Umfrage – Deutschlands Immobilienmarkt im Aufwind

„ImmoMent im Trend“ nennt sich die wiederkehrende Befragung von Immobilienexperten der Berlin Hyp und der Landesbank Berlin AG. Die aktuelle Version wurde fürs zweite Quartal 2010 durchgeführt und sieht eine steigende Attraktivität des deutschen Immobilienmarktes. Insgesamt 77,3 Prozent der 252 befragten Experten halten den deutschen Immobilienmarkt für etwas oder gar viel (neunzehn Prozent) attraktiver als andere Märkte im europäischen Vergleich.

Transaktionen und Mieten

Über fast alle Immobiliensegmente hinweg sehen die Experten in den nächsten zwölf Monaten ein zumindest leicht steigendes Transaktionsvolumen. Besonders deutlich wird das bei den Wohnimmobilien, wo 43 Prozent der Befragten eine leicht steigende und fünfzehn Prozent eine stark steigende Tendenz für die nächste Zukunft prognostizieren. Eine Ausnahme bildet das Hotelsegment. Hier glauben nur 31 Prozent an eine leicht steigende und 36 Prozent an eine gleich bleibende Tendenz. Bei den Prognosen der Mietpreisentwicklung für die nächsten zwölf Monate zeigt die Expertenbefragung ein weniger eindeutiges Bild. 66 Prozent aller Befragten erwarten leicht oder gar stark ansteigende Mieten bei Wohnimmobilien, während in vielen anderen Segmenten eher gleich bleibende Mieten prognostiziert werden. Das wird etwa im Hotelsegment sehr deutlich: Hier sagten 68 Prozent der Experten keine großen Veränderungen in den Mieten voraus. Bei den Büroimmobilien war sich eine Mehrheit von siebzig Prozent dagegen wiederum einig, dass 2011 ein Anstieg zu erwarten sei.

Akteure, Standorte, Instrumente

Als Akteure mit leicht oder gar stark ansteigendem Engagement werden in der Befragung vor allem institutionelle Investoren aus dem In- und Ausland angesehen, daneben Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften, bei denen achtzehn Prozent von einer stark steigenden Aktivität ausgehen. Weniger Engagement wird Immobilien-AGs zugetraut. Eine Mehrheit von 43 Prozent der Experten sagt hier nur gleich bleibende Aktivität voraus. 59 Prozent aller Befragten stimmen der Aussage eher zu, dass Instrumente zu Zinssicherung in der Immobilienfinanzierung an Bedeutung gewinnen werden, weitere fünfzehn Prozent stimmen dieser Aussage voll zu. 74 Prozent der Befragten glauben, dass sich der Spalt zwischen A- und B-Lagen in den kommenden zwölf Monaten weiter verstärken wird. Betrachtet man das Ranking der aus Expertensicht attraktivsten Standorte in Deutschland, stößt man nicht unbedingt auf sehr große Überraschungen.  München liegt klar an der Spitze und bekommt von der Mehrheit der Befragten eine in Zukunft weiter steigende Attraktivität bescheinigt. Auf den Plätzen folgen Hamburg, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Köln sowie Dresden und Leipzig.