Eine Ex-Kaserne und Pferde in Dülmen

20. Juni 2011
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„Wohnen und Leben mit Pferden“ nennt sich ein im nordrhein-westfälischen Dülmen geplantes Immobilienprojekt auf einem etwa 38.210 m² Teilstück der ehemaligen St. Barbara-Kaserne. Insgesamt 54.490 m² groß ist das Teilstück, auf dem neben diesem Projekt noch „normale“ Ein- und Zweifamilienhäuser auf 16.280 m² entstehen sollen. Ein Projekt wie „Wohnen und Leben mit Pferden“ passt gut zu Dülmen, das sich selbst als „Stadt der Wildpferde und pferdefreundliche Gemeinde 2010“ vermarktet. Es zieht die Aufmerksamkeit von oftmals finanzkräftigen Pferdefreunden auf Dülmen, unterstützt das Stadtimage und trägt so dazu bei, dass sich Dülmen stärker profiliert und sich von damit von anderen Städten abhebt.

Ein Ex-Kasernengelände wartet auf neue Aufgaben

2003 verließ der letzte Soldat der Bundeswehr die St. Barbara Kaserne in Dülmen. Damit wurde eine Entscheidung umgesetzt, den die Bundeswehr bereits Anfang 2001 getroffen hatte. Für die verantwortlichen in Dülmens Stadtpolitik stellte sich fortan die Frage, wie man mit dem ehemaligen Bundeswehrstandort umgeht. Ein Teilbereich des Areals steht aktuell bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Verkauf und soll den oben angesprochenen Projekten dienen. 1,14 Millionen Euro stehen als Preisvorstellung des Verkäufers für das Teilstück im Exposé, das für das Projekt „Wohnen und Leben mit Pferden“ vorgesehen ist. 1,38 Millionen Euro möchte man beim Grundstück für die restlichen Ein- und Zweifamilienhäuser erzielen. Kaufpreisgebote sowie konkrete Nutzungskonzepte können bis zum 30. September bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben eingereicht werden.

Wohnprojekte für Pferdefreunde

„Wohnen und Leben mit Pferden“ sowie das zweite geplante Wohngebiet sind Teil des Dülmener Strukturkonzepts, das den Rahmen für die Bebauung des Areals vorgibt. Prinzipiell bedeutet „Wohnen und Leben mit Pferden“ den Bau von Wohnhäusern mit großzügig geschnittenen Grundstücken, auf denen die künftigen Hauseigentümer Platz für ihr Pferd und Stallungen haben. Die exakte Größe der einzelnen Grundstücke wird dabei nicht vorgegeben, sodass hier Raum für Flexibilität bleibt. Das ganz in der Nähe entstehende Reitsportzentrum macht das Projekt für Pferdefreunde zusätzlich interessant und könnte bei manch einem von ihnen auch für das zweite Wohnprojekt, das nicht explizit für sie gedacht ist, Interesse wecken. Bei dieser klar definierten Zielgruppe haben beide Projekte nicht unerhebliche Standortvorteile zu bieten.

Dülmens Profil als Pferdestadt

Das Stadtgebiet von Dülmen im Kreis Coesfeld ist etwa 185 Quadratkilometer groß. Die Stadt mit ihren etwa 47.000 Einwohnern ist damit die größte des Kreises. Sie ist – wie so viele andere – verschuldet. Im städtischen Haushalt für 2011 schlagen minus 6,5 Millionen Euro zu Buche. Eine stärkere Profilierung würde Dülmen aus der Masse anderer Städte herausheben. So etwa zieht bestenfalls den Blick neuer Einwohner und vor allem potenzieller Investoren auf sich. Die Dülmener Wildpferde können durchaus zu dieser Profilierung beitragen. Sie leben im Naturschutzgebiet „Wildpferde im Merfelder Bruch“, etwa zwölf Kilometer von Dülmen entfernt. Laut Wildpferde.de leben hier heute etwa 350 Tiere. Ihre Existenz prägt Dülmen. Pferde gehören heute ebenso zum Stadtlogo wie zur Stadt selbst und die Präsentation als pferdefreundliche Stadt nimmt einen nicht unerheblichen Teil des Stadtportraits auf der Dülmener Homepage in Beschlag. „Wohnen und Leben mit Pferden“ wird das Profil weiter schärfen. Dülmens Stadtpolitikern dürfte das recht sein.

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