Bikini Berlin – einen Schritt weiter beim Wandel Berlins

Bikini klingt nach Sommer, nach Urlaub und Strand. Den Strand sucht man nahe des Berliner Bikinihauses jedoch vergebens. Urlaub und Tourismus sind schon eher Themen, die zu dem 1955 bis 1957 gebauten Hauses passen. Nach einem Umbau sollen aus dem Bikinihaus am Bahnhof Zoo Bürofläche, ein Hotel sowie ein Einkaufszentrum werden. Die Pläne für den Umbau wurden Anfang August vorgestellt. Sie sind Teil des Projekts Bikini Berlin.

Die Geschichte des Bikini-Hauses

In den Jahren 1955 bis 1957 bauten die beiden Architekten Paul Schwebes und Hans Schoszberger nahe der Gedächtniskirche im Westen Berlins ein Verwaltungs- und Bürogebäude mit sechs Stockwerken. Es diente zunächst der Textilindustrie der Stadt. Später zogen das Filmmesse-Zentrum und die Berliner Kunsthalle ein, ohne allerdings zu Dauerbewohnern zu werden. Bikinihaus nannte man das Gebäude wegen eines Laubengangs im Mittelgeschoss. Das Gebäude wurde so — wie ein Bikini — zum Zweiteiler. Seit 2002 gehört es der Bayerischen Bau und Immobilien Gruppe. Seit jenem Zeitpunkt existieren auch Umbaupläne, deren Realisierung allerdings erst jetzt in greifbare Nähe rücken. Ihnen voraus gingen intensive Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Unternehmen.

Neugestaltung von 90.000 Quadratmetern

Nachbar des Bikini-Hauses ist das denkmalgeschützte Filmtheater Zoopalast; flankiert werden Zoopalast und Bikini-Haus von zwei Hochhäusern. Bikini Berlin heißt der insgesamt 90.000 Quadratmeter große Gesamtkomplex. Hier sollen Büroflächen in einer Gesamtgröße von insgesamt 19.000 Quadratmetern entstehen. 17.000 Quadratmeter sind für Handel und Gastronomie vorgesehen, 10.000 Quadratmeter für das Hotel. Der Zoopalast ist 4.250 Quadratmeter groß. Zugleich wird es eine etwa 6.000 bis 7.000 Quadratmeter große und öffentlich zugängliche Plattform im zweiten Obergeschoss geben. Das Unternehmen Bayerische Bau und Immobilien Gruppe wird für den Umbau etwa einhundert Millionen Euro investieren. Die Bauarbeiten sollen im November 2010 beginnen und 2012 abgeschlossen sein. Das Büro KEC Architekten aus Berlin übernimmt die Baubetreuung, während die Entwürfe von Arne Quinze aus Belgien stammen. Er ist Künstler, Designer und Architekt und auch bekannt als Ehefrau von Barbara Quinze (ehemals Barbara Becker).

Zentrales Projekt beim Wandel Berlins

Bikini Berlin soll zur weiteren Belebung von Berlin-West beitragen. „Hier entstehen die zentralen Impulse für die wirtschaftliche Zukunft Berlins“, schreibt die Seite BikiniBerlin.com. Bikini Berlin soll dabei eine zentrale Rolle spielen und eine wichtige Facette des Wandels der deutschen Hauptstadt werden.