The Squaire + The Square³: Klingt ähnlich. Ist verschieden!

3. Februar 2013
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Drei. Es sind drei Projekte aus Deutschland, die 2013 zu den nominierten Projekten für die MIPIM Awards gehören. Um den Preis für zukünftige Megaprojekte buhlt in diesem Jahr das geplante Stuttgarter Einkaufszentrum Milaneo, das wir hier in diesem Artikel nur kurz erwähnen möchten. Das haben wir hiermit getan. Punkt. Die zwei anderen Projekte bestechen durch ihre annähernde Namensgleichheit, sind aber Projekte verschiedener Entwickler in verschiedenen Städten. Es handelt sich um zwei Projekte, von denen das eine fertig ist, in Frankfurt am Main steht und in der Kategorie „Büro- und Geschäftsimmobilien“ antritt und das andere, das sich noch in Planung befindet, in Berlin entstehen soll und um den Preis in der Kategorie „Zukünftige Projekte“ kämpft. Die Rede ist von The Squaire (Frankfurt) und The Square³ (Berlin).

The Squaire

Beginnen wir mit dem bereits bestehenden Projekt in Deutschland, das sich der Konkurrenz stellt, um einen der begehrten „Immobilien-Oscars“ (MIPIM Awards) zu erhalten. The Squaire am Flughafen von Frankfurt am Main ist 660 Meter lang, bietet insgesamt 140.000 m² Mietfläche und ist einer der weltweit größten Gebäudekomplexe. Auf der Website von „The Squaire“ gibt es eine ganze Reihe eindrucksvoller Zahlen, die die Größe des Projekts belegen: 20.000 Tonnen Stahl und 60.000 m² Beton seien verbaut worden, heißt es dort. Die Fassadenflächen hätten insgesamt eine Größe von 145.000 m². Entstanden ist „The Squaire“ als Joint Venture der IVG Immobilien AG (mit 98-Prozent-Anteil) und der Fraport AG, die die restlichen zwei Prozent hält. Die Pläne für das Projekt stammen vom Architekturbüro JSK Architekten. Der Bau begann 2007; seit 2011 werden Teile des Projekts nach und nach eröffnet.

Das Projekt „The Squaire“ zeigt sich in verschiedenen Bereichen sehr modern. Einer der Bereiche ist das Nutzungskonzept. So soll der Gebäudekomplex ein besonderes Umfeld bieten, „das sich positiv auf die Work-Life-Balance der Menschen, die hier arbeiten, auswirkt“, heißt es auf der Projektwebsite und weiter: „Arbeiten und Entspannen, Reisen und Relaxen, Menschen treffen und Notwendiges erledigen – alles unter einem Dach“. Tatsächlich bietet das Projekt neben Büros zum Beispiel Restaurants, Geschäfte, Cafés, Dienstleister und eine KITA (Kindertagesstätte). Zugleich präsentiert sich „The Squaire“ in nachhaltiger Bauweise. Der Komplex verweist im Vergleich zu ähnlichen Gebäuden unter anderem auf über zwanzig Prozent weniger Frischwasserverbrauch, einen Anteil regenerativer Energien von über 35 Prozent an der gesamten Stromversorgung des Gesamtkomplexes sowie auf eine individuelle Temperatursteuerung und eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Das alles brachte dem Projekt die LEED® Gold Zertifizierung des U.S. Green Buliding Councils ein. Und vielleicht gibt es in diesem Jahr noch einen MIPIM Award?

The Square³

The Square³ (SQ3) ist ein Projekt der Berliner Moritz-Gruppe in Berlin Alt-Hohenschönhausen. Obwohl der Stadtteil sich in Europas größtem innerstädtischen Naturschutzgebiet befindet und es sehr gute Sozialprognosen gibt, „wurde Alt-Hohenschönhausen bisher nur bedingt als anziehende Wohnumgebung wahrgenommen“, schreibt die Gruppe selbst in einer Pressemitteilung. Mit dem neuen Quartier „The Square³“ soll sich das ändern. Die Planung liegt bei Professor Tobias Wallisser und dem Unternehmen Lava. Lava wurde 2007 von Tobias Wallisser, Chris Bosse und Alexander Rieck als Netzwerk kreativer Köpfe mit einem Fokus auf Forschung und Design gegründet. Das Netzwerk besitzt mittlerweile Büros in Sydney, Shanghai, Stuttgart und Abu Dhabi.

Geplant ist auf einem 62.000 m² großen Areal ein unverwechselbares und vielseitiges Nutzungskonzept, heißt es in der Pressemitteilung der Moritz-Gruppe. Teils hat die Nutzung mit Sport zu tun. So soll ein auf Sport ausgerichtetes Shoppingzentrum ebenso ins Projekt integriert werden wie Einrichtungen zur Förderung des Leistungs- und Breitensports. Daneben wird es voraussichtlich etwa 350 bis 400 Wohnungen sowie Gewerbe- und Dienstleistungsflächen geben, zusätzlich Gastronomie und zwei Hotels, ein Medizinzentrum sowie soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen. Im November war unter anderem die Rede von einem 118 Meter hohen Wolkenkratzer und zwei Hochhäusern (66 + 48 Meter Höhe), die im neuen Quartier gebaut werden. Insgesamt möchte die Moritz Gruppe für das Projekt bis zu 450 Millionen Euro investieren.

Und der (Immobilien-)Oscar geht an …

Wir wissen es nicht. Noch nicht! Die Preise werden am Abend des 14. März vergeben. In jeder Kategorie kämpfen vier Projekte um den Sieg. Neben den drei Projekten in Deutschland gibt es zwei weitere mit deutscher Beteiligung, schreibt die Immobilien Zeitung am 31. Januar 2013. Es handelt sich um das geplante chinesische Bürohochhaus Nanjing River West mit dem deutschen Architekt Helmut Jahn, das – wie The Square³ – in der Kategorie „Zukünftige Projekte“ antritt, und das Istanbuler Einkaufscenter Marmara Park, das vom Unternehmen ECE gebaut wird (Kategorie; Einkaufscenter). Wir wünschen dann einfach einmal: Viel Erfolg!

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