Wohnraum in NRW beliebt, die Folge – Platzmangel

Wohnraum in Nordrhein-Westfalen ist beliebt und wird daher knapp. Die vielen Ballungszentren rund um Düsseldorf, das Ruhrgebiet, Köln-Bonn etc. bieten gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Folglich steigt die Zahl der Haushalte in NRW sukzessive an, während die Bevölkerung bundesweit zurückgeht.

Neben diesen guten wirtschaftlichen Möglichkeiten in der Region und der daraus resultierenden Binnenwanderung spielen auch das Angebot und der Zustand von Bestandsimmobilien eine große Rolle bei der Wohnungsknappheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der LBS West. Viele Bestandsimmobilien in der Region sind älter als 50 Jahre und ihre energetische Effizienz ist dementsprechend gering bzw. den heutigen Anforderungen nicht mehr angemessen. Häufig ist es wirtschaftlicher, eine solche Immobilie abzureißen, statt sie für Teuergeld von Grund auf Kern zu sanieren. Leider bleiben die entsprechenden Neubauten dann oftmals aus. Der Regierungsbezirk rund um die Landeshauptstadt Düsseldorf benötigt beispielsweise 21.000 neue Wohnungen pro Jahr, gebaut werden derzeit jährlich aber nur rund 9.000. Rechnet man diesen Durchschnitt hoch, werden bis zum Jahr 2025 rund 180.000 Wohneinheiten fehlen.

Schon jetzt merkt man in Düsseldorf die Folgen des mangelnden neuen Wohnraumangebots, die Preise bei den Mieten als auch bei den Bestandsimmobilien (Reihenhäuser, Doppelhaushälften) steigen weiter. Nichtsdestotrotz, mangels Angebot übertrifft die Zahl der gekauften Bestandsimmobilien die Zahl der Neubauten um das Sechsfache. Für ein Reihenhaus werden in Düsseldorf durchschnittlich 325.000 Euro veranschlagt, was eine Steigerung von 3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2009 bedeutet. Auch in der wirtschaftlich gut aufgestellten Region rund um Krefeld gingen die Preise nach oben, hier sogar um 6 Prozent, was am Beispiel eines Reihenhauses einem durchschnittlichen Preis von 175.000 Euro entspricht. Auch hier zeigt sich, dass die zentrumsnahen, infrastrukturell gut angebundenen Standorte am beliebtesten sind. Im Nachteil die Geringverdiener. Für sie bleiben häufig nur die Gebiete im Umland und das Pendeln zur Arbeit.

Die LBS sieht in ihrer Studie aber aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Krisenzeiten und der daraus resultierenden Inflationsgefahr Chancen für den Immobilienmarkt. Immobilien gelten als krisensichere Geldanlage, als so genanntes „Betongeld“. Die LBS geht davon aus, dass zukünftig wieder mehr Investoren auf die sichere Seite der Immobilien zurückkehren, was sich positiv auf den Neubau und dementsprechend auch auf das Wohnraumangebot auswirken sollte.