Abu Dhabi – das Ende der glorreichen Zeiten?

1. August 2010
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Noch im Dezember 2009 war Abu Dhabi als Unterstützer des Emirats Dubai in den Medien. Zehn Milliarden US-Dollar stellte Abu Dhabi Dubai damals zur Verfügung. Von dieser Summe sollen knapp fünfzig Prozent in den Immobilienkonzern Nakheel geflossen sein. Das Unternehmen musste beispielsweise sein ehrgeiziges Wolkenkratzerprojekt Nakheel Tower mit über 1.000 Metern Höhe 2009 aufgeben. Möglicherweise vermisst Abu Dhabi das damals weitergegebene Geld und schätzungsweise zehn weitere Milliarden, die ebenfalls an Dubai gingen, jetzt schmerzlich. Das Emirat hat mittlerweile selbst finanzielle Schwierigkeiten und muss sich von geplanten Projekten verabschieden.

Abu Dhabi in der Krise

Die Nachrichtenagentur „Pressetext Austria“ berichtet von enormen Leerständen bei Immobilien in beiden Emiraten und von Stadtquartieren, die teils „Geistervierteln“ gleichen. Sie beruft sich dabei auf eine PR-Managerin aus der Region. Der Immobilienentwickler Alimad Engineering aus Abu Dhabi – so das Handelsblatt am dreißigsten Juli 2010 – musste zuletzt ein zwölf Millionen US-Dollar schweres Immobilienprojekt begraben, da dem Auftraggeber nur zwei Millionen US-Dollar zur Verfügung gestanden hätten und die Banken kein Fremdkapital dazusteuern wollten. Laut geschätzten Zahlen der Bank USB aus der Schweiz fielen die Wohnimmobilien-Preise in Abu Dhabi seit dem Quartal 2/2008 um dreißig Prozent. Das sind alarmierende Zahlen.

Abu Dhabi hält dennoch an ehrgeizigen Plänen fest

Abu Dhabi wirkte stets etwas bescheidener, etwas weniger ehrgeizig in Bezug auf Immobilien-Großprojekte als Dubai. Aus diesem Grund traf die Immobilienkrise Dubai wohl auch härter und früher. Hier sanken die Wohnimmobilienpreise im vorab genannten Zeitraum ab dem zweiten Quartal 2008 deshalb auch um ganze fünfzig Prozent. Doch nun wird deutlich, dass sich auch Abu Dhabi nicht in Sicherheit wiegen darf. Dennoch hält das Emirat an einmal geschmiedeten Plänen für den Zeitraum bis zum Jahr 2030 fest. Bis zu jenem Zeitpunkt möchte Abu Dhabi insgesamt 500 Milliarden US-Dollar für Tourismus und Industrie ausgeben. Zudem peilt das Emirat bis zum Jahr 2015 ein Wachstum von sieben und ab diesem Zeitpunkt bis zum Jahr 2030 von sechs Prozent pro Jahr an. Ob das noch realistische Vorgaben sind, weckt Zweifel. Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Abu Dhabi das Ziel in diesem Jahr mit einem Wachstum von 3,7 Prozent recht deutlich verfehlen. Dubais Wirtschaftskraft wird 2010 sogar – so der IWF – um 0,5 Prozent schrumpfen. Für das dritte Quartal 2010 rechnet der Verband von Immobilienexperten Royal Institute of Chartered Surveyors für die Vereinigten Arabischen Emirate, denen Dubai und Abu Dhabi angehören, mit einem Rückgang der Mieten von 75 Prozent. Auch das sind für die Golfregion alarmierende Zahlen.

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