Wohnungsmarkt 2010: Makler und Baufinanzierer die großen Gewinner

Das Fazit für den Wohnungsmarkt Deutschland im Jahr 2010 fällt durchweg positiv aus. Makler, Finanzdienstleister, Verbände und Wohnungsbauunternehmen sind hoch zufrieden mit den Umsätzen, Miet- und Kaufpreise sind gestiegen, und auch die Prognosen für 2011 sehen nicht anders aus.

Besonders wachstumsstarke Regionen profitieren von dem gestiegenen Interesse an der Immobilie als Geldanlage, ob selbst genutzt oder als reines Anlageobjekt. Branchenexperten sehen 2010 als Höhepunkt der Investitionen in Immobilien, die infolge der Wirtschaftkrise in diesem Sektor verstärkt getätigt wurden. Ein Bericht in der ersten Ausgabe der Immobilienzeitung 2011 zeigt ein charakteristisches Beispiel auf: im Münchener Stadtteil Neuhausen wechselte eine vermietete Wohnung mit 45 Quadratmeter Grundfläche im Bietverfahren für 5230 Euro pro Quadratmeter den Besitzer (235350 Euro Wohnungspreis), vorher hatte es schon Angebote von einem Bieter in Höhe von 3.300 Euro gegeben, ohne dass der Interessent die Wohnung vorher je besichtigt hatte.

Gewinner dieses Trends sind ganz klar die Makler. Nach Angaben des Maklerverbandes IVD konnten die Provisionserlöse in 2010 um 170 Prozent gesteigert werden. Bevorzugte Objekte waren Mehrfamilienhäuser in Großstädten. Und auch die LBS Immobilien West konnte Ende November 2010 bereits ähnliche Zahlen nennen. Bis dahin konnten 7.852 Wohneinheiten neu vermittelt werden, das Umsatzvolumen stieg um 12,3 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro, der Courtageumsatz auf 59 Millionen Euro. 

Nicht nur die Makler waren die großen Sieger 2010, auch die Finanzdienstleister gingen gestärkt ins Neue Jahr. Durch eine größere Finanzierungsbereitschaft seitens der Banken konnten Finanzierungsumsätze von über 6 Milliarden Euro erzielt werden.

Die Prognosen der Immobilienweisen für 2010 – diese hatten einen Preisanstieg von 1 Prozent vorhergesagt – wurden mit 2 %, in kreisfreien Städten sogar größer 2 %, weit übertroffen. In München stiegen die Preise von Ende 2009 bis zum 3. Quartal 2010 um mehr als 10 % an, in Berlin um rund 6 %. Die Mietpreise gingen bundesweit ebenfalls um 3,4 Prozent nach oben, in wachstumsstarken Regionen wie Berlin um 13,5 %, in Frankfurt und Hamburg stiegen sie um rund 6 %. Die Vorausschau für den Immobilienmarkt 2011 orientiert sich an der gesamtwirtschaftlichen Einschätzung. So rechnet man aufgrund eines prognostizierten Wirtschaftswachstums zwischen 2 % und 2,5 Prozent auch mit Wohnungspreissteigerungen um die 2,5 Prozent, in Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern auch deutlich drüber. Bleibt zu hoffen, dass das Wohnraumangebot in 2011 in Ballungsräumen nicht knapp wird. Die Makler rudern für 2011 ebenfalls schon sachte zurück. Einen weiteren Rekord-Courtageumsatz  werden sie aufgrund des in 2010 abgebauten Vermittlungsbestandes wohl nicht mehr erzielen können.