Baulückenbörse ODER wie man Stadtfläche optimal nutzt

25. August 2010
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Baulücken in Innenstädten sind im Allgemeinen hässlich. Zugleich sind sie ungenutzter Raum in einer Umgebung, in der freier Raum eigentlich etwas Wertvolles ist. Um Baulücken in der Region Freiburg zu minimieren, hat das Freiburger Öko-Institut deshalb jüngst seine Baulückenbörse (Baulueckenboerse.de) ins Netz gestellt. Hier können sich Interessenten anschauen, wo sich möglicherweise für sie Chancen auf eine innerstädtische Bebauung ergeben.

Städtewachstum als zu lösendes Problem

Dass viele Städte wachsen, ist eine Binsenweisheit. Sie breiten sich im Umland aus und verwandeln unbebaute Fläche in bebaute. Laut Umweltbundesamt liegt der Flächenverbrauch in Deutschland bei ungefähr einhundert Hektar pro Tag, was der Größe von knapp 143 Fußballfeldern entspricht (bei der Größe des Feldes von 68 Metern mal 105 Metern). Durch die Bebauung wird der natürliche Boden versiegelt, zusätzlich werden Landschaften und ökologische Systeme zerschnitten. Eine Lösung, um den Flächenverbrauch in Deutschland zu verringern, sehen Experten in der Verdichtung von Städten. Bisher ungenutzte Baulücken innerhalb der Städte sollen dafür bebaut werden. Die Freiburger Baulückenbörse passt da ganz gut ins Konzept.

Eine Börse für Baulücken

Die Baulückenbörse ist als gemeinsames Projekt der Städte und Gemeinden aus der Region Freiburg unter Leitung des Freiburger Ökoinstituts entstanden. Derzeit, so das Architekturportal Detail.de, werden auf der Internetseite insgesamt neunzehn Baulücken in der Region angeboten, wobei seit Februar 2010 drei Freiflächen vermittelt werden konnten. Im Rahmen einer Eigentümerbefragung werden, so das Portal weiter, weitere Baulücken gesucht, um sie in der Baulückenbörse anzubieten. Interessenten können sich auf einer Karte die Lage der angebotenen Baulücken ansehen und sich für jede Baulücke weitere Informationen anzeigen lassen. Im jeweiligen Expose sind neben der konkreten Adresse auch Angaben wie der Bodenrichtpreis pro Quadratmeter sowie die zulässige Art der Nutzung und der Vollgeschosse enthalten.

Ein PFIF für innovatives Flächenmanagement

„PFIF – Praktiziertes Flächenmanagement in der Region Freiburg“ nennt sich das Projekt, in das die Baulückenbörse eingebettet ist. PFIF ist ebenfalls ein Projekt unter der Leitung des Öko-Instituts und wird durch das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg gefördert. Begonnen hat das Projekt bereits am ersten Oktober 2008. Die offizielle Laufzeit endet am dreißigsten September 2010. Ein Ziel des Projekts: „Dauerhafte Unterstützung bei der Stärkung des Bewusstseinwandels für mehr Innenentwicklung und der Bewältigung der Folgen der demografischen Entwicklung“. Daneben soll die gemeinsame Entwicklung von Siedlungsfläche durch die am Projekt beteiligten Städte und Gemeinden gefördert werden. Das klingt vernünftig. Und es klingt wie ein gelungener Baustein für ein innovatives Flächenmanagement, wie ein Baustein mit Vorbildfunktion.

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