Erfolgsbranche Immobilienmarkt als stabilisierender Wirtschaftsfaktor

28. Oktober 2013
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Der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung hat gemeinsam mit der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung in Berlin jüngst das Gutachten ‚Wirtschaftsfaktor Immobilien 2013‘ vorgestellt, das von einem wissenschaftlichen Konsortium erarbeitet wurde. Daran beteiligt waren Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft, dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung und der International Real Estate Business School. Im Gutachten wird die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Immobilienwirtschaft beleuchtet. Die Forscher identifizieren darin den Immobilienmarkt als Erfolgsbranche und Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft.

Die Immobilienbranche stützt die deutsche Wirtschaft
Für das Jahr 2011 konstatieren die Forscher 434 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung. Daran beteiligt sind unter anderem die Immobilienfinanzierung, Architekten, Planer und die Bauwirtschaft als Teile der gesamten Immobilienbranche. Dieser Markt übertrumpfte mit seinem erwirtschafteten Umsatz den Fahrzeugbau und erbrachte 19 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung in ganz Deutschland, also beinahe ein Fünftel. Somit ist die Immobilienbranche einer der größten Märkte der deutschen Wirtschaft. An diesem Markt sind sowohl große Unternehmen als auch einzelne Privatpersonen beteiligt. Die Branche zieht sich also durch die gesamte Gesellschaft der Bundesrepublik. Seit dem Jahr 2008 wächst der Immobilienmarkt jährlich kontinuierlich um etwa zwei Prozent. Damit konnte die Immobilienwirtschaft einen maßgeblichen Beitrag zur raschen Erholung nach dem Einbruch der Konjunktur leisten. Als Grund für das stabile Wachstum wird im Gutachten die solide Finanzierung genannt. Diese Erkenntnisse machen die wesentlichen Unterschiede der aktuellen Erhebung im Unterschied zum Gutachten aus dem Jahr 2009 aus. Die Neuauflage 2013 macht aufgrund dieser Ergebnisse den Immobilienmarkt als stabilisierenden Faktor der deutschen Wirtschaft aus. Die Forscher unterstreichen ausdrücklich die Bedeutung der Branche für die Fortentwicklung der gesamten Gesellschaft.

Die künftige Entwicklung
Eine der größten Herausforderungen der Immobilienbranche sehen die Gutachter im demografischen Wandel und dem Rückgang der Bevölkerung in manchen Regionen von Deutschland. Auch aktuelle politische Entscheidungen können den Immobilienmarkt direkt beeinflussen. Als Beispiel dafür nennt das Gutachten die Mietendeckelung. In Gebäuden und bebauten Grundstücken war im Jahr 2011 ein Nettoanlagevermögen in Höhe von 10,1 Billionen Euro gebunden. Fünf Jahre zuvor lag es noch bei 9 Billionen Euro. Somit hat die Branche wesentlich zum Wachstum des deutschen Vermögens beigetragen. Zudem konstatieren die Gutachter, dass die Wohnungspreise und –mieten seit vier Jahren im Steigen begriffen sind. Nach einer Stagnationsphase von immerhin 15 Jahren macht sich der Boom nun besonders in bestimmten großen und mittelgroßen Städten bemerkbar. Massive Unterschiede von Region zu Region werden sich laut Forschermeinung künftig noch stärker bemerkbar machen. Die Gutachter sehen aber keine Immobilienblase auf uns zukommen. Einer der gutachtenden Experten, Tobias Just von der Uni Regensburg, hält die steigenden Preise nicht für spekulative Übertreibungen, sondern für Reaktionen auf Marktknappheiten. Weil die Preise Fundamentaldaten wie etwa niedrige Zinsen und steigende Einkommen widerspiegelten, sei keine Überhitzung des Marktes zu befürchten.

Stabiler deutscher Markt
Die Forscher bewerten den deutschen Immobilienmarkt in ihrem Gutachten im Vergleich zu anderen Ländern als wesentlich stabiler. Im langen Zeitraum von mehr als 20 Jahren waren nur wenige Preisschwankungen zu erkennen. Der gut funktionierende Mietmarkt und die solide Finanzierung sorgten für die kontinuierliche Stabilität. In Deutschland verfügen die Immobilienkäufer in der Regel über signifikant mehr Eigenkapital als die Erwerber in vergleichbaren Ländern. Während sich zahlreiche Käufer in Irland, Spanien oder in den Vereinigten Staaten mit ihren Eigenheimen übernommen haben, wird hierzulande solider finanziert. Die Blase zog in diesen Ländern eine tiefe Rezession nach sich, in Deutschland sehen die Gutachter hingegen keinen Anlass zur Sorge. Michael Vogtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln war ebenfalls am Gutachten beteiligt und kann bei den einheimischen Immobilienkäufern keinen Trend zur riskanten Finanzierung erkennen. Trotz der niedrigen Zinsen bleiben die deutschen Erwerber solide. Hierzulande sind lange Zinsbindungen genauso üblich wie konservative Wertermittlung und hohes Eigenkapital. Zu diesem Marktverhalten trägt ganz erheblich die Vielfalt der Anbieter bei. Institute wie etwa Sparkassen, Landesbanken, Genossenschaftsbanken, Kreditbanken, Bausparkassen und Hypothekenbanken sichern hierzulande den gleichbleibend breiten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten.

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