Deutsche Wohnimmobilien – zufriedene Käufer und Verkäufer?!

18. Januar 2011
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Laut Erhebung des Immobilienportals Immowelt brauchten verkaufswillige Haus- und Wohnungsbesitzer im Jahr 2010 durchschnittlich nur etwa 9,6 Wochen, um ihre Immobilie zu verkaufen. Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und niedrige Bauzinsen haben 2010 die Nachfrage nach Immobilien angekurbelt und für potenzielle Immobilienkäufer gute Voraussetzungen geschaffen. Auch 2011 seien die Bedingungen für Käufe relativ günstig, schreiben die Medien. Potenzielle Immobilienkäufer werden das gerne hören. Potenzielle Immobilienverkäufer auf der Suche nach potenziellen Käufern auch.

Immobilien-Verkäufer und ihr (mitunter) wertvolles Gut

Der Beginn des Jahres 2011 sei noch schleppend verlaufen, berichtet Immowelt. In den beiden Monaten Januar und Februar 2010 habe es durchschnittlich elf Wochen gedauert, bis eine Immobilie veräußert worden sei. Bereits im April sei die Zeitspanne jedoch auf etwa 8,2 Wochen gesunken und im August und Oktober seien mit durchschnittlich 7,7 beziehungsweise 7,5 Wochen die kürzesten Zeitspannen zu verzeichnen gewesen. Das geht aus der monatlichen Befragung privater Anzeigeninserenten hervor, die Immowelt.de 2010 bei insgesamt 2.416 Befragten durchgeführt hat. Die Immowelt-Befragung steht mit ihrem für eine wachsende Nachfrage nach Eigenheimen und Eigentumswohnungen stehenden Ergebnis nicht alleine da. So berichtete die LBS in einer Pressemitteilung von Anfang Dezember 2010, ihre Immobiliengesellschaften hätten in den ersten drei Quartalen 2010 „über 10.000 Ein- und Zweifamilienhäuser aus dem Bestand sowie rund 6.500 gebrauchte Eigentumswohnungen vermittelt“. Das sei eine Steigerung von knapp fünf Prozent, wobei bereits das Vorjahr mit einem zehnprozentigen Wachstum zu Buche geschlagen habe. Natürlich müssen individuelle Faktoren wie Lage der Immobilie und angesetzter Preis berücksichtigt werden, aber generell gesehen scheint der Markt für Verkäufer derzeit günstig zu sein. Das gilt wohl auch, weil Wohnimmobilien in Deutschland im europäischen Vergleich ein eher knappes Gut sind. Zwar hat die die LBS für 2011 immerhin zwanzig Prozent mehr Baugenehmigungen prognostiziert als 2009. Für 2010 steht jedoch nach wie vor die Zahl von zwei neu gebauten Wohnungen auf 1.000 Einwohner im Raum, was Deutschland zum Schlusslicht in Europa macht.

Immobilien-Käufer und die (noch?) günstigen Zeiten

Bei dem relativ knappen Angebot könnte man meinen, Käufer von Wohnimmobilien hätten derzeit eher schlechte Karten. Das ist allerdings wohl eher nicht der Fall. Der Bau oder Kauf von Immobilien kostete eine Familie mit einem Kind laut LBS im Herbst 2010 etwa dreizehn Prozent ihres Durchschnittseinkommens und damit acht Prozentpunkte weniger als 2002 und gar 25 Prozentpunkte weniger als 1994. Tatsächlich scheint die Verlockung „Immobilie“ daher derzeit groß zu sein. Nach einer jüngsten Erhebung des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) in Hamburg planen aktuell 10,2 Prozent der Befragten einen Immobilienkauf oder Bau und 38,1 Prozent ziehen ihn „ernsthaft in Erwägung“. Allerdings haben die Zinsen für Immobiliendarlehen im Vergleich zu ihren Tiefständen mittlerweile wieder etwas angezogen. Hinzu kommt eine in einigen Bundesländern gestiegene Grunderwerbssteuer. So sind in Brandenburg seit Jahresbeginn fünf Prozent fällig. Niedersachsen und Bremen verlangen 4,5 und das Saarland nun vier Prozent. Gut durchrechnen sollte man sich als potenzieller Hauskäufer seine Finanzierung deshalb auch weiterhin, damit dem Traum kein böses Erwachen folgt. Bei guter Kalkulation dürfte die Zufriedenheit bei Käufern aber ebenso wie bei Verkäufern gewährleistet sein. Schön, wenn alle zufrieden sind.

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