00dften Unternehmen Hochtief AG und Bilfinger Berger AG einmal ausklammert, so bleibt in den knapp zwanzig Jahren nur noch ein Wachstum der Jahresbauleistung von drei\u00dfig Prozent \u00fcbrig.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Eine Boom und eine danach folgende Flaute<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Baubranche hatte ihre Boomphase nach der Wiedervereinigung mit einem Rekord der Bauinvestitionen 1995 in H\u00f6he von 259 Milliarden Euro. Danach begann eine Abw\u00e4rtsbewegung, durch die die Bauinvestitionen etwa 2005 nur noch bei 75 Prozent der Investitionen zehn Jahre zuvor ausmachten. F\u00fcr Bauunternehmen in Deutschland wurde es schwieriger, gute Gesch\u00e4fte zu machen, was auch an einem Preiskampf lag. Laut Studie stiegen die Preise im Bau von Wohngeb\u00e4uden zwischen 1992 und 2009 nur um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr, wobei sie sich zwischen 1996 und 2005 so gut wie gar nicht bewegt haben. F\u00fcr Unternehmen sind das keine guten Voraussetzungen f\u00fcr Gewinne.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Ein Markt in Bewegung<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Unternehmen reagierten verschieden auf diese Entwicklung: Sie versuchten, durch \u00dcbernahmen zu wachsen, ihr Angebotsportfolio zu erg\u00e4nzen, sich verst\u00e4rkt auf Auslandsm\u00e4rkten zu tummeln und\/oder sie stiegen in einen Preiskampf ein, um Konkurrenten vom Markt zu dr\u00e4ngen und die Preise danach wieder ansteigen zu lassen. Auch einige gro\u00dfe Bauunternehmen blieben auf der Strecke, so die Philipp Holzmann AG oder die Walter Bau AG. Auff\u00e4llig ist, wie wenig die Tabellen der zehn gr\u00f6\u00dften Bauunternehmen Deutschlands aus den Jahren 1990 und 2008 in der Studie \u00fcbereinstimmen. 1990 standen neben Philipp Holzmann auch Unternehmen wie die Dywidag AG auf der Liste, w\u00e4hrend 2008 Unternehmen wie Max Boegl auftauchen, die 1990 noch nicht in der Liste existierten. Das spricht nicht unbedingt f\u00fcr Kontinuit\u00e4t auf dem deutschen Markt.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Fehlt der Hang zur Gr\u00f6\u00dfe?<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Noch eins ist auff\u00e4llig bei der Marktschau und wird von den Autoren der Studie hervorgehoben. Die deutsche Baubranche ist vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen gepr\u00e4gt. Diese Tendenz hat sich seit 1990 verst\u00e4rkt. W\u00e4hrend 1990 insgesamt 0,25 Prozent aller Unternehmen im Bauhauptgewerbe f\u00fcnfhundert oder mehr Mitarbeiter besa\u00dfen, waren es 2008 nur noch 0,03 Prozent. Zu den zehn gr\u00f6\u00dften Bauunternehmen in Europa geh\u00f6ren mit Bilfinger Berger und Hochtief laut Deloitte LLP \u2013 Studie zwei deutsche Unternehmen. Die beiden Unternehmen sind jedoch in den Top-50 die einzigen deutschen Vertreter, w\u00e4hrend beispielsweise dreizehn britische Bauunternehmen, sieben aus den Niederlanden und sechs aus Spanien zu dieser Gruppe geh\u00f6ren. Sollte Hochtief wirklich \u00fcbernommen werden, bliebe nur noch ein unabh\u00e4ngiges deutsches Bauunternehmen in den Top-50 \u00fcbrig. \u201eHaben deutsche Baufirmen einfach keinen Hang zur Gr\u00f6\u00dfe?\u201c fragt die Studie zum Abschluss und die Frage scheint irgendwie berechtigt. Wohin steuert die deutsche Baubranche?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Unternehmen Hochtief hat j\u00fcngst umfangreiche Verk\u00e4ufe angek\u00fcndigt, um sich so im Abwehrkampf gegen eine \u00dcbernahme durch den spanischen ACS-Konzern zu st\u00e4rken. 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