Berlin – Die große Beliebtheit der Hauptstadt spiegelt sich im Immobilienmarkt „noch“ nicht wider

Berlin – die Hauptstadt Deutschlands hat vieles zu bieten. Eine interessante Geschichte, kulturelle Angebote en gros, Sehenswürdigkeiten in Fülle, eine perfekte Infrastruktur, Grünflächen, wirtschaftliche, wissenschaftliche und mediale Vielfalt, um nur ein paar Aspekte zu nenne. Touristisch gesehen ist nur noch London als Städtereiseziel Nr. 1 vor Berlin angesiedelt.

Wer nun aber glaubt, dass sich diese Beliebtheit in Berlins Immobilienmarkt widerspiegelt, hat weit gefehlt. Focus-Online hat sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und beruft sich dabei u. a. auf Angaben des IVD, Immobilienverband Deutschland Bundesverband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen e.V. Demnach liegen die Kosten für eine Eigentumswohnung im Altbau in Berlin bei gerade mal 1.600 Euro pro Quadratmeter, bei den europäischen Metropolnachbarn wie London oder Paris muss für eine ähnliche Immobilie ein Vielfaches im fünfstelligen Bereich angesetzt werden. Und selbst andere deutsche Großstädte wie Hamburg oder München liegen bei den Quadratmeterpreisen über 3.000 Euro. Der IVD warnt aber vor dem Trugschluss, dass sich für Großinvestoren auf dem vermeintlich unterbewerteten Immobilienmarkt Berlin leicht das große Geld machen lässt. Zahlreiche gescheiterte Großprojekte in der Vergangenheit mahnen zur Vorsicht. U. a wollte Orco Germany eine denkmalgeschützte Fabrik in der Fehrbelliner Straße zu 150 Luxuswohnungen für kunstinteressierte In- und Ausländer umbauen, bei 3.800 Euro pro Quadratmeter für „einfache“ Wohnungen bzw. 10.000 Euro pro Quadratmeter für eine Penthouse – Bleibe blieben aber dann doch die Käufer aus. Nun hat sich der Projektentwickler Licon der Fehrbelliner Höfe angenommen und plant zwar weiterhin die Errichtung von 150 Wohnungen, dies aber auf deutlich weniger großem Fuße (2.790 bis maximal 5.000 Euro pro Quadratmeter). 

Auch andere Großprojekte wie der Umbau des Kleingartengeländes Nähe Kurfürstendamm durch die Berliner Bauwert (vor dem Wirtschaftscrash ein Projekt der US-Investmentbank Morgan Stanley) in Wohnungen im gehobenen Segment fallen deutlich bescheidener aus, als ursprünglich geplant. Bei Morgan Stanley hatten Quadratmeterpreise von bis zu 8.000 Euro im Raum gestanden.

Dies ist im Übrigen eines der wenigen nennenswerten Projekte in Westberlin. Der Trend und Bauboom geht in Richtung Ostberlin. Die größte Nachfrage nach Immobilien ist in Berlin- Mitte und im Stadtteil Prenzlauer Berg zu verzeichnen.

Dass der Immobilienmarkt Berlin zwar gesund, aber die Preise im Vergleich zu den europäischen Hauptstadtnachbarn als auch zu den anderen deutschen Metropolen noch steigerungsfähig sind, ist unumstritten. Dieser Meinung schließen sich auch die Experten des Immobilenberatungsunternehmens CB Richard Ellis an. Einem recht großen Angebot stehen günstige Preise entgegen, das größte Wertsteigerungspotenzial prognostizieren sie für Eigentumswohnungen im gehobenen Bereich, deren Preise zwischen 2.500 und 4.500 Euro pro Quadratmeter liegen.