Der Deutschen Skepsis – aber bitte nicht bei den Immobilien

25. November 2010
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Eine gewisse negative Grundeinstellung, nennen wir es auch Skepsis, haftet den Deutschen mitunter an. Auch davon betroffen: die Prognosen zur Entwicklung des Immobilienmarktes in Deutschland. Glücklicherweise haben sich diese aber nicht bewahrheitet. Vielmehr zeichnet sich der deutsche Immobiliensektor durch eine große Stabilität aus, regionale Schwankungen sind logischerweise inbegriffen.

Die Preisentwicklung in deutschen Metropolen und mittelgroßen Städten zeigt dies deutlich: im Norden der Bundesrepublik blieben die Preise in den vergangenen fünf Jahren nahzu konstant, lediglich bei gebrauchten Eigentumswohnungen fielen die Preise um 100 Euro pro Quadratmeter, bei neu gebauten Eigentumswohnungen stiegen sie dagegen um 100 Euro pro Quadratmeter. In Süddeutschland konnte sogar ein deutlicher Preisanstieg verzeichnet werden. Bei Neubau-Eigentumswohnungen müssen hier in 2010 rund 7 Prozent mehr auf den Tisch gelegt werden als noch vor fünf Jahren. Am meisten profitieren die Städte als neue Mittelpunkte sozialen und wirtschaftlichen Lebens. Nach Expertenschätzung könnte Wohnraum hier auf längere Sicht knapp werden, was wiederum die Preise nach oben treiben dürfte.

Die Entwicklung bei Immobilienportfolios zeigt sich ebenfalls deutlich positiv. Im ersten Halbjahr 2010 konnte ein Investitionsvolumen von circa 2,5 Milliarden Euro realisiert werden, das sind 35 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dass Deutschland weitestgehend von Immobilienblasen verschont blieb, liegt wohl auch in der allgemein soliden und pragmatischen Mentalität der Deutschen begründet. Deutsche Kleininvestoren haben in der Regel das Ziel, ein angemessenes, auf wirtschaftlich gesunden Füßen stehendes Objekt für den Eigenbedarf zu erwerben. In Großbritannien dagegen, dessen Immobiliensektor durch die Wirtschaftskrise massiv in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurde auch von Kleinanlegern dagegen mehr investiert und spekuliert. Der Begriff der „property ladder“ war hier geflügeltes Wort. „Property ladder“ bedeutet dabei nichts anderes, als nach kleinem Einstieg nach und nach durch Kaufen und Verkaufen die Besitztumsleiter nach oben zu klettern – ein tiefer Fall durchaus inbegriffen.

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