{"id":893,"date":"2011-06-04T17:57:54","date_gmt":"2011-06-04T17:57:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/?p=893"},"modified":"2020-11-19T09:52:45","modified_gmt":"2020-11-19T09:52:45","slug":"wohnpreise-in-berlin-sind-berliner-irgendwie-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/blog\/wohnpreise-in-berlin-sind-berliner-irgendwie-anders","title":{"rendered":"Mietpreise in Berlin \u2013 sind Berliner irgendwie anders?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Berlin bleibt im Vergleich der deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte ein preiswertes Pflaster, sagt Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Im Durchschnitt kostet eine nicht preisgebundene Berliner Wohnung 5,21 pro m\u00b2 Nettokaltmiete. Das geht aus dem j\u00fcngsten Mietspiegel der Stadt hervor. \u201eF\u00fcr f\u00fcnf Euro pro Quadratmeter bekomme man \u201ebestenfalls eine unsanierte Erdgeschossbude an einer sechsspurigen Ausfallstra\u00dfe\u201c, urteilte das Magazin Capital auf seiner Seite \u201eImmobilien-Kompass.de\u201c. Ist Berlins Wohnungsmarkt nun relativ entspannt oder vielleicht doch mit Problemen behaftet? Und ist eventuell einfach der Berliner Umgang mit Problemen ein anderer als der von M\u00fcnchnern und Hamburgern?<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Berlin \u2013 die Mieten steigen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Berlin sei auch dann g\u00fcnstig, wenn man die niedrigeren Durchschnittseinkommen der Berliner im Vergleich zu Hamburg oder M\u00fcnchen ber\u00fccksichtige, berichtete Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer bei der Pr\u00e4sentation des Berliner Mietspiegels 2011. Die Demonstranten, die w\u00e4hrend der Pr\u00e4sentation lauthals \u201eSteigende Mieten stoppen\u201c riefen, waren wohl anderer Meinung und der Berliner Mieterverein bezeichnete es als einen Skandal, \u201edass der Senat die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt\u201c leugne\u201c. Die Tageszeitung Neues Deutschland schrieb derweil, dass die Mieten in Berlin schneller als die Einkommen wachsen und gar doppelt so schnell wie die Inflationsrate. Als ein au\u00dfen stehender Nicht-Berliner steht man da vor zwei m\u00f6glichen Interpretationen: Eventuell redet der Senat der Stadt Zahlen sch\u00f6n, die gar nicht so sch\u00f6n sind. Oder die Mieter und Mietervertreter \u00e4u\u00dfern \u00fcbertriebenen Unmut.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Mietsteigerungen \u2013 Berlin ist nicht Spitze<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Lassen wird zun\u00e4chst nackte zahlen sprechen. Pro Jahr stiegen die Mieten in Berlin seit 2009 um durchschnittlich vier Prozent. Der aktuelle Durchschnittswert von 5,21\u20ac pro m\u00b2 liegt tats\u00e4chlich unter dem Wert f\u00fcr Hamburg (6,79 Euro\/m\u00b2) und M\u00fcnchen (9,79 Euro\/m\u00b2). In einem 2011 ver\u00f6ffentlichten Drei-Jahres-Vergleich des Portals Immowelt taucht Berlin als Stadt mit den h\u00f6chsten Mietpreis-Steigerungen auch nicht auf. Spitze ist hier Kiel mit 22 Prozent, gefolgt von L\u00fcbeck (19 Prozent) sowie <a href=\"https:\/\/www.kirchner-immobilienbewertung.de\/immobiliengutachter-wuerzburg\">W\u00fcrzburg<\/a> und Ulm mit jeweils sechzehn Prozent. Laut Wohnungsmarktbericht 2010 der Investitionsbank Berlin liegt die Mietbelastung in Berlin besonders bei den \u00e4rmsten Haushalten deutlich unter der Belastung von Haushalten in M\u00fcnchen und Hamburg. Die Mietbelastung ist das Verh\u00e4ltnis von Einkommen und zu zahlenden Mieten in einer Stadt, Das alles spricht dann erst einmal daf\u00fcr, dass Berlin tats\u00e4chlich relativ g\u00fcnstig ist. Allerdings hat etwa Jones Lang LaSalle auch anderes zu berichten. Das Unternehmen spricht von einer durchschnittlichen Mietpreissteigerung in Berlin von 11,6 Prozent innerhalb von zwei Jahren \u2013 das sei deutlich mehr als in M\u00fcnchen und Hamburg. Ganz eindeutige Ergebnisse liefern die Zahlen also nicht. Allerdings spricht vieles daf\u00fcr, dass zumindest Hamburg und M\u00fcnchen die teureren Pflaster in Deutschland sind.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Warum beklagen sich die Berliner \u00fcber ihre Mieten?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Warum h\u00e4ufen sich dennoch Proteste in Berlin? Das mag zum einen in einem Verdr\u00e4ngungsprozess liegen, der in manchen Berliner Stadtteilen greift. Laut Magazin Capital (Artikel vom 23.05.2011) ist etwa der Stadtteil Berlin-Kreuzberg derart teuer geworden, dass \u201edie ersten nach Neuk\u00f6lln weiterwandern\u201c. Etwa eine Woche sp\u00e4ter titelte die Zeitung \u201eJunge Welt \u201eAuch Neuk\u00f6lln wird hip und teuer\u201c. Da liegt dann die Frage nah, wohin mit all den Berlinern, deren Portmonee nicht ganz so dick ist? Es bleiben vielleicht Marzahn-Hellersdorf und Spandau, die laut Wohnungsmarktbericht 2010 zu den preisg\u00fcnstigsten Regionen Berlins geh\u00f6ren. Altvertrautes Terrain zu verlassen d\u00fcrfte manch einem alteingesessenen Berliner nicht leicht fallen. Bis zu einem gewissen Grad geh\u00f6ren solche Verdr\u00e4ngungsprozesse zum Leben einer Stadt dazu. Im als vereinte Stadt (Ost und West) noch relativ jungen Berlin fallen sie jedoch m\u00f6glicherweise heftiger aus als anderswo in Deutschland.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify\">Die urbane Kultur in Berlin ist lauter?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify\">Selbst wenn die Verh\u00e4ltnisse in Berlin tats\u00e4chlich nicht so schwierig wie etwa in M\u00fcnchen sind, bedeutet das nat\u00fcrlich nicht, dass Berliner Verh\u00e4ltnisse problemlose Verh\u00e4ltnisse sind. Vielleicht ergeben sich Hamburger und M\u00fcnchner auf der Suche nach billigem Wohnraum aber eher in ihr Schicksal? Jede Stadt hat ihre eigene urbane Kultur und eventuell geh\u00f6rt zur Berliner urbanen Kultur auch, dass sich Protest hier eher manifestiert und sich lautst\u00e4rker als anderswo \u00e4u\u00dfert. Dann w\u00e4re Berlin kein Sonderfall in Bezug auf Probleme mit preiswertem Wohnraum, aber eventuell im Umgang mit diesem Problem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Berlin bleibt im Vergleich der deutschen Gro\u00dfst\u00e4dte ein preiswertes Pflaster, sagt Berlins Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Im Durchschnitt kostet eine nicht preisgebundene Berliner Wohnung 5,21 pro m\u00b2 Nettokaltmiete. 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