{"id":616,"date":"2011-01-06T08:06:47","date_gmt":"2011-01-06T08:06:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=616"},"modified":"2020-11-19T13:28:07","modified_gmt":"2020-11-19T13:28:07","slug":"ruhrgebiet-2011-was-bleibt-vom-glanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/ruhrgebiet-2011-was-bleibt-vom-glanz","title":{"rendered":"Ruhrgebiet 2011 \u2013 was bleibt vom Glanz?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Bleibt irgendetwas Nachhaltiges f\u00fcrs Ruhrgebiet nach der Zeit als Kulturhauptstadt oder schwelgt die Region bald in Erinnerung an glorreiche Zeiten, w\u00e4hrend alte Probleme aus der Warteschleife treten und wieder zu Regenten werden? Im St\u00e4dteranking 2010 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft und des Magazins Wirtschaftswoche hat es f\u00fcr die Ruhrgebietsst\u00e4dte Essen, Dortmund, Duisburg, Oberhausen und Gelsenkirchen jedenfalls wieder nur f\u00fcr hintere und hinterste Pl\u00e4tze auf der Liste mit den einhundert gr\u00f6\u00dften kreisfreien St\u00e4dten Deutschlands gereicht. Andererseits meldet etwa die Zeitung \u201eDer Westen\u201c f\u00fcr Duisburg, die Immobilien der Stadt seien \u201ebegehrt wie lange nicht mehr\u201c. Ruhrgebiet 2011: Zeichen der Hoffnung oder doch eher eines weiteren Niedergangs?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Sonnige Nachrichten<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">5.600 Veranstaltungen mit etwa 10,5 Millionen Besuchern: Die von der Ruhr.2010 GmbH ver\u00f6ffentlichte Abschlussbilanz des Ruhrgebiets als Kulturhauptstadt Europas kann sich sehen lassen. Doch nun ist aus Ruhr 2010 Ruhr 2011 geworden und die Medien\u00f6ffentlichkeit widmet sich verst\u00e4rkt neuen Aktionen und Regionen. Immerhin: 61 Prozent der befragten Nordrhein-Westfalen in einer vom WDR-Kulturmagazin west.art in Auftrag gegebenen Infratest dimap Umfrage sahen eine f\u00fcrs Ruhrgebiet Identit\u00e4t stiftende Wirkung des Jahres als Kulturhauptstadt. Finanziell wird das Ruhrgebiet nach Aussage des Co-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers der Ruhr.2010 GmbH, Oliver Scheytt, im Magazin \u201eStern\u201c durch den Regionalverband Ruhr und Nordrhein-Westfalen 2011 mit jeweils 2,4 Millionen Euro unterst\u00fctzt. Und nach Angaben des Statistischen Landesamtes von NRW brachten alleine die ersten neun Monate des Jahres 2010 knapp zw\u00f6lf Prozent mehr \u00dcbernachtungen von G\u00e4sten in den Ruhrgebietsst\u00e4dten. Ob letztgenannte Zahl nachhaltig ist oder 2011 wieder deutlich sinkt, darf zumindest gefragt werden.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Die R\u00fcckkehr des Alltags<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Nun kehrt verst\u00e4rkt der Alltag in das Ruhrgebiet ein und es bleiben viele Probleme. So bescheinigte das St\u00e4dteranking 2010 etwa der Stadt Duisburg eine zwischen 2004 bis 2008 um 25,1 Prozent gestiegene Einkommensteuerkraft, w\u00e4hrend der Durchschnitt der untersuchten St\u00e4dte bei 41,2 Prozent lag. Im Zeitraum 2004 bis 2009 stieg die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitspl\u00e4tze in Duisburg immerhin um 0,7 Prozent, im Durchschnitt aller untersuchten St\u00e4dte aber um 3,1 Prozent. Das sind keine sonderlich guten Werte f\u00fcr Duisburg. Andererseits zitiert etwa die Zeitung \u201eDer Westen\u201c den Immobilienverband IVD West mit der Aussage, die Nachfrage nach Wohnimmobilien in Duisburg sei 2010 gegen\u00fcber 2009 um zehn Prozent gestiegen. Auf dem B\u00fcromarkt seien in Duisburg insgesamt 64.000 m\u00b2 im Jahr 2010 vermittelt worden und die Leerstandsquote betrage etwa vier Prozent, was im Vergleich zum Nachbar D\u00fcsseldorf mit seinen 11,3 Prozent Leerstand recht wenig ist. Ganz eindeutig sind die Zeichen halt auch in Ruhrgebietsst\u00e4dten wie Duisburg nicht, das durch das schreckliche Ungl\u00fcck w\u00e4hrend der Love Parade wohl nicht nur gute Erinnerungen an das Jahr 2010 hat.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\"><strong>Das Ruhrgebiet \u2013 umrahmt von m\u00e4chtigen Nachbarn<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln sind m\u00e4chtige Nachbarn, mit denen sich das Ruhrgebiet messen muss. W\u00e4hrend die neu vermietete B\u00fcrofl\u00e4che in den beiden gr\u00f6\u00dften Ruhrgebietsst\u00e4dten Dortmund und Essen in den ersten drei Quartalen 2010 laut der Makler von BNP Paribas Real Estate bei 109.000 m\u00b2 lag, kam alleine D\u00fcsseldorf im selben Zeitraum auf 288.000 m\u00b2 und K\u00f6ln immerhin auf 147.000 m\u00b2. Da h\u00f6rt man sie dann schnell wieder, die Klage, es fehle im Ruhrgebiet an Kooperation. &#8222;Wenn die Kommunen zusammenarbeiten w\u00fcrden, w\u00e4ren wir eine Macht.&#8220;, wird Stephan K\u00f6lbl vom Essener Projektentwickler K\u00f6lbl Kruse in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom f\u00fcnfzehnten Dezember 2010 zitiert. Zusammenzuwachsen ist ein langwieriger Prozess und er funktioniert wohl nur, wenn man tats\u00e4chlich zusammenwachsen will. Vielleicht hat Ruhr2010 diesen Willen ein wenig gest\u00e4rkt. Vielleicht!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bleibt irgendetwas Nachhaltiges f\u00fcrs Ruhrgebiet nach der Zeit als Kulturhauptstadt oder schwelgt die Region bald in Erinnerung an glorreiche Zeiten, w\u00e4hrend alte Probleme aus der Warteschleife treten und wieder zu Regenten werden? 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